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Von Brecht bis Reese - Theater am Schiffbauerdamm wird 125

Berlin. Von Operette bis Drama. Von Max Reinhardt und Bertolt Brecht bis zu Claus Peymann und Oliver Reese. Das Theater am Schiffbauerdamm feiert seinen 125. Geburtstag - und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Von Brecht bis Reese - Theater am Schiffbauerdamm wird 125

Blick über ein Regiepult in den Zuschauerraum des Berliner Ensembles. Foto: Jörg Carstensen

Jubiläum am Berliner Theater am Schiffbauerdamm: Die heute als Berliner Ensemble bekannte Bühne feiert am Wochenende ihren 125. Geburtstag - mit einer großen Party und einem Blick zurück in die Geschichte.

Am 19. November 1892 war das Theater eröffnet worden, damals noch unter dem Namen Neues Theater. Erst mit dem Einzug von Bertolt Brecht im Jahr 1954 erhielt das Theater seinen heutigen Namen Berliner Ensemble (BE).

Zum 125. Bestehen des Hauses gibt es am Samstagabend bei freiem Eintritt eine große Feier unter anderem mit dem Musiker Friedrich Liechtenstein, wie das Theater am Dienstag ankündigte. Auf der Bühne wird am Samstag und Sonntag Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ in der Regie von Michael Thalheimer gezeigt - die Inszenierung gehörte im September zum Eröffnungsreigen unter dem neuen Intendanten Oliver Reese.

Einen Blick zurück in die Geschichte bieten historische Theaterführungen. Das BE-Urgestein Werner Riemann lässt die Besucher hinter die Kulissen schauen. Der Schauspieler arbeitet seit mehr als 60 Jahren an der Bühne und wurde noch von Bertolt Brecht und Helene Weigel engagiert.

Bei seiner Erbauung durch Architekt Heinrich Seeling sei das Theater rundherum von Wohnhäusern umgeben gewesen, so Theaterwissenschaftler Wolfgang Jansen. Wo die Theaterbesucher heute vom Großen Salon im ersten Stock auf den Platz mit dem Brecht-Denkmal blicken, war früher nur eine Häuserwand zu sehen. Um auf das Theater aufmerksam zu machen, sei der Turm gebaut worden - so hoch, dass man ihn schon von der Weidendammer Brücke sehen konnte.

Anfangs wechselten die Theaterintendanten der Privatbühne alle drei bis vier Jahre - manche hielten sich nur einige Monate, je nach Erfolg oder Misserfolg ihrer Produktionen. Von 1903 bis 1906 war Max Reinhardt der Direktor des Theaters, an dem er mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ berühmt wurde - einer aufwendigen Inszenierung, für die Felix Mendelssohn-Bartholdy die Musik komponierte. Von 1906 bis 1925 war die Bühne ein Operetten- und Unterhaltungstheater.

1928 übernahm Ernst Josef Aufricht die Leitung und eröffnete mit der Uraufführung von Brechts „Dreigroschenoper“ - der größte Theatererfolg der Weimarer Republik. In der Nazi-Zeit wurden am Theater am Schiffbauerdamm auch Propagandastücke gespielt. 1954 zogen dann Bertolt Brecht und Helene Weigel mit ihrem Berliner Ensemble ein. Brecht und Weigel - das sei auch damals schon ein „Firmen-Name“ gewesen, sagte der Leiter des Brecht-Archivs, Erdmut Wizisla. Brecht als Schreiber und Regisseur, Weigel als Schauspielerin und Organisatorin, die Brecht den Rücken frei hielt.

Zahlreiche Intendanten prägten die wechselvolle Geschichte des Berliner Ensembles nach Weigels Tod 1971 - darunter Ruth Berghaus und Manfred Wekwerth. 1995 wurde der Dramatiker Heiner Müller alleiniger künstlerischer Leiter. Im Jahr 2000 begann dann die Ära von Claus Peymann. 18 Jahre später wird Oliver Reese neuer Intendant.

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