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Wikinger kochen deutsche Kombinierer in Lillehammer ab

Lillehammer. Das gab es über ein Jahr nicht: Die deutschen Kombinierer gewinnen kein Rennen an einem Wochenende, nicht einmal auf das Podium schaffen sie es im Einzel. Gut zwei Monate vor Olympia kein Grund, nervös zu werden.

Wikinger kochen deutsche Kombinierer in Lillehammer ab

Kombinierer Johannes Rydzek beim Springen. Foto: Patrick Seeger

Johannes Rydzek warf im Ziel enttäuscht seine Skistöcke in die Ecke. Der Vierfach-Weltmeister von Lahti ärgerte sich nach dem Weltcup-Rennen der Nordischen Kombinierer in Lillehammer aber nicht über seinen vierten Platz, sondern über sich selbst. Im 10-Kilometer-Rennen hatte er zuvor zumindest aus seiner Sicht taktisch ein paar Fehler gemacht und damit dem Erzrivalen Norwegen einen Dreifach-Erfolg ermöglicht.

Sprung- und Laufsieger Espen Andersen, Jan Schmid und Olympiasieger Jörgen Graabak tanzten und jubelten im Zielgarten und wiederholten damit das, was sie tags zuvor bereits in der Staffel gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Jarl Magnus Riiber vollführt hatten. Da gewannen sie den Zielspurt gegen das Weltmeister-Quartett mit Rydzek, Eric Frenzel, Vinzenz Geiger und Fabian Rießle.

„Die Renngestaltung war unklug von mir, wir haben den Sieg einfach hergeschenkt“, haderte Rydzek. Der Oberstdorfer war als 14. nach einem vom Wind maßgeblich bestimmten Springen schnell zu den guten Läufern Schmid und Graabak aufgelaufen und hatte dann in der Gruppe versucht, Kräfte für den Endspurt zu sparen. Was er nicht ahnte: Keiner von den Verfolgern fühlte sich zuständig, Tempo zu machen.

„Die Norweger wussten ja, dass sie mit Andersen einen weit vorn hatten, sie hatten kein Interesse“, meinte Bundestrainer Hermann  Weinbuch, der Rydzek im ZDF in Schutz nahm: „Wenn er Dampf gemacht hätte, wären Schmid und Graabak mitgegangen und hätten ihn am Ende abgekocht. Es war für ihn taktisch schwer, weil von den anderen niemand bereit war, ihn zu unterstützen.“

Das sah dann auch Rydzek ein. „Die Norweger in der Masse konnten das Rennen kontrollieren, ich hatte niemanden, der mir hilft“, sagte der Allgäuer angesichts der Tatsache, dass mit Björn Kircheisen und Eric Frenzel potenzielle Podiumskandidaten nach dem Springen viel zu weit weg waren und am Ende die Ränge 14 und 15 belegten.

Nach der Staffel am Vortag war es der nächste Dämpfer für die erfolgsverwöhnten deutschen Kombinierer. Und dennoch kein Grund für Weinbuch, nervös zu werden. „Wir sind am Anfang der Saison, unser Formaufbau ist gen Pyeongchang gerichtet. Wir sind noch nicht in der besten Form, vor allem auf der Schanze. Da fehlt es noch etwas an Selbstvertrauen. Ich bin aber sicher, dass wir uns das noch holen“, bemerkte der Coach. Rydzek pflichtete ihm bei: „Wir werden aus diesem Wochenende lernen und es beim nächsten Mal besser machen.“

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