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Stefan Klein und die Schönheit des Universums

Berlin. Was ist das Wesen von Raum und Zeit, und warum sind wir überhaupt auf der Welt? Uralte Fragen, auf die Stefan Klein im Lichte aktueller physikalischer und astronomischer Erkenntnisse neue Antworten sucht.

Stefan Klein und die Schönheit des Universums

Der Wissenschaftsautor Stefan Klein auf der Buchmesse (2014). Foto: Arno Burgi

Außerirdische, gibt's die? - Für Stefan Klein ist das keine Frage: „Jeder von uns hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unendlich viele Doppelgänger im All“, schreibt der renommierte deutsche Wissenschaftsautor.

So wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat, dürfte es auch auf vielen anderen Planeten im Universum entstanden sein, glaubt Klein.

In seinem Buch „Das All und das Nichts - Von der Schönheit des Universums“ führt Klein seine Leser in die unendlichen Weiten des Weltalls, in die winzige Welt der Atome und Elementarteilchen und auf eine Zeitreise bis zurück zum Urknall. Dabei geht es dem studierten Physiker und Philosophen, der seit „Die Glücksformel“ (2002) zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Sachbuchautoren avancierte, um Grundfragen, die die Menschheit seit jeher bewegen: Was die Welt im Innersten zusammenhält und warum wir überhaupt existieren.

Das Wissen darüber hat sich seit der Jahrtausendwende dank neuer physikalischer und astronomischer Forschungsergebnisse dramatisch erweitert. „Doch unser Wissen bildet nur eine Insel in einem Ozean der Unkenntnis“, warnt Klein. Je mehr wir über die Wirklichkeit wüssten, umso geheimnisvoller erscheine sie uns. Immer neue Fragen tauchten auf, etwa die, ob Raum und Zeit nur Illusionen seien.

In einer bildhaften und bisweilen poetischen Sprache versucht der frühere „Spiegel“-Wissenschaftsredakteur, auch Laien mit dem Stand der Forschung vertraut zu machen. Eine Rose wird zur Zeugin der Entstehung der Welt und ein ergrautes Barthaar zum Fallbeispiel für Vergänglichkeit, also das Wesen der Zeit. Der Autor erzählt von der „spukhaften Fernwirkung“ der Photonen und von der geheimnisvollen „dunklen Materie“, die mehr als 80 Prozent der gesamten Materie des Universums ausmacht. Und er geht der ganz praktischen Frage nach, warum es so schwer ist, genaue Wettervorhersagen zu treffen.

Klein erinnert zugleich daran, dass wissenschaftliche Erkenntnis oft gegen religiösen Dogmatismus ankämpfen musste: Schon der Naturphilosoph Giordano Bruno war im 16. Jahrhundert zu der Überzeugung gelangt, dass das Weltall unendlich sei und dass darin vielfach intelligentes Leben entstanden sein müsse. Er wurde 1600 in Rom als Ketzer verbrannt, weil er es für eine „Eselei“ hielt, zu glauben, Gott habe sich in einem unendlichen Universum mit unzähligen bewohnten Planeten speziell den Menschen auf der Erde offenbart.

Zur Frage, ob im Universum „die ordnende Hand eines Regisseurs“, also ein Schöpfergott am Werke sei, schreibt Klein, es sei unmöglich Gottes An- oder Abwesenheit zu beweisen. Doch ein Naturwissenschaftler, selbst ein gläubiger, gebe sich mit einer solchen Antwort nicht zufrieden: „Forschung ist das Bemühen, die Welt aus ihren natürlichen Ursachen heraus zu verstehen. Ein Wissenschaftler, der höhere Mächte bemüht, hat die Segel gestrichen.“

Klein führt aus, welche Verkettung außerordentlicher Umstände und großer Zufälle nötig war, damit auf der Erde Leben entstehen und sich irgendwann der Mensch entwickeln konnte. Im sichtbaren Universum gebe es aber nach heutigem Wissensstand mindestens 100 Milliarden Galaxien mit einer noch viel größeren Zahl von Planeten. Und nach dem Gesetz der großen Zahlen würden selbst die unwahrscheinlichsten Ereignisse Wirklichkeit, wenn man den Zufall nur oft genug auf die Probe stelle. Deshalb sei die Menschheit nicht bloß eine „kosmischer Betriebsunfall“. „Intelligentes Leben, ist nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich“, sagt Klein mit Blick ins All.

- Stefan Klein: Das All und das Nichts - Von der Schönheit des Universums. S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main, 240 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-10-397261-0.

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