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Weniger Wohnungen in Deutschland genehmigt

Wiesbaden. In vielen Städten wird es für Normalverdiener immer schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Derweil werden deutlich weniger neue Wohnungen genehmigt. Die künftige Regierung soll helfen, fordern Immobilienverbände.

Weniger Wohnungen in Deutschland genehmigt

Ein Gerüst in Berlin. Foto: Paul Zinken/Illustration

Trotz hoher Nachfrage nach Immobilien gerade in den Ballungsräumen wurden in Deutschland in den ersten drei Quartalen deutlich weniger Wohnungen genehmigt.

Die Zahl der Baubewilligungen sank gemessen am Vorjahreszeitraum um fast 20 000 oder 7,0 Prozent auf knapp 257 000, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. In knapp 226 000 Fällen ging es dabei um Neubauten (minus 4,8 Prozent).

Gegen den allgemeinen Trend lagen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit 0,9 Prozent beziehungsweise 1160 Einheiten im Plus.

Rückläufig waren unterdessen die Zahlen für Einfamilienhäuser (minus 5,7 Prozent auf 69 000 Einheiten) sowie für Wohnungen in Wohnheimen (minus 40,9 Prozent auf 10 872 Einheiten), wozu auch Flüchtlingsunterkünfte zählen. Als Grund für die rückläufigen Zahlen gelten auch überlastete Baufirmen. Wegen des Immobilienbooms kommt es vielerorts zu Engpässen, etwa bei Handwerkern.

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GDW indes verlangt nun unter anderem zügig wirksame Steueranreize. „Es müssen mehr bezahlbare Grundstücke her und die mehr als 20 000 Bauvorschriften und Anforderungen konsequent auf den Prüfstand gestellt werden“, erklärte GDW-Präsident Axel Gedaschko.

Die neue Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die serielle und standardisierte Bauweise gefördert und eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude geschaffen werde.

Auch die Immobilienwirtschaft verlangte Reformen etwa zur schnelleren Abschreibung von Investitionen. Die Unternehmen stünden bereit, nur bräuchten sie auch Platz zum Arbeiten, erklärte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA). „1990 gab es in Deutschland rund 5000 Bauvorschriften, heute sind es über 20 000. Um mehr Wohnraum zu schaffen, müsse man „diesen Bürokratiewahnsinn stoppen und das bestehende Umfeld vereinfachen“, erklärte ZIA-Präsident Andreas Mattner.

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