Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Fußball: WM

Vorrunden-Langeweile ohne Italien, Chile und Holland?

Hannover Nach 979 Tagen stehen die Lostöpfe für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fest. Am 1. Dezember werden die Vorrundengruppen für die Endrunde 2018 ausgelost. Viele interessante Konstellationen dürfte es dann nicht geben. Einige Top-Nationen und WM-Dauerteilnehmer fehlen.

Vorrunden-Langeweile ohne Italien, Chile und Holland?

Die Nationalspieler Perus feierten die erfolgreiche WM-Qualifikation. Foto: dpa

VERLIERER UND ENTTÄUSCHTE

Eine WM ohne Italien? Eigentlich undenkbar. Die Squadra Azzurra verspielte aber in den Playoffs gegen Schweden tatsächlich erstmals seit 60 Jahren das WM-Ticket. Seitdem trägt die fußballverrückte Nation Trauer. Fans und Organisatoren müssen auf einen potenziellen Titelfavoriten verzichten. Das gilt auch für die Niederlande. Beim deutschen Nachbarn gehört ein Scheitern in der Qualifikation indes fast schon zur Tradition. Auch ist die Elftal aktuell lange nicht mehr so stark wie einst oder etwa Chile. Der Copa-América-Sieger fehlt ebenfalls in Russland.

Die bekanntesten weiteren Nationen, die zuschauen müssen, kommen aus Europa: Außer England fehlen alle britische Nationen und Irland, dazu Österreich, Tschechien, Griechenland, Rumänien und die Türkei. In Kamerun, Ghana, der Elfenbeinküste, den USA und Paraguay sind zudem weitere WM-Dauergäste nicht dabei. Alle finanziellen Anstrengungen haben auch China nichts genützt.

Köln Kevin Trapp ist in einer merkwürdigen Situation. Im Nationalteam wird der Torhüter geschätzt und zeigt Topleistungen. Weil er aber in Paris nicht spielt, ist sein Posten als Backup für Manuel Neuer in Gefahr. Sein größter Konkurrent um ein WM-Ticket ist kurioserweise ein Franzose. mehr...


GEWINNER UND ÜBERRASCHUNGEN

Zehn Siege in zehn Spielen: So souverän wie keine andere Nation schaffte Deutschland die Qualifikation. Überraschend stark waren auch wieder die schon bei der EM begeisternden Isländer, die sich gegen Kroatien, die Ukraine und die Türkei behaupteten. Erstmals seit 1982 ist Peru dabei. Damit könnte sich sogar ein Lebenstraum von Claudio Pizarro erfüllen.

„Ich könnte die ganze Welt küssen“, schrieb der 39 Jahre alte Stürmer vom 1. FC Köln nach der geglückten Qualifikation gegen Neuseeland auf Instagram. Möglicherweise profitiert gar der FC von Pizarros Ehrgeiz, endlich die erste WM für sein Land spielen zu können. Zuletzt trug Pizarro 2016 das Nationaltrikot. Auch ohne Superstar Zlatan Ibrahimovic behaupteten sich die Schweden, immerhin gegen die Niederlande und schließlich gegen Italien.

Mailand Schweden fährt nach 2006 erstmals wieder zu einer Fußball-WM. Nach dem Erfolg gegen Italien meldete sich auch Superstar Zlatan Ibrahimovic zu Wort. Der Spieler von Manchester United deutete eine Rückkehr ins Trikot der Nationalmannschaft an - das gefiel jedoch längst nicht jedem.mehr...


FEHLENDE STARS

Wie immer sind etliche Weltstars außen vor: Ob Chiles Arturo Vidal, Hollands Arjen Robben, Bosniens Edin Dzeko oder der Waliser Gareth Bale. Dazu fehlen in Gabuns Pierre-Emerick Aubameyang oder Österreichs David Alaba weitere Hochkaräter. Am meisten trauerte die Fußballwelt dieser Tage aber mit Gianluigi Buffon. Der 39 Jahre alte Weltmeister von 2006 weinte nach Italiens Aus bitterlich und erklärte anschließend seinen Rücktritt aus dem Nationalteam.

Kaum ein anderer fehlender Star erhielt mehr Anerkennung und Respekt für seine Leistung als der Keeper von Juventus Turin. „Es gefällt mir nicht, dich so zu sehen“, twitterte etwa Spaniens Torhüter-Legende Iker Casillas nach Buffons Tränen: „Ich will dich so sehen, wie bislang, so wie du noch immer für viele bist: Eine LEGENDE. Stolz, dich zu kennen und dir etliche Male gegenüber gestanden zu haben.“

MAILAND Der viermalige Weltmeister Italien hat erstmals seit 60 Jahren die Endrunde einer Fußball-WM verpasst. Die Squadra Azzurra fehlt 2018 in Russland, nachdem es im Playoff-Rückspiel gegen Schweden am Montag trotz drückender Überlegenheit nur zu einem 0:0 reichte. Im Hinspiel in der Qualifikation am Freitag hatte es in Stockholm ein 0:1 gegeben. 1958 fand bislang letztmals eine Weltmeisterschaft ohne Italien statt. mehr...


