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VW Tiguan: Anwandlungen von Altersschwäche

Berlin. Der Geländewagen-Trend hält an. Wer sich für ein gebrauchtes Modell interessiert, sollte einen Blick auf seine TÜV- oder HU-Bilanz werfen. Der VW Tiguan etwa kommt dort zu einem gemischten Ergebnis.

VW Tiguan: Anwandlungen von Altersschwäche

Eine Frage des Alters: Je älter, desto mehr Probleme kann der Tiguan seinem Besitzer bei der Hauptuntersuchung bereiten. Foto: Volkswagen AG/dpa-tmn

Als meistverkauftes SUV in Deutschland ist der VW Tiguan auch ein gefragter Gebrauchtwagen. Die jüngste Spielart ist der Allspace mit optionaler dritter Sitzreihe. Die macht das Modell zwar zum Siebensitzer, wirft es aber angesichts einer Außenlänge auch aus der Kompaktklasse.

Auf dem Gebrauchtmarkt spielt es noch keine Rolle. Umso größer aber ist die Auswahl beim konventionellen Modell. Hier greifen Interessenten aber besser auch zu jüngeren Jahrgängen, denn es droht Altersschwäche.

Mit zunehmendem Alter nähmen die Gebrechen zu, schreibt der „TÜV-Report 2017“. Über alle Baujahre und Baugruppen betrachtet weist der Tiguan im Durchschnitt zwar weniger Mängel auf als der Durchschnitt aller bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) überprüften Autos. Doch es gibt sie, die Patzer.

Beispiel Radaufhängungen: Hier werden bei der zweiten HU sechs Mal häufiger Mängel festgestellt als im Durchschnitt. An Federn und Dämpfern ist die Quote noch 3,5 Mal so hoch. An Licht und Bremsen gibt es wenig zu kritisieren, bis auf die Bremsscheiben. Diese sind demnach eine Schwachstelle vieler SUVs. Und der Tiguan verliert viel seltener Öl als andere Autos.

„Mittel bis gut“ schneidet VWs kompakter Hochsitz auch in der aktuellen Pannenstatistik des ADAC ab. Grund für die leicht durchwachsene Bilanz sind unter anderem streikende Anlasser, die bei von 2008 bis 2010 gebauten Exemplaren auffielen oder eine defekte Ladedruckregelung bei Dieseln von 2008 bis 2009. Pannenhelfer mussten zudem wegen verkokter Abgasrückführungen (2008 bis 2011) oder blockierter elektrischer Feststellbremsen (2008 bis 2009) ausrücken. Sechs Rückrufe betrafen den Tiguan laut ADAC bislang. Der jüngste galt im Februar 2017 einem fehlerhaften Bordnetzsteuergerät, das Fehlfunktionen in der Anzeige des Kombiinstrumentes verursachte.

Im August 2007 ging der Tiguan als kleiner Bruder des Touareg in den Verkauf. Und er startete gut durch: Denn schon 2011 hatte er sich zum meistverkauften seiner Art an die Spitze der Beliebtheitsskala gesetzt. Im gleichen Jahr gab es das erste Facelift, bevor 2016 die um sechs Zentimeter auf 4,49 Meter gelängte Zweitauflage zu den Kunden kam. Zum Herbst 2017 folgte die 4,70 Meter lange Allspace-Variante.

Per Turbolader, in der ersten Generation teils auch per Kompressor aufgeladene TSI- und TDI-Motoren mit vier Zylindern sind das Mittel der Wahl. Bis auf Versuchsfahrzeuge haben alternative Antriebe bislang noch keinen Einzug unter die Haube gehalten. Die Benziner der ersten Auflage leisten je nach Baujahr und Ausführung zwischen 90 kW/122 PS und 155 kW/211 PS, die Diesel zwischen 81 kW/110 PS und 135 kW/184 PS. Bei der aktuellen Auflage reicht die Spanne von 92 kW/125 PS bis 162 kW/220 PS beziehungsweise 85 kW/115 PS bis 176 kW/240 PS. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise per Front- oder Allradantrieb und über sechs per Hand oder sieben per Doppelkupplungsgetriebe verwalteter Gänge.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Tiguan 2.0 TDI DPF 4Motion Automatik Track & Field vom ersten Jahrgang 2007 mit 103 kW/140 PS und Automatik umsieht, muss im Falle von durchschnittlich zu erwartenden 172 900 Kilometern an Laufleistung laut Marktbeobachter Schwacke noch 10 300 Euro für den Kauf einplanen. Soll es ein jüngerer, handgeschalteter 1.4 TSI BlueMotion Technology Sport & Style mit 90 kW/122 PS von 2014 sein, so werden demnach noch 16 200 Euro fällig (48 200 Kilometer). Ein VW Tiguan 2.0 TDI SCR 4Motion (BlueMotion Technology) DSG Comfortline mit 110 kW/150 PS, Allrad und Automatik von 2016 kostet mit 32 810 Kilometern noch 35 950 Euro.

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