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Halle Wellinghofen

Streit um Sperrung: "Dauerläufer" stoppte BVB-Frauen

Dortmund Der Streit um die Sperrung der Halle Wellinghofen und die damit verbundene Spiel-Absage der BVB-Bundesliga-Handballerinnen geht in die nächste Runde. Nach dem der Klub die Stadt kritisierte, wehrt sich diese nun gegen die Vorwürfe. Der Zustand der Halle ist aber auch ohne diesen Vorfall als sehr bedenklich einzuordnen.

Streit um Sperrung: "Dauerläufer" stoppte BVB-Frauen

Die Halle Wellinghofen ist das Wohnzimmer der BVB-Handballerinnen. Für die kommende Saison muss sich der Verein eine neue Heimat suchen.

Fünf Tage ist es nunmehr her, dass der BVB sein Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach wegen eines Wasserschadens in einer der Umkleidekabinen in der Halle Wellinghofen absagen musste. Seitdem wurde viel gesprochen, vor allem aufseiten des Vereins. "Niemand hat uns gesagt, was wirklich los ist", kritisierte Andreas Heiermann, Abteilungsvorsitzender des BVB, noch Anfang der Woche das Verhalten der Stadt.

"Hätten improvisieren können"

Der Verein berichtete weiter von der Frau des Hausmeisters, die über die Sperrung informiert hätte, und von einem Hausmeister, der am Samstag nicht aufzutreiben war. Und sie berichtete von einer Hallen-Begehung, die aus Sicht des BVB nur einen Schluss zuließ: "Wir hätten improvisieren können, um den Spielbetrieb zu gewährleisten", so Heiermann.

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Am Mittwoch, vier Tage nach dem Vorfall, meldete sich nun auch die Stadt zu Wort. Zu den Vorwürfen des BVB, er sei von der Sperrung zu spät (12.45 Uhr) in Kenntnis gesetzt worden, hieß es, eine frühere Information des Vereins sei "in Anbetracht der Tatsache, dass solche Schadensfälle und die Auswirkungen nicht vorhersehbar sind", nicht möglich gewesen.

Teil-Abschaltung nicht möglich

Grund für die Sperrung war demnach ein defekter "Dauerläufer" in einer der Duschanlagen, der sich offenbar nicht reparieren ließ. Da auch eine Teil-Abschaltung der Wasserzufuhr nicht möglich gewesen sei, "war die komplette Wasserversorgung der Sporthalle von der Sperrung betroffen", wie die Stadt erklärte. Weder Toiletten noch Duschen konnten genutzt werden.

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Auch zum Hergang erklärte sich die Stadt: Demnach hat die Frau des Hausmeisters, die von ihrem Mann als "Person des Vertrauens" mit dem Dienst an der Halle beauftragt worden war, gegen 9.30 Uhr den Schaden entdeckt. Doch weder die hinzugezogenen Mitarbeiter des Notdienstes der Stadt noch ein Kollege des Hausmeisters konnten den Schaden beheben. Gegen 12.30 Uhr sei daraufhin der BVB "zum schnellstmöglichen Zeitpunkt" informiert worden, so die Stadt.

Bemühen um Lösungsfindung

Neues Öl wollen die BVB-Verantwortlichen derweil nicht ins Feuer gießen. Im Gegenteil: "Uns ist es wichtig, erst einmal etwas Ruhe in das Thema zu bringen", sagte Andreas Bartels, 2. Vorsitzender des BVB, am Dienstag. 

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Der Zustand der Halle Wellinghofen war schon öfter Gegenstand kontroverser Debatten zwischen Verein und Stadt. So genügt die Spielstätte schon seit Längerem nicht mehr Erstliga-Ansprüchen, sehr zum Missfallen des BVB. Die Kritik trifft vor allem die Umkleidekabinen sowie die hygienischen Standards der Sanitäranlagen. Diese seien für die Spielerinnen "kaum noch zumutbar", sagte Heiermann jüngst im Gespräch mit dieser Redaktion.

Kernsanierung

Das soll sich jedoch ändern. Bereits im Sommer 2017 gab die Stadt bekannt, 2,5 Millionen Euro in die Halle zu investieren, die nun "kernsaniert" werden soll. Neben dem sanitären Bereich stehen auch Ausbesserungen am Dach und an Tribünen auf dem Plan. 2018 soll es losgehen, die Fertigstellung ist für Mitte 2019 geplant.

Die Maßnahmen betreffen allerdings direkt den Spielbetrieb des BVB. Diese Saison kann der Verein noch in seinem Wohnzimmer beenden. 2018/19 muss sich Borussia vorübergehend eine neue Heimat suchen. Wo diese liegen wird, ist nach Vereinsangaben derzeit noch völlig offen. "Das werden wir in Ruhe besprechen", sagte Heiermann. Ende des Jahres wollen sich die Verantwortlichen zusammensetzen.

Alternativen sind rar

Das Problem ist, dass die Alternativen in der Stadt rar gesät sind. Für den BVB kämen eigenen Angaben zufolge – "wenn überhaupt" – die Brügmann-Halle in der nördlichen Innenstadt sowie die Sporthalle Nord I in der Nordstadt infrage. Die Bleichstein-Halle in Herdecke spielt in den Gedanken offenbar eine eher untergeordnete Rolle. "Dort hätten wir weniger Zuschauer", so Heiermann. Und so ist es auch denkbar, dass Anhänger des BVB in der kommenden Saison ein paar Kilometer mehr reisen müssen.

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"Es gibt eine Alternative, die ein bisschen außerhalb liegt", bestätigte Heiermann. Gemeint ist die Westpress Arena in Hamm, Heimspielstätte des Zweitligisten ASV. Die Multifunktionsarena mit ihrer Kapazität von bis zu 2650 Sitzplätzen ist prädestiniert für Handball. "Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Anfahrt dorthin schon relativ weit ist", räumte der Abteilungsleiter ein. Von der Halle in Wellinghofen bis zur Spielstätte in Hamm sind es rund 50 Kilometer.

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