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Weihnachten mit Sia, Frank, Gwen, Bruno und Tarja

Berlin. Wer nicht immer zu den Klassikern Bing Crosby, Dean Martin oder Frank Sinatra greifen will, für den gibt es Alternativen. Von schräg bis besinnlich - alles dabei.

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Boygroups sind noch immer hip: Why Don't We. Foto: WMG/Atlantic Rec.

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Tom Chaplin rührt ans Herz. Foto: Universal Music

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Das Weihnachtsfest von Dude York ist etwas lauter. Foto: Hardly Art

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Reise in die Vergangenheit. Foto: RWA

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Santa Claus spielt auch Geige. Foto: RWA

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Frank Farian wünscht ein Frohes Fest. Foto: Sony Music

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Tore Brunborg feiert mit Kjetil Bjerkestrand „Nordic Christmas“. Foto: CF Wesenberg

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Das Panzerballett feiert schräge Weihnachten. Foto: Gentle Art Of Music

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Weihnachten ohne Elvis ist kaum vorstellbar. Foto: Elvis Presley Enterprises

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Adoro mixen Pop mit Klassik - und haben Helene Fischer eingeladen. Foto: Olaf Heine

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Von Schnee keine Spur - und dennoch: Bei Vincent Gross schneit es. Foto: Sony Music

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Gefühlvolle Weihnachten mit Bruno Major. Foto: KOBALT Music

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Seal huldigt dem Rat Pack. Foto: Jan Welters

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Zwischen Licht und Finsternis: Tarja. Foto:  earMUSIC/Tim Tronkoe

Jedes Jahr ist Weihnachten. Und zu einer lieb gewonnenen Tradition ist inzwischen auch das Weihnachtskonzert der TV-Reihe „SING MEINEN SONG“ geworden. Volume 4 ist jetzt erschienen und konnte sich auf Anhieb Platz eins der Album-Charts sichern.

Für festliche Stimmung sorgen diesmal unter anderem Lena, Mark Forster, Moses Pelham, Michael Patrick Kelly und Gentleman. Mal beschwingt („Jingle Bells“), mal sinnlich („All I Want For Christmas Is You“) und mal besinnlich („Oh Holy Night“). Da freut sich das Christkind.

Für die Sängerin SIA ist jeder Tag wie Weihnachten. Vor allem wenn sie in den Armen ihres Liebsten ruht, wie sie im Titelsong ihres Albums „Everyday Is Christmas“ verät. Auf die üblichen Klassiker für ihr lupenreines Pop-Album hat Sia verzichtet, die alle zehn Songs neu komponiert hat.

Und mit drei Videos hat sie auch einen niedlichen Weihnachts-Countdown gestartet. Den Anfang machte eine knuffige Knet-Animation zu dem Vintage-Pop-Song „Candy Cane Lane“. Und nach „Ho Ho Ho“ steht noch das Video zu „Underneath The Mistletoe“ (VÖ: 14.12.) aus. Die fortlaufende Story und die Songs sind so bunt wie die rot-grünen Haare von Sia auf dem Album-Cover.

Den Pop-Thron muss sich die schrille Australierin aber in diesem Jahr mit GWEN STEFANI teilen. Die US-Sängerin bringt mit „You Make It Feel Like Christmas“ jede Weihnachts-Danceparty mit mitunter entfesselten Bläser-Sections und schwelgenden Geigen in Schwung.

Dabei setzt Stefani auf Standards wie „Jingle Bells“ und Let It Snow“ - „Silent Night“ ist mehr zum Kuscheln. Und mit der Schmuse-Ballade „Under The Christmas Lights“ hat Gwen Stefani auch was Eigenes beigesteuert. Wobei - genau wie bei Sia - die 12 Songs leicht mit 50er und 60er Jahren-Anleihen eingefärbt sind.

Für alle Teenies gibt es die US-Boygroup WHY DON'T WE, die mit ihrer schmachtenden „A Why Don't We Christmas EP“ das Fest wohl in Richtung Kreischnähe rücken. Versprechen sie doch: „Kiss You This Christmas“ In den USA sind die fünf Jungs bereits Superstars, hier werden sie es wohl auch bald sein.

Mit seiner Band Keane hat TOM CHAPLIN der Welt samtweiche Balladen und erhabene Hymnen geschenkt. Jetzt hat der Sänger sein zweites Soloalbum veröffentlicht. „Twelve Tales of Christmas“ heißt sein besinnlich-schwelgerischer Festbeitrag - mit Zug ins Erhabene.

