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Seehundzähler beobachten stabile Bestände an der Nordsee

Wilhelmshaven. Der Seehund-Nachwuchs im Wattenmeer erreicht neue Rekordwerte. An der Nordseeküste von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden wurden so viele Jungtiere gezählt wie noch nie seit Beginn der Zählungen. Doch wie finden Experten das überhaupt heraus?

Seehundzähler beobachten stabile Bestände an der Nordsee

Drei Seehunde robben am Strand der ostfriesischen Insel Juist in Richtung Nordsee. Foto: Ingo Wagner/Archiv

Experten zählen regelmäßig die Seehunde im Wattenmeer von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. Damit sollen die Bestände an der gesamten Nordseeküste kontrolliert werden. Die Ergebnisse werden im Spätherbst vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven veröffentlicht.

Was sind die Ergebnisse in diesem Jahr?

Der Seehund-Nachwuchs im Wattenmeer hat neue Rekordwerte erreicht. An der Nordseeküste von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden wurden mit 9350 Welpen so viele Jungtiere gezählt wie noch nie seit Beginn der Zählungen 1974. Im Jahr 2016 waren mit 7566 Welpen fast ein Viertel weniger Tiere beobachtet worden. Die Gesamtbestände stagnieren allerdings, wie das Wattenmeersekretariat mitteilte. Die natürliche Tragfähigkeit des Systems könne erreicht sein, die erwachsenen Seehunde legten für die Nahrungssuche weitere Wege zurück, hieß es.

Welche Zählmethoden gibt es?

Kleine Propellermaschinen starten von mehreren Flugplätzen zu genau festgelegten Zeiten. Dann ist Niedrigwasser und die Tiere ruhen sich auf Sandbänken aus. Erfahrene Beobachter in den Maschinen haben diese Ruheplätze auf Karten markiert und können die Seehunde dort aus der Luft gut erkennen. Weil sich die Liegeplätze mit der Dynamik des Wattenmeeres oft verlagern, müssen die Karten immer wieder angepasst werden.

Wie genau ist das Zählen aus der Luft?

Die Flugzeuge sind mit mindestens einem, häufig mit zwei Zählern besetzt. Sie können auch größere Seehund-Gruppen im Vorbeiflug erfassen. Diese Zählungen haben sich seit mehr als 40 Jahren bewährt und sind sehr verlässlich. Zusätzlich werden auch Fotos von Liegeplätzen aufgenommen und später ausgewertet.

Werden Seehunde dabei nicht mit Kegelrobben verwechselt?

Kegelrobben werden anders als Seehunde im Winter geboren. Seehunde werden traditionell beim Fellwechsel im Sommer gezählt. Dabei lassen sich Jungtiere leicht den Seehunden zuordnen. Diese sind auf ihren Ruheplätzen meist auch von den Kegelrobben getrennt.

Wie lange sind die Maschinen unterwegs?

Die Flugzeit beträgt je nach Gebiet bis zu vier Stunden. Dabei liegt die Flughöhe bei ungefähr 100 Metern und mehr, um die Tiere nicht zu stören. Die Strecken sind weit und das Zeitfenster während der Niedrigwasserphase ist kurz, daher werden Drohnen für diese Aufgaben noch nicht eingesetzt.

Warum werden die Seehunde jedes Jahr gezählt?

Die Tiere werden seit 1958 systematisch erfasst - bis 1971 von Schiffen, danach von Flugzeugen aus der Luft aus. Grundlage ist ein Schutzabkommen von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden. 2016 wurden im Gesamtgebiet rund 24 300 Seehunde gezählt, davon 7400 in Niedersachsen und 6600 in Schleswig-Holstein. Experten werteten einen leichten Rückgang bei den Zahlen 2016 als Hinweis darauf, dass die Grenzen des jahrelangen Wachstums bei einigen Beständen erreicht sein könnten. Es gibt regionale Unterschiede: 2016 gingen die Zahlen im nördlichen Wattenmeer zurück, die Bestände im Südwesten legten zu. 2017 verlief diese Entwicklung umgekehrt.

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