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Tedesco als Ruhepol: Schalker Euphorie vor Derby beim BVB

Gelsenkirchen. Nach dem Sprung auf Platz zwei ist die Euphorie auf Schalke groß. Trainer Tedesco gibt sich trotz der glänzenden Ausgangslage vor dem Revierderby in Dortmund gelassen. Aufsichtsratschef Tönnies schwärmt vom Coach und will „langfristig wieder vor Dortmund stehen“.

Tedesco als Ruhepol: Schalker Euphorie vor Derby beim BVB

Obenauf: Die Schalker Spieler feiern nach dem Sieg gegen den HSV den Sprung auf Platz zwei. Foto: Ina Fassbender

Domenico Tedesco lässt sich nach dem Sprung auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle durch das 2:0 gegen den Hamburger SV von der allgemeinen Euphorie nicht anstecken.

Die glänzenden Aussichten vor dem brisanten Revierderby beim kriselnden Nachbarn Borussia Dortmund können den Fußball-Lehrer des FC Schalke 04 nicht dazu verleiten, in den Jubelchor der skandieren Fans („Die Nummer eins im Pott sind wir“) einzustimmen. Von einer Kampfansage an den BVB will der erstaunlich abgeklärte 32-Jährige nichts wissen: „Das brauchen wir nicht. Wir bereiten uns auf jedes Spiel maximal gut vor. Das werden wir auch gegen den BVB machen. Ab jetzt gilt unser Fokus dem Derby.“

Sechs Spiele ungeschlagen, in der Tabelle so gut wie seit exakt fünf Jahren nicht und auf Champions-League-Kurs: Dass Schalke nun mit drei Punkten Vorsprung auf den BVB ins Derby am Samstag geht, hat für Max Meyer jedoch wenig Aussagekraft. „Das ist eine Momentaufnahme, die wir nicht überbewerten“, sagte der Mittelfeldspieler. „Wir können mit breiter Brust in das Spiel gehen. Aber im Derby gibt es keinen Favoriten. Das ist ein 50:50-Spiel. Auch wenn die Dortmunder gerade eine Phase haben, in der es nicht so gut läuft, haben sie eine überragende Offensive“, warnte Meyer.

Immer deutlicher wird, dass Christian Heidel mit seiner Trainerwahl nach dem Flop mit Markus Weinzierl goldrichtig lag. Aufsichtratschef Clemens Tönnies träumt bereits davon, mit Tedesco „langfristig wieder vor Dortmund zu stehen“, wie er im „Kicker“-Interview verriet: „Das muss aber noch nicht diese Saison sein. Es ist vielmehr unser langfristiges Ziel, wieder oben in der Liga mitzuspielen.“

Tedesco schaffte es in den ersten Monaten, aus einer verunsicherten Mannschaft ein ausbalanciertes Team zu formen. Schalke spielt nicht spektakulär, aber stets diszipliniert, mit einem klaren Plan und effektiv. Auch gegen den Tabellen-15. aus dem Norden genügten wenige Chancen, um durch die Tore von Franco Di Santo (17./Foulelfmeter) und Guido Burgstaller (78.) seriös den Sieg einzufahren. „Der Unterschied war, dass Schalke zwei Tore gemacht hat, und wir unsere Chancen nicht genutzt haben“, sagte der enttäuschte HSV-Coach Markus Gisdol.

Tedesco sprach nach dem fünften Zu-Null-Erfolg der Saison von „aufgabenorientiertem Denken“. Die Tabelle sei „nicht wichtig nach zwölf Spieltagen, erst nach 34. Es ist brutal eng da oben“, meinte der Coach, dessen Team nach Spitzenreiter Bayern München (8) die wenigsten Gegentore kassierte (10). „Das ist sehr außergewöhnlich“, befand Heidel. „Wir schießen vorne nicht fünf oder sechs Tore, das wissen wir. Aber es ist sehr schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen. Das zeigt eine gewisse Qualität.“

Anders als beispielsweise BVB-Coach Peter Bosz hält Tedesco nicht auf Gedeih und Verderb an einem starren System fest. Der Deutsch-Italiener richtet es nach der Qualität seiner Akteure aus und schneidert es maßgerecht auf den Kontrahenten zu. „Man muss sich seinen Spielern anpassen. Und der Gegner spielt ja auch mit“, erklärte der Taktikfuchs und Ruhepol.

So wird er es auch vor dem Derby machen. Natürlich weiß auch Tedesco um die enorme Bedeutung der Partie für die Fans und den Verein. Daher bremst er auch nicht die Euphorie im Umfeld. „Das ist genau das, was Schalke ausmacht und uns pusht.“ Tedesco selbst lässt sich auch vor dem Duell beim BVB sicher nicht von Emotionen leiten, wenngleich er seine Vorfreude nicht verhehlt: „Klar, es ist mein erstes Derby. Und ich habe schon gehört, was da abgehen soll.“

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