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Ski-„Löwe“ Neureuther träumt weiter von Olympia

Copper Mountain. Eigentlich war die Saison für Felix Neureuther abgehakt. Nach seinem Rückflug aus den USA aber spricht der Ski-Star wieder von Olympia - auch wenn Pyeongchang nach seinem Kreuzbandriss eine „Träumerei“ sei. Eines ist aber fix: Seine Karriere will der Routinier fortsetzen.

Ski-„Löwe“ Neureuther träumt weiter von Olympia

Felix Neureuther hat sich das Kreuzbandriss gerissen. Foto: Michael Kappeler

Ein Felix Neureuther denkt nicht ans Aufgeben - schon gar nicht beim Thema Olympia. Trotz seines Kreuzbandrisses will der deutsche Ski-Star eine Teilnahme an den Winterspielen von Südkorea noch nicht definitiv ausschließen.

„Solange noch ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht, dass vielleicht sogar Olympia tatsächlich möglich sein sollte, werde ich jedes kleine Fünkchen probieren zu ergreifen“, verkündete der 33-Jährige überraschend auf dem Münchner Flughafen. Der Olympia-Slalom steigt in gut zwölf Wochen. „Das sind bei mir im Kopf Träumereien“, räumte der Routinier beim Thema Pyeongchang ein. „Aber träumen darf man.“

Die Niedergeschlagenheit nach dem „bittersten Moment meiner Karriere“ schien nach neuneinhalb Stunden Flug von Denver nach Deutschland der Hoffnung auf eine Blitzheilung gewichen. Nachdem Neureuther den - kurioserweise mit FC-Bayern-Motiven beklebten - Lufthansa-Airbus A340-642 auf Krücken verließ, stand schnell das Comeback im Fokus.

Erste Befürchtungen, die im Training in Copper Mountain in den USA erlittene Blessur könnte gar die Karriere Neureuthers beenden, wollte dieser schnell zerstreuen. „Ich bin hundertprozentig felsenfest überzeugt, dass ich es nochmal schaffen kann“, stellte er klar. „Vielleicht war es so ein Zeitpunkt, wo ich sage: Das war es noch nicht nach dem Jahr, oder auch nach dem nächsten Jahr. Vielleicht mache ich noch sechs Jahre weiter. Es kann alles passieren.“

Ob sich der deutsche Weltcup-Rekordsieger überhaupt operieren lässt, war offen. Direkt nach der Landung wurde Neureuther von seinem Vater Christian zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt gefahren, danach standen Gespräche mit anderen Medizinern und Knie-Experten an. „Ich mag definitiv alles versuchen, dass es funktioniert“, sagte der Profi.

Die Chancen auf Olympia sind freilich minimal, das weiß Neureuther. 2014 in Sotschi hatte auch US-Star Lindsey Vonn versucht, trotz eines Kreuzbandrisses zu starten, musste den Plan aber aufgeben. Dabeisein ist für Neureuther nicht alles. Einen Start wagen würde er nur, „wenn es Sinn macht und ich auch eine Medaille gewinnen kann“, betonte er.

Mit Winterspielen hatte der Garmisch-Partenkirchener bislang kein Glück. 2006, 2010 und 2014 schied er in den Slaloms jeweils aus. In Sotschi war er großer Gold-Favorit, erlitt kurz vor dem Rennen bei einem Autounfall auf dem Weg zum Flughafen aber ein Schleudertrauma.

Dass die jetzige Verletzung schlimm ist, das wusste der erfahrene Rennfahrer sofort nach dem Fahrfehler und dem Abflug von der Strecke. „Eine Sekunde und du merkst, dass dein Knie explodiert“, erzählte er. „Ich habe probiert, meine Grenzen weiter auszureizen. Das war der Hauptfehler“, räumte Neureuther, der nur zwei Wochen vor dem fatalen Trainingsunfall den ersten Slalom der Saison in Levi gewonnen hatte, ein. Er war auch wegen dieses Erfolgs einer der Medaillenkandidaten für Korea.

Von Teamkollegen und auch Rivalen gab es aufmunternde Worte. „Extrem bitter und schade“ nannte etwa Marcel Hirscher, der sechsmalige Weltcup-Gesamtsieger und Hauptkonkurrent Neureuthers der vergangenen Jahre, den Ausfall. „Megaschade für ihn, den Sport und auch für mich. Ich hoffe, dass er diesen Rückschlag schnell und gut wegsteckt. Er wird uns allen, insbesondere mir in dieser Saison sehr fehlen!“

„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass du sehr bald wieder zu deiner gewohnten Stärke zurückfindest - wir alle brauchen DICH!“, schrieb Fritz Dopfer bei Facebook. „Voll Mist! Felix ist einfach der Mann, die Zugperson im Deutschen Skiverband“, sagte Abfahrer Josef Ferstl. Nun stehen andere in der Pflicht. „Das Team muss seine Chance sehen darin“, sagte Alpin-Chef Wolfgang Maier zum Neureuther-Aus. „Ich hoffe, wir können ihn einigermaßen gut vertreten“, sagte Ferstl.

Und vielleicht müssen Dopfer, Ferstl und Co. das bei Olympia ja gar nicht - wenn denn der extrem kühne Comeback-Traum von Neureuther wahr wird. Via Instagram veröffentlichte er bereits ein Video, das ihn offenbar bei Reha-Übungen in einem Schwimmbad zeigt. Dazu schrieb er: „Löwen regenerieren nicht wie Menschen! Weiterkämpfen“.

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