„Weihnachten ist für mich die schönste Zeit im Jahr“, meint der Sänger. „Natürlich hat die Zeit, die seit meiner Kindheit vergangen ist, schon dafür gesorgt, dass dieser Zauber ein wenig nachgelassen hat, aber ich fühle noch immer etwas von dieser Magie, wenn ich mit meiner Familie zusammenkomme.“

Mit acht Eigenkompositionen und vier Coverversionen - unter anderem von Joni Mitchell („River“) und den Pretenders („2000 Miles“) - versetzt Tom Chaplin in - eine manchmal auch etwas schwermütige - Festtagsstimmung. „Another Lonely Christmas“ heißt einer der Songs.

Zwei Rückblicke in die amerikanische Vergangenheit: Auf dem Label RWA (Richard Weize Archives) erscheinen die COMPILATIONS „Boogie Woogie Santa Claus“ mit weihnachtlichen R&B-Songs sowie „A Rootin’ Tootin’ Santa“ mit Country-Singles. In beiden Fällen stammen die meisten Songs vornehmlich aus den 1950er Jahren und können mit Namen wie Chuck Berry, Titus Turner, The Drifters oder Bill Monroe, Bill Haley und Ernest Tubb trumpfen. Beide CDs bestechen nicht zuletzt durch ihre „Hingucker“-Cover und mit vielen alten Künstlerfotos und discografischen Angaben bestückte Booklets.

BONEY M. hatte man eigentlich nicht mehr recht auf dem Zettel. Über 30 Jahre liegt die letzte Veröffentlichung der Disco-Kings zurück. Aber mit „World Music For Christmas“ stürzt sich Erfolgs-Produzent Frank Farian mit ins Weihnachtsgeschäft. Neben der Boney M.-Stimme Liz Mitchell sorgen auch das Philharmonic Orchestra, die Wynwood Gospel Singers und zahlreiche Gastmusiker für abwechslungsreiche Winterstimmung.

Dabei werden die neu produzierten Songs einer ordentlichen Metamorphose unterzogen, mischt sich Alt mit Neu: Da wird „Ave Maria“ in ein Reggae-Gewand gehüllt, gerinnt der Gospel-Klassiker „O Happy Day“ zu „Oh Christmas Day“ und der Boney M.-Hit „Brown Girl In The Ring“ verwandelt sich in „Now It's Christmas Time“.

Wer zu Weihnachten einen Zuckerschock vermeiden will, der ist mit DUDE YORK bestens bedient. Die Pop-Punk-Band aus Seattle rockt mit „Halftime For The Holidays“ das Fest der Liebe - und das ist zuweilen etwas schmerzvoll. So handelt der catchy Opener „Break Up Holiday“ von einer Trennung während der Weihnachtszeit. Aber mit „The Greatest Gift Is You“ setzten sie gleich ein Zeichen gegen allzu viel Pein. Und mit einer punkigen Version von „Silent Night“ haben Dude York sogar ein waschechtes Weihnachtslied im Programm.

Besinnliche skandinavische Weihnachten kann man mit TORE BRUNBORG & KJETIL BJERKESTRAND und ihrem Album „Nordic Christmas“ feiern. Mit dem feinen und harmonischen Zusammenspiel von Saxofon und Orgel, aufgenommen in der Kirche von Avaldsnes, kommen die beiden norwegischen Musiker der eigentlichen Idee von Weihnachten ganz nahe. Zwischen Jazz und Klassik haben Brunborg und Bjerkestrand ihre Weihnachts-Standards („Stille Natt“) und einige eher unbekannte norwegische Christmas-Lieder („Det Lyser I Stille Grender“) angesiedelt, die zwischen leichter Melancholie, Kontemplation, Stille und großer Erhabenheit schwingen. Mit „Nordic Christmas“ ist eine innere Einkehr möglich.

Vollkommen explosiv gestaltet sich dagegen Weihnachten beim PANZERBALLETT. Die Münchner-Band hat zwar auch eine gewisse Jazz-Affinität, aber ihre Dekonstruktion von „White Christmas“ oder „Kling, Glöckchen“ spielt sich auf einem brachialen Metal-Teppich ab. Harmonie unterm Mistelzweig ist nicht das Ding von Panzerballett, die mit ihrer verqueren Mixtur auf dem Album „X-Mas Death Jazz“ die Nadeln vom Baum fegen. Und endlich mal eine Band, die in diesem Jahr den sträflich vernachlässigten Klassiker „Little Drummer Boy“ im Programm haben. Schwere Kost. Aufregende Kost.

