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Stundenlange Schreie ignoriert

Vater tötet Säugling - Mutter erneut vor Gericht

MÖNCHENGLADBACH Der Fall ist nur etwas für starke Nerven, zu furchtbar sind die Details. Ein Vater tötet seinen Säugling, misshandelt das Baby vorher stundenlang. Die Mutter liegt nebenan im Schlafzimmer und stellt sich schlafend, ignoriert die endlosen Schreie. Jetzt muss sie sich erneut vor Gericht verantworten - und verkraftet selbst die Beschreibungen der Tat nicht.

Vater tötet Säugling - Mutter erneut vor Gericht

Das Landgericht Mönchengladbach rollt den Prozess gegen die Mutter eines ermordeten Säuglings neu auf. Foto: Roland Weihrauch Foto: Roland Weihrauch/dpa

Eine Mutter muss sich seit Montag erneut für den qualvollen Tod ihres Säuglings vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Die heute 27 Jahre alte Frau habe nebenan im Schlafzimmer die Schreie des über Stunden von ihrem damaligen Mann misshandelten Säuglings gehört, aber nichts unternommen, stellte Staatsanwalt Stefan Lingens beim Prozessauftakt am Montag fest. „Obwohl sie ihr Kind schreien hörte, blieb sie im Schlafzimmer liegen und stellte sich schlafend“, sagte er.

Das Landgericht hatte den Vater im Mai 2016 unter anderem wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die Mutter wegen Misshandlung durch Unterlassen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hob der Bundesgerichtshof das Urteil gegen die Frau auf. Im ersten Prozess hatte die Staatsanwaltschaft für sie sieben Jahre Haft wegen Totschlags durch Unterlassen gefordert.

Die Angeklagte weinte bei der detaillierten Beschreibung der Misshandlungen während der Tatnacht im Oktober 2015. Sie wollte sich zunächst nicht äußern. Ihr Anwalt Gert Meister sagte: „Ich warne, dem Instinkt zu folgen, sie hätte etwas bemerken müssen.“ Seine Mandantin bestreite das entschieden.

Musste die Mutter den Tod vorhersehen?

Die wohl entscheidende Frage in dem Verfahren ist: Hat die Frau damit rechnen müssen, dass ihr Mann ihr gemeinsames Kind töten wird? Schon in den Tagen, nachdem die Mutter mit dem Neugeborenen aus dem Krankenhaus kam, habe der Vater den Jungen immer wieder misshandelt, hatten die Richter in dem ersten Verfahren gegen die Eltern festgestellt.

Die Staatsanwaltschaft meint, die Frau habe damit rechnen müssen, dass der Vater den Jungen töten werde. Ihr damaliger Mann war unter anderem wegen Mordes und schweren sexuellen Missbrauchs zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

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