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Spendenrat blickt optimistisch aufs Jahresende

Berlin. In wenigen Tagen beginnt der Dezember - ein Spitzenmonat, wenn es ums Spenden geht. Mit einer ersten Bilanz für 2017 zeigt der Deutsche Spendenrat, wo bislang die Prioritäten der Deutschen liegen.

Spendenrat blickt optimistisch aufs Jahresende

Spendenbox: Besonders in der Vorweihnachtszeit werden die Bürger gebeten zu spenden. Foto: Patrick Pleul/Illustration

Bald trudeln sie wieder ein, die Briefe und Mails mit Bitten um Spenden. Die letzten Wochen des Jahres sind für gemeinnützige Organisationen und Kirchen immens wichtig - sie rechnen mit Milliardensummen von Privatleuten.

Auf 5,3 bis 5,5 Milliarden Euro werde das Spendenvolumen bis Ende 2017 voraussichtlich anwachsen, zeigte sich die Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrates, Daniela Geue, am Donnerstag optimistisch. Der Dachverband von 65 spendensammelnden Organisationen hat auch eine erste Bilanz für das laufende Jahr vorgelegt: Von Januar bis September seien nach Hochrechnungen rund 3,1 Milliarden Euro für gute Zwecke zusammengekommen.

Damit liegt das Spendenaufkommen leicht über der Summe des Vorjahreszeitraumes, aber unter dem Zwischenstand von 2015 (3,4 Milliarden Euro). Damals nahmen die Themen Flucht und das Erdbeben in Nepal viel Raum in den Medien ein. In dem Jahr war nach den Daten des Spendenrates insgesamt ein Spendenrekord erreicht worden: 5,5 Milliarden Euro. Der Langzeitvergleich zeigt, dass die Deutschen aber immer noch relativ großzügig sind: Vor zehn Jahren waren in einem ganzen Jahr Spenden von nur 3,9 Milliarden Euro verbucht worden.

Seitdem stieg der Wert an, mit Spitzen in Jahren mit großen Katastrophen. Und das, obwohl die Zahl der Spender laut Bilanz weiter rückläufig ist. Aktuell liegt sie für den Zeitraum von Januar bis September bei 17 Millionen Menschen. Für diese Gruppe ist das Spenden kein einmaliger Akt, sie spendeten durchschnittlich 5,8 mal, im Schnitt 32 Euro. Unter den Über-70-Jährigen gibt es besonders viele Spender, sie sind auch besonders großzügig.

Beim Spendenzweck beobachtet der Spendenrat Verschiebungen: Die Zuwendungen für Projekte in der Flüchtlingshilfe im In- und Ausland sinken wieder - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 285 Millionen Euro. Die Zahlen zeigten, dass Flüchtlinge inzwischen weniger im Fokus der Öffentlichkeit stünden, erklärte Daniela Geue.

An Bedeutung gewonnen hat laut Spendenrat etwa die Not- und Katastrophenhilfe, zum Beispiel zur Bekämpfung von Hunger in Afrika. Neben diesem Thema habe es wenig große, in den Medien präsente Katastrophen gegeben. Für die evangelische Kirche habe möglicherweise das 500. Reformationsjubiläum Bedeutung, sagte Geue. Es fiel nicht in den nun ausgewerteten Zeitraum. Die Gesamtzahlen für 2017 sollen Ende Februar, Anfang März 2018 vorgestellt werden.

Die Angaben beruhen auf monatlichen Selbstauskünften von 10 000 Deutschen ab zehn Jahren, die hochgerechnet wurden. Laut Angaben sind sie repräsentativ für diese Gruppe der deutschen Bevölkerung. Bei Minderjährigen läuft das Spenden in der Regel über die Eltern.

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