Weihnachten ohne HELENE FISCHER ist kaum vorstellbar. Diesmal muss man allerdings zu einem Doppel-Album von ELVIS PRESLEY greifen, um in den Genuss der Schlagerkönigin zu kommen. Ganz taufrisch ist der Song allerdings nicht: „Just Pretend“ wurde extra für das bereits im letzten Jahr schon einmal erschienene Album „The Wonder Of You“ eingespielt, auf dem Songs des King of Rock'n'Roll vom Royal Philharmonic Orchestra neu vertont wurden.

Weihnachtlich wird es auch erst auf der zweiten CD: Auf „Christmas“ gibt es nun „White Christmas“ oder „Winter Wonderland“ mit reichlich Streichern und Tamtam - aber ohne Helene. Das symphonische Konzept jedenfalls kommt an. „The Wonder Of You“ hat sich weltweit 800.000 Mal verkauft. Der Name Elvis zieht noch immer - mit und ohne Orchester.

Auf HELENE FISCHER bauen auch ADORO: Die vier Opernsänger, die seit Jahren erfolgreich Pop-Hits klassisch interpretieren, haben mit der Schlager-Queen „Dein ist mein ganzes Herz“ in einer schmissig-dramatischen Version neu aufgenommen und auf ihr aktuelles Album „Irgendwo auf der Welt“ gepackt. Neben Heinz Rudolf Kunze haben Adoro auch Songs von Adel Tawil („Ist da jemand“), Philip Poisel („Ich will nur“) oder Herbert Grönemeyer („Ich hab dich lieb“) im Programm.

Zum weihnachtlichen Winteralbum aber wird das Album erst durch „Stille Nacht“, „Süßer die Glocken nicht klingen“ oder „Leise rieselt der Schnee“. „Irgendwo auf der Welt“ - das ist hier ein kleiner Stall in Bethlehem.

Mit Schnee hat es auch der Schweizer Schlager-Sänger VINCENT GROSS, der mit Entzücken ausruft: „Es schneit“. Beim „Adventsfest der 100.000 Lichter“ von Florian Silbereisen war der Newcomer auch schon zu Gast. Momentan ist Vincent auf Tour.

Eine der schönsten Balladen zu Weihnachten kommt von Singer-Songwriter BRUNO MAJOR, der ein spannendes Jahr hinter sich hat. Jeden Monat veröffentlichte der britische Newcomer einen Song, fertig war die Sammlung „A Song For Every Moon“. Mit „I Think It Must Be Christmas“ lässt er das Jahr jetzt herzerwärmend ausklingen. Ein Mann für die emotionalen Momente im Leben.

Das große „American Songbook“, ist ein ewiger Fundus, aus dem sich schon viele bedient haben. Für sein Album „Standards“ hat SEAL Klassiker wie „My Funny Valentine“, „Smile“ oder „I Put A Spell On You“ mit großem Orchester, samtweich und beschwingt neu eingespielt. „Ich wuchs mit Musik aus der Rat-Pack-Ära auf. Deshalb träumte ich mein Leben lang davon, diese zeitlosen Stücke irgendwann aufzunehmen“, sagte er laut Mitteilung seiner Plattenfirma.

Crooner ziehen zu Weihnachten immer, aber zum Christmas-Album wird „Standards“ erst durch die Deluxe-Edition, die mit den zusätzlichen Songs „Let It Snow, Let It Snow, Let It Snow“ und „Christmas Song (Chestnuts Roasting)“ direkt unter den Baum und die Mistelzweige führt.

Wenn die Lichter am Baum langsam erlöschen und die festliche Stimmung verglimmt, dann könnte man zu TARJA greifen, die spookige Weihnachten im Angebot hat. „From Spirits And Ghosts (Score For A Dark Christmas)“ heißt ihr Album aus der Metal-Schattenwelt, das stellenweise wie der Soundtrack zu einem Horrorfilm klingt.

Die Stimmung hat einen Grund: „Auf diesem Album habe ich mich mit der Kehrseite von Weihnachten beschäftigt“, sagt die finnische Gothic-Sopranistin. „Das Weihnachten der Einsamen und der Verlorenen.“ Und das schlägt sich unmittelbar in den Songs nieder: „O Tannenbaum“ wird bei Tarja zu einem symphonischen und schaurigen Höllenritt.

Doch es gibt auch Hoffnung: Den Weihnachts-Klassiker „Feliz Navidad“, der sich ebenfalls auf dem Album befindet, hat Tarja mit einigen Gastkünstlern aus der Metal-Szene noch einmal aufgenommen. Die Einnahmen der Charity-Single, die als Download und Stream erhältlich ist, kommt den Hurricaneopfern in der Karibik zugute.

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Seal huldigt dem Rat Pack. Foto: Jan Welters

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