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Trotz Verletzungssorgen: DHB-Frauen halten an WM-Ziel fest

Leipzig. Das WM-Aus von Kim Naidzinavicius trifft die deutschen Handballerinnen hart. Von ihrem Weg will sich die DHB-Auswahl dadurch aber nicht abbringen lassen. Die Mannschaft rückt vor dem Südkorea-Spiel noch enger zusammen.

Trotz Verletzungssorgen: DHB-Frauen halten an WM-Ziel fest

Die deutsche Handballerin Kim Naidzinavicius hat sich im ersten Wm-Spiel schwer verletzt. Foto: Hendrik Schmidt

Am Tag nach ihrem WM-Aus humpelte Pechvogel Kim Naidzinavicius an Krücken mit traurigem Gesicht durch die Lobby des Leipziger Mannschaftshotels.

Und auch bei den Teamkolleginnen hinterließ das Verletzungspech der Rückraumspielerin vom deutschen Handball-Meister SG BBM Bietigheim, die beim 28:15-Auftaktsieg gegen Kamerun einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten hatte, tiefe Spuren. „Es ist kein Auge trocken geblieben“, berichtete Emily Bölk.

Nur langsam löste sich am Tag nach dem Spiel die Schockstarre im DHB-Team. „Die Stimmungslage ist nicht herausragend“, sagte Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld. „Die Verletzung hat die Mannschaft sehr getroffen, weil Kim eine Schlüsselspielerin ist.“

Naidzinavicius selbst wollte sich öffentlich nicht äußern, ließ aber über den Verband ausrichten: „Ich bin tieftraurig, dass die WM für mich so schnell beendet ist. Jetzt wünsche ich dem gesamten Team alle Kraft, um weiter erfolgreich durch das Turnier gehen zu können.“

Während Naidzinavicius in der kommenden Woche operiert wird und danach mindestens ein halbes Jahr ausfallen wird, geht die WM-Reise für die DHB-Auswahl am Sonntag (20.30 Uhr) gegen Südkorea weiter. „Es tut uns unheimlich Leid für Kim. Das ist natürlich ein herber Rückschlag. Aber jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren“, sagte Torfrau Clara Woltering. „Der Fokus liegt jetzt wieder auf dem Turnier.“

Bundestrainer Michael Biegler ist zuversichtlich, dass seine Ladies schnell aus dem Stimmungstief herauskommen. „Die Mannschaft macht das überragend“, lobte er. „Wir werden bis zum Südkorea-Spiel wieder den richtigen Drive bekommen.“

Erst zwölf Stunden vor dem Spiel will Biegler über eine Nachnominierung entscheiden. „Ich habe zwei Optionen im Kopf“, sagte der Coach. „Es bleibt zu klären, ob man jetzt einen Austausch machen kann oder erst den Kader vervollständigen muss.“

Der 56-Jährige hatte zunächst nur 15 Spielerinnen für das Turnier nominiert und den letzten Platz im 16-köpfigen Kader für Top-Talent Bölk frei gehalten. Die linke Rückraumspielerin vom DHB-Pokalsieger Buxtehuder SV hatte den WM-Auftakt wegen einer Fußverletzung verpasst.

„Es sind eine Kapsel und ein Band kaputt, aber ich mache super Fortschritte“, berichtete Bölk. „Ich bin guter Dinge, dass es schon am Sonntag mit einem Einsatz klappt, und wenn nicht, spätestens am Dienstag“, sagte die 19-Jährige.

Nach dem Ausfall von Naidzinavicius wird Bölk sehnsüchtig zurückerwartet, dennoch will Biegler nichts überstürzen. „Sie wird alle Zeit der Welt bekommen. Sie ist eine ganz junge Spielerin, die wir schützen. Denn wir haben eine Verantwortung für ihren weiteren Karriereweg“, sagte der Bundestrainer.

Ungeachtet der gravierenden Personalprobleme rückt die Mannschaft nicht vom WM-Ziel Halbfinale ab. „Ich diskutiere nicht über Ausfälle, auch wenn die Häufigkeit kein gutes Zeichen ist“, sagte Biegler. „Wir lassen uns dadurch aber nicht entmutigen und halten daran fest, wofür wir 20 Monate lang gearbeitet haben.“

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