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„Soko Stuttgart“ feiert Jubiläum

Stuttgart. Leiche am Anfang, falscher Verdacht in der Mitte, Aufklärung am Schluss. Neu ist das Schema von Krimis wie der „Soko Stuttgart“ nicht. Doch das tut ihrem Erfolg keinen Abbruch.

„Soko Stuttgart“ feiert Jubiläum

Mit einem unguten Gefühl beobachten Martina Seiffert (Astrid M. Fünderich) und Jo Stoll (Peter Ketnath, M) wie der Einsatzleiter des SEKs (Lukas Ullrich) seine Männer instruiert. Foto: ZDF/Markus Fenchel studiofenchel@web

Fieberhaft steuert Kommissar Jo Stoll seinen Porsche durch Stuttgart. Sein Beifahrer hält ihm eine Pistole an den Kopf. Dem Soko-Team im Polizeirevier wird derweil klar: Ihr Kollege ist zur Geisel geworden - und in den Händen eines mutmaßlichen Mörders. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die Stuttgarter Soko-Kommissare sind keine Anfänger, in der an diesem Donnerstag ausgestrahlten Jubiläumsfolge „Durchgeknallt“ ermitteln sie zum 200. Mal. Seit 2009 läuft die Soko donnerstags um 18 Uhr im ZDF. Der Schwaben-Krimi ist das Nesthäkchen der Soko-Familie - das bleibt allerdings nicht mehr lange so. In Kürze kommen Sokos aus Hamburg und Potsdam hinzu.

Die 45-minütigen Fälle folgen dem Prinzip des klassischen Ermittlerkrimis: Ein Mord am Anfang, zwischendurch falsche Verdächtigte, Auflösung in den letzten Minuten. Jedes Mal das gleiche Spiel. Trotzdem schalten nach Angaben der Produktionsfirma Bavaria Fiction durchschnittlich rund vier Millionen Zuschauer die Erstausstrahlungen der Stuttgarter Soko ein.

„Das Format bestätigt die Zuschauer in ihrem Bedürfnis nach Gerechtigkeit in der Welt“, erklärt Medienwissenschaftlerin Joan Bleicher von der Universität Hamburg. „Am Ende wird die vorhandene Werteordnung in ihrer Gültigkeit bestätigt und die Zuschauerinnen und Zuschauer bleiben zufrieden zurück.“

Geht es nach der Schauspielerin Astrid Fünderich, ist für die Soko-Chefin Martina Seiffert noch lange nicht Schluss. „Unbedingt“, antwortet Fünderich auf die Frage, ob sie nach 200 Folgen noch weiterspielen will. Fünderich fühlt sich ihrer Rolle eng verbunden: „Martina ist wie eine Zwillingsschwester für mich - aber die deutlich strukturiertere“, erzählt die Schauspielerin.

Seit zwei Jahren haben die Soko-Kommissare in Stuttgart eigene Handlungsstränge, die sich langfristig über Folgen hinweg weiterentwickeln - für die Schauspieler ist das eine große Bereicherung. „Ich kann jetzt sagen: Drei Stück Zucker, wie immer“, erzählt Fünderich. Für zukünftige Folgen wünscht sie sich, dass die Kommissarin auch mal lauter werden oder eine schnelle Rettungsszene stemmen darf - am liebsten mit zerreißender Kleidung und verrutschter Frisur.

Als regionales Format ist der Anspruch der Serienmacher, aktuelle Themen und lokale Besonderheiten aufzugreifen. So war die Freude des Teams groß, als ein Krimi um vergiftetes Bodensee-Wasser ausgestrahlt wurde und eine ähnliche Drohung gerade für Schlagzeilen sorgte. Besonders ältere Zuschauer seien an regionaler Nähe von Fernsehinhalten interessiert, erklärt Bleicher. Neue Drehorte stellen für die Soko kein Problem dar. „Es wird nirgendwo so viel gebaut wie hier. Stuttgart baut uns ständig neue Sets“, sagt der ausführende Produzent Torsten Lenkeit. „Wahrscheinlich drehen wir irgendwann mal in dem Hochhaus Cloud Seven. Oder im neuen Bahnhof, wenn er eröffnet wird.“

Ob sich die Ermittler irgendwann zu fünft auf einem Stuttgart-21-Set tummeln dürfen, klärt sich in Folge Nummer 200 am Stuttgarter Teehaus. An dem bekannten Aussichtspunkt kommt die Geiselnahme von Jo Stoll zum Showdown.

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