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Zeitplan für BER gerät weiter unter Druck

Berlin. „Ambitioniert“, so hieß es in den vergangenen Jahren oft, wenn es um Termine am neuen Hauptstadtflughafen ging. Da macht der aktuelle Zeitplan keine Ausnahme. Es ist noch immer viel zu tun.

Zeitplan für BER gerät weiter unter Druck

Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Missmanagement wurde der Start des BER seit dem Baubeginn 2006 schon sechs Mal verschoben. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Der Zeitplan für den neuen Hauptstadtflughafen gerät weiter unter Druck. Der Tüv hat nach Betreiberangaben wesentliche Mängel in einer Reihe von sicherheitsrelevanten Anlagen für den Brandschutz aufgedeckt.

Betroffen ist der Teil des Hauptterminals, in dem die Arbeiten am weitesten fortgeschritten sind. Dort wurde geprüft, um ähnliche Probleme in den anderen Abschnitten frühzeitig angehen zu können, wie der Flughafen mitteilte. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über die Tüv-Ergebnisse berichtet.

„Der im September vorgelegte Rahmenterminplan zur baulichen Fertigstellung bis zum 31.08.2018 ist ambitioniert und wurde bewusst ohne Puffer geplant“, hieß es am Donnerstag. Weil dann noch Tests, Abnahmen und der Probebetrieb folgen, gilt eine Inbetriebnahme des Flughafens vor dem Spätsommer 2019 ohnehin als ausgeschlossen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup bekräftigte am Donnerstag, in drei Wochen einen „unternehmerisch verantwortlichen Termin zur Inbetriebnahme“ zu nennen. Es wäre der siebte Termin seit 2011. Denn wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Missmanagement wurde der Start des drittgrößten deutschen Flughafens immer wieder verschoben.

Man kümmere sich intensiv darum, „die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und die noch verbleibenden Mängel an den technischen Anlagen konsequent zu beheben“, hieß es am Donnerstag. Wesentliche Mängel gibt es demnach im sogenannten Main Pier Nord noch an Teilen der Brandmeldeanlage, des elektroakustischen Notrufwarnsystems, der Sicherheitsbeleuchtung, der Sicherheitsstromversorgung, der Entrauchungssteuerung und der Sprinkleranlage.

Der Grünen-Haushaltsexperte im Bundestag, Sven-Christian Kindler, forderte, dass sich der Minderheitseigentümer Bund am BER stärker engagiere. „Bisher hat sich die Bundesregierung einen schlanken Fuß gemacht und Berlin und Brandenburg alleine die Verantwortung rüber geschoben.“

Die Berliner CDU-Fraktion sprach von Tricksereien und Täuschung am Flughafen und verlangte, den Tüv-Bericht dem Abgeordnetenhaus vorzulegen. Aus CDU, FDP und AfD kamen Forderungen, den Flughafen Tegel offen zu halten. Geplant ist, dass er alte Airport spätestens ein halbes Jahr nach Eröffnung des BER schließt.

Zwar sind die Seitenflügel des neuen Flughafen-Terminals schon fertig. Das Hauptgebäude wird aber noch saniert. Der Bereich Main Pier Nord soll zuerst fertig werden, dann der südliche Abschnitt, erst danach der zentrale Bereich mit Check-in, Sicherheitskontrollen und Einkaufszentrum, wo es die größten Brandschutzprobleme gegeben hatte.

Im April hatte die Flughafengesellschaft im Geschäftsbericht für 2016 verkündet: „Im Main Pier Nord ist der Großteil der prüfpflichtigen Anlagen getestet.“ Zudem sei die Entrauchung mit Heißgas simuliert worden. Erste Flächen seien an die späteren Nutzer übergeben worden. Laut „Tagesspiegel“ kam der Tüv Anfang November zu dem Ergebnis, dass bei den beanstandeten Anlagen in Teilen eine „Wirksamkeit und Betriebssicherheit“ sei „nicht gegeben“ sei.

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