LOSTÖPFE UND MÖGLICHE GRUPPEN

Aus deutscher Sicht ist klar: Eine sogenannte Hammer-Gruppe ist für den Titelverteidiger nicht möglich. Spanien, England, Kolumbien oder Uruguay könnten aber zugelost werden. Da zwei Teams jeweils weiterkommen, wäre ein frühes Scheitern aber unwahrscheinlich. Eine mögliche Konstellation wäre etwa Spanien, Senegal und Japan. Eine leichtere Gruppe mit Peru, Iran und Panama ist auch möglich.

Auch weil einige Top-Nationen fehlen, dürfte es wenige interessante Gruppen geben. Die attraktivsten Konstellationen könnten heißen: Brasilien, Spanien, Dänemark und Nigeria oder etwa Argentinien, Mexiko, Schweden und Serbien. Auch Frankreich, England, Costa Rica und Japan wäre denkbar. In der WM-Vorrunde können nur maximal zwei Teams aus Europa in einer Gruppe aufeinandertreffen. Aus den anderen Konföderationen können die jeweiligen Teams nicht in eine Gruppe gelost werden.

Von dpa

Die Töpfe
TOPF 1: Russland (Gastgeber), Deutschland (Weltranglistenplatz 1), Brasilien (2), Portugal (3), Argentinien (4), Belgien (5), Polen (6), Frankreich (7)

TOPF 2: Spanien (8), Peru (10), Schweiz (11), England (12), Kolumbien (13), Mexiko (16), Uruguay (17), Kroatien (18)

TOPF 3: Dänemark (19), Island (21), Costa Rica (22), Schweden (25), Tunesien (28), Ägypten (30), Senegal (32), Iran (34)

TOPF 4: Serbien (38), Nigeria (41), Australien (43), Japan (44), Marokko (48), Panama (49), Südkorea (62), Saudi-Arabien (63)

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Fragen und Antworten

Alles Wissenswerte zur Darts-WM in London

London. Mit einem Auftritt von Titelverteidiger Michael van Gerwen startet am Donnerstag (20.00 Uhr) die Darts-WM 2018 in London. Wer sind die Favoriten, welche Deutschen sind mit von der Partie, wo ist das Pfeile-Spektakel zu sehen, und in welcher Halle wird gespielt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen vor dem Beginn des Events.mehr...

Nach Trainer-Kritik

Schalkes Heidel: Mehmet, ran, such dir einen Verein!

München. Mehmet Scholl eckt mal wieder an. Auf die provokanten Aussagen über die Talente-Ausbildung und die jungen Trainer-Generationen reagierten die namentlich genannten Domenico Tedesco und Hannes Wolf souverän. Doch ihren Chefs gefallen die provokantenAussagen überhaupt nicht. Der DFB-Chefausbilder sieht einen „Hilferuf“. Einen Ratschlag gibt es für den früheren Bayern-Coach auch.mehr...

Fußball: 2. Bundesliga

Frings' frostiger Abschied beim SV Darmstadt 98

Darmstadt. Als Profi war Torsten Frings mit 79 Länderspielen eine echte Größe. Als Trainer ist der frühere Spieler von Werder Bremen, Borussia Dortmund und Bayern München jetzt erst einmal arbeitslos.mehr...

Fußball: Regionalliga

Blamage vor DFB-Bundestag: Reform vorerst gescheitert

Frankfurt/Main. Waldhof Mannheim. Kickers Offenbach. Bayern München II. Das sind nur die drei namhaftesten Vereine, die in den vergangenen Jahren in den umstrittenen Aufstiegsspielen der Fußball-Regionalligen gescheitert sind. Eigentlich sollte diese Regelung am Freitag beim Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes endlich geändert werden. Doch daraus wird nun erst einmal nichts.mehr...

Doping

Russland-Trainer Ricco Groß: Wir leben mit der Situation

Hochfilzen. Nach dem IOC-Entscheid, dass russische Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2018 auf Hymne und Fahne ihrer Nation verzichten müssen, steht auch Russlands deutscher Biathleten-Trainer Ricco Groß im Blickpunkt. Beim Weltcup in Hochfilzen hat der viermalige Olympiasieger erstmals Stellung bezogen. „Im Grunde genommen, dürfen sie starten, und das ist viel wichtiger. Jetzt leben wir mit der Situation“, sagte Groß im Interview. „Mir geht es in erster Linie um die Sportler, da werde ich alles tun, um zu helfen.“mehr...

Fußball: 2. Bundesliga

Union Berlin trennt sich von Keller - „Bin geschockt“

Berlin. Überraschung an der „Alten Försterei“: Der 1. FC Union Berlin sieht das Ziel Aufstieg gefährdet und beurlaubt Trainer Jens Keller sofort. Der 47-Jährige reagierte geschockt und äußerte sich sogar zu erst jüngst geführten Vertragsgesprächen. Für Keller übernimmt der langjährige Unioner André Hofschneider.mehr...