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Wann sich eine Sterbegeldversicherung lohnt

Hamburg. Für die Beerdigung wollen viele Senioren vorsorgen. Zum Beispiel, um dem Ehepartner oder den Kindern diese Kosten zu ersparen. Eine Sterbegeldversicherung scheint dafür die ideale Lösung. Es gibt aber auch andere Wege.

Die trauernde Familie soll nicht auch noch eine teure Beerdigung bezahlen müssen, so der Gedanke vieler älterer Menschen. Schon eine einfache Bestattung kostet in der Regel mehrere tausend Euro. Hier setzt die Sterbegeldversicherung an.

Dabei zahlt der Versicherte monatliche Beiträge, und die Familie erhält im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme. Diese liegt laut der Verbraucherzentrale Hamburg meist zwischen 6000 und 8000 Euro.

„Einige hinterlegen bereits die Sterbegeldversicherung bei einem Bestattungsunternehmen“, weiß Kerstin Becker-Eiselen, als Abteilungsleiterin der Verbraucherzentrale zuständig für Versicherungen. „Der Hinterbliebene muss sich dann nur dort melden, und alles Weitere ist geregelt.“ Ähnlich funktioniert ein Bestattungsvorsorgevertrag direkt beim Wunschbestatter.

Der monatliche Beitrag ist individuell und richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Da ist zum einen die Höhe der gewünschten Auszahlungssumme und die Einzahlungsdauer, zum Beispiel 20 Jahre. Entscheidend ist auch das Einstiegsalter. Je älter man ist, desto mehr zahlt man.

„Ein Teil ist der Sparvertrag und ein Teil der Risikobeitrag. Sinn ist ja, dass zu jedem Todeszeitpunkt die volle Summe ausgezahlt wird“, argumentiert Holger Rohde, wissenschaftlicher Leiter für Versicherungen und Recht bei der Stiftung Warentest.

Wer bei Vertragsabschluss jünger und bei guter Gesundheit ist, zahlt zwar geringere Beiträge. Allerdings haben vor allem Senioren das Thema Sterbegeldversicherung im Blick. „Es ist ein Spiel mit der Angst“, kritisiert Becker-Eiselen. „Viele Vereine und Verbände haben Kooperationen mit Versicherungsunternehmen und bieten diese Versicherungen Älteren an, deren Daten sie besitzen.“

Rohde rät nicht generell von einer Sterbegeldversicherung ab, empfiehlt aber Alternativen, zum Beispiel selbst Geld anzusparen. Jüngeren Leuten raten beide Experten zu einer Risikolebensversicherung. „Wer noch eine Risikolebensversicherung bekommt, weil er gesund und fit ist, sollte diese abschließen“, sagt Becker-Eiselen.

Nun setzen sich aber vor allem ältere Menschen mit dem Thema Beerdigung auseinander. Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas in Königswinter, findet deshalb eine Sterbegeldversicherung durchaus sinnvoll „für jemand, der wissen will, dass mit den Finanzen für die Bestattung alles geregelt ist und der nicht auf einen Schlag eine größere Summe auf die Seite legen kann“.

Ältere Menschen bekämen kaum noch eine Risikolebensversicherung, gibt Helbach zu bedenken. Auch jungen Leuten müsse klar sein, dass diese eine begrenzte Laufzeit hat. „Das ist der Vorteil der Sterbegeldversicherung: Das Kapital wird in jedem Fall ausgezahlt.“ Als Geldanlage sei diese Versicherung zwar ungeeignet, erklärt auch Helbach. Aber der Sicherheitsaspekt sei nicht zu unterschätzen.

Helbach gibt außerdem zu bedenken, dass eine Sterbegeldversicherung anders als womöglich ein Sparbuch nicht aufgelöst werden müsse, wenn man im Alter Pflegekosten vom Sozialamt erstattet bekommt.

Die Sorge, dass es ans Angesparte geht, hält wiederum Becker-Eiselen für übertrieben. Viele Senioren wüssten nicht, dass es da gewisse Sperren gibt. „Eine Sterbegeldversicherung ist natürlich der leichtere Weg, aber der ist teuer erkauft.“

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