Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Start in eine neue Ära: Kessing neuer DLV-Chef

Darmstadt. Wachwechsel im Deutschen Leichtathletik-Verband: Zum neuen DLV-Präsidenten wird auf dem Verbandstag in Darmstadt Jürgen Kessing gewählt. Der Kommunalpolitiker tritt die Nachfolge von Clemens Prokop an, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wird.

Start in eine neue Ära: Kessing neuer DLV-Chef

Jürgen Kessing ist neuer DLV-Präsident. Foto: Arne Dedert

Im Deutschen Leichtathletik-Verband hat einen neue Ära begonnen. Auf dem Verbandstag in Darmstadt wurde Jürgen Kessing mit 144:19 Stimmen zum Präsidenten gewählt.

Der 60 Jahre alte Kommunalpolitiker tritt die Nachfolge von Clemens Prokop an, der den DLV fast 17 Jahre führte und sich besonders durch sein Engagement bei der Doping-Bekämpfung einen Namen machte. „Ich werde den Verband erst mal kennenlernen und dann die Dinge aufgreifen, die notwendig sind“, sagte der frühere Zehnkämpfer und Oberbürgermeister der baden-württembergischen Stadt Bietigheim-Bissingen. Dafür werde er mehr als 100 Tage brauchen. „Siegen muss man nicht lernen, sondern, dass man etwas investieren muss, um besser zu werden und man sich durch Frustrationserlebnisse nicht unterkriegen lassen soll“, nannte er sein Credo.

„Ich bin von der Wertschätzung, die ich erfahren habe, überwältigt“, sagte Prokop in seiner Abschiedsrede, nachdem er einstimmig zum Ehrenpräsidenten des DLV gewählt wurde. Als einer der kritischen Funktionäre im deutschen Sport und Anti-Doping-Kämpfer hinterließ er aber auch eine Mahnung. „Ohne Glaubwürdigkeit und leidenschaftliche Bekämpfung des Dopings wird die Leichtathletik keine Zukunft haben“, betonte Prokop. „Die Ethik im Sport ist nicht verhandelbar.“

Dass er sich gegen den Willen des Deutschen Olympischen Sportbundes mit Erfolg für ein Anti-Doping-Gesetz eingesetzt hat, ist nicht vergessen. Anstelle von DOSB-Präsident Alfons Hörmann kam nur der Vizepräsident Leistungssport Ole Bischof zum Verbandstag des 800 000 Mitglieder großen DLV. „Sportpolitisch sind sie in der Breite wahrgenommen worden und eine kritische Stimme im Sport“, sagte der Judo-Olympiasieger. Er verwies aber diplomatisch darauf, dass Prokop und der DOSB „nicht immer gleicher Meinung“ gewesen seien.

Uneingeschränkte Anerkennung bekam Prokop von Bundesjustizminister Heiko Maas. Er lobte in einer Video-Botschaft dessen „unermüdliches Engagement gegen Doping“ und stellte fest: „Ohne Sie hätte es kein Anti-Doping-Gesetz gegeben. Sie haben Spuren im deutschen Sport hinterlassen.“

Hessens Sport-Staatssekretär Werner Koch zollte dem scheidenden Funktionär Respekt dafür, „mit der Kraft seiner Argumente und der Klarheit seiner Formulierung Haltung gezeigt und Stellung bezogen“ zu haben: „Wo andere Funktionäre vorgezogen haben zu schweigen, haben Sie die Stimme erhoben.“

Seinem Nachfolger wünschte Prokop, der als Präsident des Organisationskomitees verantwortlich für die Heim-EM 2018 in Berlin bleibt, alles Gute. „Von ehemaligem Weitspringer zu ehemaligem Weitspringer: Ich wünsche Ihnen den richtigen Anlauf, einen guten Absprung und eine perfekte Landung.“ Nachfolger Kessing will auf jeden Fall den Anti-Doping-Kurs seines Vorgängers fortsetzen. „Das wird ein Dauerthema bleiben“, sagte er.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leichtathletik

Reh holt U23-Titel vor Klosterhalfen bei Cross-EM

Samorin. Starker Auftritt der deutschen Laufhoffnungen bei der Cross-EM: Alina Reh holt den Titel der U23, ihre Nationalmannschafts-Kollegin Konstanze Klosterhalfen wird Zweite. Für beide dürfte das zusätzliche Motivation auf dem Weg zur Heim-EM 2018 in Berlin sein.mehr...

Leichtathletik

Gabius über Anti-Doping-Kampf: „NADA unterfinanziert“

Berlin. Marathonläufer Arne Gabius hat den Anti-Doping-Kampf in Deutschland kritisiert. „Die NADA ist chronisch unterfinanziert“, sagte der 36-Jährige der Zeitung „Die Welt“.mehr...

Leichtathletik

Lobinger geht es besser: „Das Leben darf weitergehen“

München. Der frühere Leichtathletik-Star Tim Lobinger hat sich während seiner Leukämie-Erkrankung aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Jetzt äußert er sich vorsichtig-optimistisch.mehr...

Leichtathletik

Norweger Moen gewinnt Fukuoka-Marathon mit Europarekord

Fukuoka. Das Marathon-Jahr 2017 ist mit einem Paukenschlag in Fernost zu Ende gegangen. Der Norweger Sondre Moen gewann den Klassiker im japanischen Fukuoka und verbesserte dabei den Europarekord gleich um 22 Sekunden.mehr...

Leichtathletik

IAAF-Council: Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

Monte Carlo. Die IAAF hat im Doping-Skandal entschieden, die Sperre des russischen Leichtathletik-Verbandes nicht aufzuheben. Zuvor hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur die Suspendierung der nationalen Agentur verlängert. Was macht nun das IOC am 5. Dezember?mehr...

Leichtathletik

Barshim und Thiam sind die „Welt-Leichtathleten 2017“

Monte Carlo. Mutaz Essa Barshim und Nafissatou Thiam sind die „Welt-Leichtathleten 2017“. Der Hochspringer aus Katar gewann bei den Weltmeisterschaften in London den Titel und blieb in diesem Jahr ungeschlagen.mehr...