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„Verrückte Liga“: Getrübte Feierlaune beim FC Ingolstadt

Ingolstadt. Auf dem Sprung nach ganz oben strauchelt der FCI. 28 Torschüsse verpuffen gegen eiskalte Gäste aus Braunschweig. Trainer Leitl fordert noch vor Weihnachten „eine Reaktion auf den Rückschritt“.

„Verrückte Liga“: Getrübte Feierlaune beim FC Ingolstadt

Robert Leipertz, Marvin Matip und Stefan Kutschke (l-r) vom FC Ingolstadt können die Niederlage nicht fassen. Foto: Armin Weigel

Die Einstimmung auf ihre Weihnachtsfeier am Dienstagabend hatten sich die Fußballer des FC Ingolstadt ganz anders vorgestellt. Mit einem weiteren Sieg im letzten Heimspiel des Jahres sollte das Projekt direkter Wiederaufstieg in die Bundesliga endgültig richtig Schwung aufnehmen.

Aber dann wurde die fulminante Aufholjagd der Oberbayern von Eintracht Braunschweig abrupt beendet. Und das 0:2 (0:0) wirkte durchaus verstörend auf die Schanzer. „Ich denke, weder die Zuschauer noch Braunschweig noch wir wissen, wie dieses Ergebnis zustande gekommen ist“, rätselte Ex-Nationalspieler Christian Träsch. Dabei war die Antwort einfach: Die auswärts zuvor sieglosen Braunschweiger waren im Gegensatz zu den dominanten Hausherren (28 Torschüsse) gnadenlos effektiv: Suleiman Abdullahi und Hendrick Zuck verwerteten vor 8714 Zuschauern die zwei Eintracht-Chancen nach der Pause - passend zum Wetter - eiskalt.

„Uns hat heute die Gier gefehlt. Es war nicht nur Pech“, erklärte FCI-Stürmer Stefan Kutschke selbstkritisch. „Wir sind selbst schuld. Wir waren haushoch überlegen. Wir müssen die Lehre ziehen, dass wir effektiver sein müssen“, urteilte Außenverteidiger Marcel Gaus. „Wir hatten nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten. Wir haben zwei Fehler gemacht, die zu den Toren geführt haben“, klagte Kutschke.

Nach 17 Punkten aus zuvor sieben Spielen ohne Niederlage verpassten es die Oberbayern, auf Platz vier und in unmittelbare Schlagdistanz zum Führungstrio Holstein Kiel, Fortuna Düsseldorf und 1. FC Nürnberg vorzustoßen. „Wir werden uns schütteln und das abstreifen“, erklärte Trainer Stefan Leitl gleich nach der „bitteren Niederlage“ trotzig.

Der 40-Jährige hatte den Erstliga-Absteiger nach dem krachenden Saisonfehlstart mit drei Niederlagen und der Trennung von Vorgänger Maik Walpurgis auf Platz 18 übernommen und kontinuierlich nach oben herangeführt. „Wichtig ist, als Mannschaft eine Reaktion auf so einen Rückschritt zu zeigen. Es sind noch sechs Punkte zu vergeben bis zur Winterpause“, sagte Leitl mit Blick auf die „zwei extrem schwierigen Auswärtsspiele“ in Kaiserslautern und bei Union Berlin.

„Die Liga ist verrückt“, bemerkte Vereinschef Peter Jackwerth zur Ausgeglichenheit. „Jeder kann jeden schlagen“, sagte auch Kutschke. Den Tabellenvierten Union Berlin und den FC St. Pauli auf Platz 14 trennen sechs Punkte. Die glücklichen Braunschweiger sprangen von Rang 15 auf neun. „Mit zwei, drei Siegen bist du in dieser Liga im Aufstiegskampf, nach zwei, drei Niederlagen im Abstiegskampf“, sagte Ingolstadts Mittelfeldspieler Almog Cohen. „Kopf hoch“ - und weiter, empfahl Cohen nach Spieltag Nummer 16: „Die Saison ist ein Marathon!“

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