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Tel-Aviv-Krimi: Masada

Berlin. In der Felsenfestung Masada ist ein Archäologe ums Leben gekommen. Er hat einen berühmten Vater, eine eifersüchtige Freundin und einen Bruder, der ihn hasst. Mord also? Die deutsch-jüdische Kommissarin Sara Stein und ihr Kollege nehmen die Ermittlungen auf.

Tel-Aviv-Krimi: Masada

Katharina Lorenz als Kommissarin Sara Stein und Samuel Finzi als Jakoov Blok ermitteln in Israel. Foto: Itiel Zion

Aaron Salzman ist tot. Der junge Archäologe starb bei einer Explosion in Masada, der Festung nicht weit vom Toten Meer entfernt, die in der jüdischen Geschichte zum Mythos wurde. War es Mord?

Verdächtige gibt es genug: seinen Bruder zum Beispiel, der ihn verachtet oder seine Freundin, die nicht damit klarkommt, dass es noch andere Frauen in seinem Leben gibt. Ganz zu schweigen von seinem Assistenten, der es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt. Und als wäre das alles nicht kompliziert genug, werden Kommissarin Sara Stein (Katharina Lorenz, 38) und ihr Kollege Jakoov Blok (Samuel Finzi, 51) im neuen „Tel-Aviv-Krimi“ bei allen Ermittlungsschritten auch noch von ihrem übellaunigen Vorgesetzten Shimon Ben Godin (Gill Frank) ständig bevormundet.

Denn der neue Fall „Masada“ (Buch und Regie: Matthias Tiefenbacher), ihr inzwischen dritter nach dem Start der Reihe im März 2016, ist besonders heikel: Der Vater des Toten ist Avram Salzman (Michael Degen) und gilt in Israel als Legende, als „König der Archäologie“ und als Masada-Entdecker. Er ist bei der Explosion verletzt worden und hat sein Gedächtnis verloren.

Die deutsch-jüdische Kommissarin Sara Stein, die im ersten „Tel-Aviv-Krimi“, den das Erste im März 2016 gezeigt hat, der Liebe wegen aus Berlin nach Israel umgezogen ist, kommt Salzmann trotzdem bald viel näher. Sie erinnert den Archäologen an eine Frau, mit der er vor vielen Jahren zu tun hatte. Sara kennt sie ebenfalls, hat sie aber immer für jemand anderen gehalten, als sie ist.

Und das ist nicht die einzige Lebenslüge in „Masada“: Avram Salzman muss erkennen, dass sein Sohn als Wissenschaftler gegen ihn gearbeitet hat und den „Masada-Hype“ zerstören wollte, der das Lebenswerk des Vaters war. Und noch schlimmer: Er hat auch archäologische Funde verscherbelt, mit Unterstützung seines Assistentin Philippe (Iftach Ophir), der nun auf der Flucht vor der Polizei ist. Dass er heimlich Michal (Hila Galoskinus) liebt, die Frau, die von Aaron Salzman ein Kind erwartet, macht seine Situation nicht einfacher.

Sara Stein und Jakoov Blok klären alle Rätsel auf. Und das ohne in die vielen Fettnäpfchen zu stolpern, die bei so einem Thema riskant werden können. Immerhin geht es bei „Masada“ nicht einfach nur um die Wüstenfestung, sondern um einen nationalen Mythos, der für jüdisches Selbstverständnis auch heute noch bedeutend ist: Dort hielten hunderte Juden der Belagerung durch die Römer stand - und töteten sich selbst, als die Lage schließlich aussichtslos erschien, um nicht in die Hände der Eroberer zu fallen.

Nichts, was ein deutscher Krimi allzu lässig behandeln sollte. Und das passiert in „Masada“ auch nicht. Manche historischen Bezüge wirken allerdings überzogen, etwa, dass Avram Salzman nicht nur ein Shoa-Überlebender ist, sondern seine Familie im Warschauer Ghetto durch die Explosion einer Granate verloren hat. Und nun hat er bei einer Explosion in Masada sein Gedächtnis verloren - zwischen beidem eine Verbindung herzustellen, überzeugt nicht wirklich. Die Filmmusik (Biber Gullatz und Andreas Schäfer) ist außerdem oft hart an der Schmerzgrenze zu übetriebenem Pathos. Von solchen Kleinigkeiten abgesehen, darf man auf den vierten Fall aber gespannt sein, der bereits am 30. November zu sehen ist.

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