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U30 gegen Ü50: Wenn es Streit in altersgemischten Teams gibt

Idstein. Wer schnell studiert, kann heute schon mit Anfang 20 ins Berufsleben starten. Und wer will oder muss, arbeitet mit Mitte 60 noch. Treffen sehr verschiedene Generationen im Job aufeinander, kann es Streit geben - unter Umständen ist das aber sogar gut für die Arbeit.

U30 gegen Ü50: Wenn es Streit in altersgemischten Teams gibt

Streit muss nicht sein: Ältere und jüngere Kolleginnen können gut zusammenarbeiten - und sogar erfolgreicher sein als homogene Teams. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Der eine weiß alles besser, obwohl er gerade erst vor der Uni kommt - und der andere lässt sich von so jungen Schnöseln gar nichts sagen. In Teams mit sehr jungen und deutlich älteren Mitgliedern ist Streit am Arbeitsplatz oft programmiert.

Das muss aber gar nicht schlecht sein, sagt Professor Ingo Aberle: „Durch Reibung in Konflikten entsteht ja oft erst Kreativität“, sagt der Wirtschaftspsychologe an der Hochschule Fresenius. „Insofern können altersgemischte Teams sehr homogenen Teams sogar überlegen sein.“

Wilde Altersmischungen gibt es in Unternehmen immer häufiger. Denn die Gesellschaft wird im Schnitt älter, und immer mehr Arbeitnehmer arbeiten immer länger - teils sogar über das Renteneintrittsalter hinaus. Zudem steigen Uni-Absolventen aufgrund der Bologna-Reformen tendenziell früher in den Job ein als noch vor ein paar Jahren. „Da trifft dann der Bachelor-Absolvent mit Mitte 20 schonmal auf den 65-Jährigen“, sagt Aberle.

Was dann passiert, ist vor allem Einstellungssache. Experten wie Aberle unterscheiden zwischen zwei Sorten von Konflikten.

Da sind einerseits die emotionalen Konflikte, die entstehen, wenn die Team-Mitglieder gar keine Lust auf die Zusammenarbeit haben - oft wegen Vorurteilen gegenüber der anderen Altersgruppe. „Solche Teams beschäftigen sich dann sehr viel mit dem Konflikt beziehungsweise mit sich selbst - und arbeiten deswegen nicht sehr effektiv“, so Aberle.

Auf der anderen Seite gibt es die kognitiven Konflikte: Dabei haben zwar alle Lust auf gemeinsames Arbeiten, streiten aber über die beste Vorgehensweise. Bei Routineaufgaben ist das eher überflüssig, sagt Aberle. „Aber bei komplexeren Aufgaben, für die man erst eine Strategie entwickeln muss, können Diskussionen sogar gut sein, weil man dadurch Probleme eher entdeckt und neue Ideen entwickelt.“

Führungskräfte sollten bei altersgemischten Teams also darauf achten, dass sie die richtigen Aufgaben haben. Und sie müssen eine Unternehmenskultur schaffen, in denen Vorurteile gegenüber Älteren und Jüngeren keine Chance haben.

„Der einzelne Arbeitnehmer kann aber auch etwas dazu beitragen“, sagt Aberle. So rät er Jüngeren zum Beispiel, ihr Altersbild auf den Prüfstand zu stellen. „Viele denken ja etwa, dass ältere Arbeitnehmer nicht mehr so viel leisten können - die Befunde aus Studien und Untersuchungen decken das aber nicht.“ Umgekehrt müssen sich auch Ältere falsche Vorstellungen bewusst machen, die sie von jüngeren Kollegen haben. „Auch gegenüber Bachelor-Absolventen zum Beispiel gibt es ja Vorurteile.“

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