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Wembley-Gewinner Halstenberg als WM-Option

London. Marcel Halstenberg feiert in Wembley ein gutes Debüt für Deutschland. Ob der Leipziger im WM-Fokus von Bundestrainer Löw bleibt, wird sich noch zeigen. Das beweist die lange Liste von Halstenbergs Vorgängern.

Wembley-Gewinner Halstenberg als WM-Option

Marcel Halstenberg (r) kam beim Spiel gegen England zu seinem Debüt im deutschen Nationalteam. Foto: Christian Charisius

Auf Bootstour und Fahrt im Riesenrad hatte Marcel Halstenberg nach seinem gelungenen Länderspiel-Debüt verzichtet. Bei der Touri-Tour der Nationalspieler in London war der Leipziger nicht dabei. Ein fester Bestandteil der DFB-Auswahl könnte Halstenberg aber werden.

Die Premiere beim 0:0 im Wembleystadion gegen England hat der 26-Jährige ordentlich gemeistert und sich damit zumindest als Alternative für die WM 2018 in der Problemzone auf der linken Defensivseite empfohlen.

„Jetzt versuche ich, im Verein meine Leistungen zu bringen, auch international. Wir stehen mit RB Leipzig auf dem zweiten Platz in der Bundesliga, haben in der Mannschaft eine gute Qualität. Über die WM will und muss ich noch gar nicht nachdenken. Bis dahin ist es noch ein halbes Jahr. Das ist im Fußball eine lange Zeit“, sagte Halstenberg nach seinem ersten Einsatz für Deutschland.

„Er hat seine Sache gut gemacht“, erklärte Joachim Löw. „Er hat das ohne Nervosität gemacht, hat sauber hinten rausgespielt. Deswegen war ich absolut zufrieden“, fügte der Bundestrainer an. Unaufgeregt und gerade in der Anfangsphase mit viel Engagement in der Vorwärtsbewegung - so sammelte Halstenberg weitere Pluspunkte.

Gerade die internationalen Auftritte für RB Leipzig hatten Löw zuvor schon gefallen und ihn zu der unerwarteten Nominierung veranlasst. „Für den Einstand war es gar nicht schlecht. Die erste Halbzeit war ganz gut. Die zweite war ich dann ein bisschen weniger im Spiel, hatte weniger Ballkontakte. Aber es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht“, befand Halstenberg selbst.

Der ehemalige Profi des FC St. Pauli ist der 95. Länderspiel-Debütant unter Löw und der neunte gelernte linke Verteidiger, den der DFB-Chefcoach seit 2006 für diese Position neu in die Nationalmannschaft holt. „Boah, Wahnsinn. Man sieht, dass es eine Weile eine kleine Problemposition gewesen sein muss“, sagte Halstenberg.

Nach der langwierigen Muskelverletzung von Stammkraft Jonas Hector hatte Löw zuletzt auch Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt weiter getestet. Der Berliner wird am Dienstag gegen Frankreich wohl wieder vorspielen dürfen. Halstenberg müsste dann auf der Bank Platz nehmen.

Für zu viel Euphorie besteht wiederum auch kein Anlass. Das zeigt die lange Liste der Linksverteidiger im Nationaltrikot. Diese Position mussten in der Ära Löw zudem unter anderen Jérôme Boateng, Holger Badstuber oder Benedikt Höwedes als Notnägel ausfüllen.

Der Wolfsburger Yannick Gerhardt bekam vor genau einem Jahr beim 0:0 in Italien nach seinem Debüt ordentliche Kritiken und spielte seither nie wieder im A-Team. Christian Pander, der erste Linksverteidiger den Löw zum Nationalspieler gemacht hatte, brachte es auch nur auf zwei Länderspieleinsätze. Sein grandioses Debüt hatte er 2007 gefeiert - mit dem Siegtor zum 2:1 in Wembley.

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