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UN-Generalsekretär: „Das Pariser Abkommen ist in Gefahr“

Bonn. Aus New York, Berlin und Paris werden am Mittwoch hochrangige Politiker zur Weltklimakonferenz in Bonn erwartet. Teilnehmer erhoffen sich von UN-Generalsekretär Guterres, Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron neuen Schwung im Verhandlungsprozess.

UN-Generalsekretär: „Das Pariser Abkommen ist in Gefahr“

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, im Juni im UN-Hauptquartier in New York. Foto: Bebeto Matthews

Einen Tag vor der Ministerrunde auf der Klimakonferenz in Bonn hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Staaten zu verstärkten Anstrengungen für den Klimaschutz aufgerufen.

„Die CO2-Emissionen steigen wieder an, und das Pariser Abkommen ist in Gefahr“, mahnte Guterres am Dienstag auf Twitter. „Wir müssen mehr tun!“ Er rufe alle Regierungen „zu größerem Ehrgeiz beim Kampf gegen den Klimawandel auf“. Im übrigen sei er jetzt selbst auf dem Weg nach Bonn. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron wollten am Mittwoch reden, was bei den Teilnehmern mit Spannung erwartet wurde.

Der Sprecher des UN-Klimasekretariats, Nick Nuttall, sagte mit Blick auf die Rede Merkels, Deutschland habe sehr viel für die Erneuerbaren Energien getan, der Rückbau der Kohle sei aber unklar. „Viele Teilnehmer hier fragen sich, hat Deutschland einen Plan für die Kohle und wird es einen Plan geben, damit Deutschland seine Klimaziele noch erreichen kann?“

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth blickt zufrieden auf die Verhandlungen. „Wir haben zu den wichtigen Themen jetzt Texte vorliegen, mit denen man im nächsten Jahr arbeiten kann“, sagte er. 2018 soll im polnischen Kattowitz das Regelwerk für das Klimaabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 abgeschlossen werden. Allerdings müssten einige Texte noch arg eingedampft werden, wie das 180-Seiten-Papier allein zur Treibhausgasminderung.

Auf die Minister warte laut Flasbarth etwa noch der Streitpunkt darüber, wie es weiter geht mit der Klimafinanzierung. Die Frage sei: Stehen alle Geberländer noch hinter dem Versprechen, insgesamt 100 Milliarden Dollar pro Jahr 2020 bis 2025 zu geben, wenn sich ein wichtiges Geberland zurückzieht?, sagte er mit Blick auf die USA.

Ein weiterer Streitpunkt ist laut Flasbarth der Umgang mit Verlusten und Schäden durch den Klimawandel. In den Augen von Sabine Minninger von Brot für die Welt geschieht dazu in den Verhandlungen noch viel zu wenig. „Das muss höher auf die politische Agenda gebracht werden“, sagte sie. „Auf der freiwilligen Ebene hat Deutschland eine sehr gute Sache gemacht“, ergänzte Minninger mit Blick auf die Zusage des Entwicklungsministeriums, 125 Millionen Dollar (rund 110 Mio Euro) in eine aus vielen Partnern bestehende Klimarisikoversicherung zu geben. Damit kann Menschen in ärmeren Staaten nach Klimakatastrophen schnell geholfen werden.

Nach Aussagen von Christoph Bals von Germanwatch macht die EU bislang deutlich zu wenig. „Wir erhoffen uns, dass ein französisch-deutsches Tandem eine dynamisierende Rolle für den Fortschritt spielt, der in der EU in den nächsten Jahren im Klimaschutz notwendig ist.“ Das gelte unter anderem für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und für ein CO2-Preissignal, das nötig sei, wenn die Emissionen nicht weiter steigen sollen.

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