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Nach Ausschuss-Diskussion

Wo lässt sich am Gemeinschaftshaus sparen?

Capelle Die Nordkirchener Politik will beim Dorfgemeinschaftshaus Geld sparen. Was nötig und was möglich ist, erklären wir in Fragen und Antworten.

Wo lässt sich am Gemeinschaftshaus sparen?

Blick auf den Capeller Dorfpark und die Fläche, wo das Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll, oberhalb der Grundschule: Planer und Verwaltung sollen für das Projekt aufzeigen, wo sich Geld sparen lässt. Foto: Foto: Tobias Weckenbrock

Eine lange und ausgiebige Diskussion hat sich am Dienstagabend im Ausschuss für Bauen und Planung über das geplante Dorfgemeinschaftshaus neben der Capeller Grundschule entfaltet (RN berichteten). Wir erklären, was sich an dem Projekt insgesamt und am Dorfgemeinschaftshaus jetzt noch ändern kann.

Warum wurde noch einmal so intensiv über das Dorfgemeinschaftshaus diskutiert?

Es ging ums Geld. Genauer gesagt um die Befürchtung, das Gebäude könnte noch deutlich teurer werden, als es nach aktuellen Kostenschätzungen ist. Rund 1,6 Millionen Euro würde es aktuell kosten, etwas über 800.000 Euro sollen gefördert werden. Christian Lübbert (UWG), der am Dienstag gegen die vorgestellte Planung stimmte, erklärte einen Tag später auf Anfrage dieser Redaktion, dass nicht absehbar sei, ob das Dorfgemeinschaftshaus nach weiteren Detailplanungen nicht sogar die Zwei-Millionen-Marke sprengen könnte. Dann sei der Gedanke verlockend, zu sagen: „Jetzt haben wir so lange geplant, jetzt wollen wir das Haus auch bauen“, erklärte Lübbert. Zudem sehe die UWG zwar in Teilen auch einen Bedarf für das Gemeinschaftshaus neben dem Sport. Ob ein Gebäude in dieser Größe aber wirklich nötig ist, sei fraglich.

Viele Vereine würden sich aktuell in Gastronomiebetrieben treffen. Ein Konkurrenz-Veranstaltungsraum könnte unter Umständen die Gastronomie schwächen, argumentierte der UWG-Sprecher. Ursprünglich sei, so Christian Lübbert, mit einer Turn- und Bewegungshalle geplant worden. Aus Sicht der UWG sei das auch der Plan den man weiter verfolgen und entsprechende Fördermöglichkeiten prüfen sollte.

Gibt es ausreichend Nachfrage von Vereinen und Gruppen für das geplante Veranstaltungsgebäude?

„Ja“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage. Als unter anderem die Gemeindeverwaltung und der Dorfverein Capelle das sogenannte Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) erarbeiteten, habe es auch mehrere Gespräche mit Vereinen gegeben, so Bergmann. Mit dem Ergebnis, dass unter anderem die Tanzgruppe, der Heimatverein, das Jugendrotzkreuz und das Team der Jugendhilfe Werne, die das Jugend- und Kulturhaus (Juno) bespielen, Bedarf angemeldet haben. „Der Heimatverein könnte sich Kulturveranstaltungen vorstellen und im Dorfgemeinschaftshaus wäre auch wieder ein Second-Hand-Markt möglich, den es wegen Brandschutzauflagen aktuell nicht mehr gibt“, sagt Dietmar Bergmann. Zudem seien in den vergangenen Jahren viele junge Familien in den Ortsteil gezogen. Auch das sorge für eine entsprechende Nachfrage nach Freizeit- und Kulturangeboten. Aktuell hat Capelle 2046 Einwohner.

Wurde das Dorfgemeinschaftshaus grundsätzlich infrage gestellt?

Fraktionsübergreifend lautete der Tenor, dass Capelle einen Veranstaltungsort wie das Dorfgemeinschaftshaus braucht und auch bekommen soll. Der Wunsch ist aber, dass die genannten 1,6 Millionen Euro nicht mehr überschritten werden.

Wie realistisch ist dieser Wunsch?

Auf Anfrage sagte Architekt Lothar Steinhoff am Mittwoch, dass das gemeinsame Ziel von Planern und Verwaltung sei, diesen Kostenrahmen einzuhalten. „Wir stellen jetzt alle Ausstattungsstandards auf den Prüfstand“, kündigte Steinhoff an. In den nächsten Ausschussrunden sollen der Politik mehrere Varianten und Einsparpotenziale vorgestellt werden, so der Architekt. Die Kosten auf 1,4 Millionen Euro zu drücken, wie es im Ausschuss mehrfach angesprochen wurde, hält er hingegen für „ausgesprochen schwierig“.

Mit welchem Ziel gehen die Fraktionen jetzt in die weiteren Beratungen?

Die Diskussion am Dienstag hatte kein negatives Ergebnis. Das zeigte nicht nur die Abstimmung. Der Vorschlag von CDU-Mitglied Thomas Quante, Einsparpotenziale zu ermitteln und abzuwägen, fand breiten Anklang. Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten sagte Werner Albin (Grüne) am Mittwoch, er sei zuversichtlich, dass die Planung in die richtige Richtung gehe. Wenn jetzt erarbeitet werde, wo noch Geld gespart werden könnte, dann befinde man sich auf dem richtigen Weg.

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