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Weißes Haus erlaubt Veröffentlichung von US-Klimareport

Washington. Die Regierung von Donald Trump versucht alles, die menschliche Rolle beim Klimawandel herunterzuspielen. Der jüngste offizielle US-Klimaschutzbericht widerspricht dem entschieden - eine ungewöhnliche Situation.

Weißes Haus erlaubt Veröffentlichung von US-Klimareport

Trotz des krassen Kontrasts zu eigenen vertretenen Standpunkten versuchte das Weiße Haus nicht, die per Gesetz alle vier Jahre vorgeschriebene Veröffentlichung zu blockieren. Foto: Michael Reynolds

Wenige Tage vor der Bonner Klimakonferenz haben 13 US-Behörden einen düsteren Klimareport veröffentlicht, der in weiten Teilen der Position der Trump-Regierung zum Klimawandel widerspricht.

Darin wird klar ausgedrückt, dass die globale Erwärmung zum weitaus größten Teil von Menschenhand verursacht werde. Trotz des krassen Kontrasts zu eigenen vertretenen Standpunkten versuchte das Weiße Haus nicht, die per Gesetz alle vier Jahre vorgeschriebene Veröffentlichung zu blockieren. Auch bewahrheiteten sich die Befürchtungen Vieler in der wissenschaftlichen Gemeinde nicht, dass die Regierung von Präsident Donald Trump vor dem Publikmachen Änderungen an den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen im Report vornehmen könnte. Das sei nicht geschehen, zitierten Medien mehrere Experten.

In dem Bericht wird unter anderem vor einem möglichen Anstieg der Meeresspiegel um bis zu gut 2,40 Meter bis zum Jahr 2100 gewarnt. Auch listet der Report die Schäden auf, die als Folge der globalen Erwärmung um 1,0 Grad seit 1900 bereits in den USA entstanden seien. „Es ist extrem wahrscheinlich, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, die dominante Ursache der seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Erwärmung ist“, heißt es in dem 2000 Seiten umfassenden mehrteiligen Dokument. Es gebe dafür „keine alternative Erklärung“.

Trump hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten den Klimawandel wiederholt als „Erfindung“ bezeichnet. Danach sind seine Äußerungen zwar vager geworden, aber der Republikaner hat damit begonnen, unter seinem demokratischen Vorgänger Barack Obama beschlossene Klimaschutzmaßnahmen zurückzufahren.

Weltweit angeprangert wurde der von ihm verkündete Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Die USA müssen sich daher auch erneut auf Kritik bei der internationalen Klimaschutzkonferenz in der kommenden Woche in Bonn einstellen - zumal vor dem Hintergrund des neuen Reports.

Im einzelnen führen die Autoren darin an, dass die vergangenen 115 Jahre nun die wärmste Periode in der Geschichte der modernen Zivilisation sei. In den vergangenen Jahren habe es außerdem „rekordbrechende Wetter-Extreme“ gegeben, die mit dem Klima zusammenhingen.

Auf die USA bezogen wird unter anderem darauf verwiesen, dass jeder Teil des Landes bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. Der Westen erlebe extremere Hitze und Regenfälle und mehr große Wald-und Buschbrände, der Südosten größere Dürre, der mittlere Westen häufigere Überschwemmungen. Über 25 Küstenstädte seien zunehmend oft Überflutungen ausgesetzt. Es sei zu erwarten, dass sich diese Trends fortsetzten.

Gewarnt wird darüber hinaus vor Ungewissheiten - Veränderungen, die Wissenschaftler heute noch nicht vorhersehen und die möglicherweise radikale Veränderungen im Klimasystem erzeugen könnten. Es könnten neue Klimalagen entstehen, „die sich sehr von den in der jüngeren Vergangenheit unterscheiden“.

Angesichts solcher starker Formulierungen und der offenen Widersprüche gilt es als bemerkenswert, dass die Trump-Regierung anscheinend nicht einmal Versuche unternommen hat, die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Report abzumildern. „Ich kann mit ziemlicher Überzeugung sagen, dass es keine politische Beeinflussung der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gegeben hat“, zitierten die „Washington Post“ und „New York Times“ den leitenden Autoren der Studie, Wissenschaftler David Fahey von der US-Behörde für Ozeanographie. „Dieser Report sagt, was die Wissenschaftler wollen.“

Wie es hieß, habe es zu diesem Zeitpunkt in der US-Regierung wenig Appetit für einen größeren Konflikt in der Klimafrage gegeben: Man wolle sich stattdessen voll darauf konzentrieren, Trumps Pläne für eine umfassende Steuerreform im Kongress durchzubringen - ein Vorhaben, von dem sich Trump und die Republikaner großen Aufwind versprechen.

Allerdings versuchte das Weiße Haus, die Aussagekraft des Reports herunterzuspielen. „Das Klima hat sich geändert und ändert sich stets“, hieß es in der schriftlichen Erklärung eines Sprechers, Raj Shah. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass der Report selber betone, dass das Ausmaß des künftigen Klimawandels stark von „andauernden Ungewissheiten über die Sensibilität des Klimas“ für Treibhausgas-Emissionen abhänge.

Erstellt wurde der Report von Hunderten Wissenschaftlern in der Regierung und akademischen Welt, die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA überprüfte ihn vor der Weiterleitung an die 13 Regierungsbehörden.

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