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Kein Platz für negative Gedanken

Trotz Nichtnominierung: Kramer hofft auf WM-Einsätze

LEIPZIG Als die deutschen Handballerinnen am Freitagabend auf das Feld der ausverkauften Arena Leipzig liefen, da suchte Stella Kramer noch ihren Platz auf der Tribüne gegenüber der deutschen Bank. Zwar ganz dicht dran am Geschehen, aber irgendwie auch ganz schön weit weg von ihren Teamkolleginnen. Mitspielen durfte die Rechtsaußen von Borussia Dortmund beim 28:15-Auftaktsieg gegen Kamerun nicht. Aber geplatzt ist der Traum von der ersten WM noch nicht.

Am Donnerstagnachmittag hatte Bundestrainer Michael Biegler der 28-Jährigen mitgeteilt, dass sie vorerst nicht zum 15er-Kader gehören wird. „Natürlich ist man im ersten Moment traurig und enttäuscht“, sagte Kramer nun mit ein paar Tagen Abstand. „Aber wenn man die Entscheidung erst einmal verdaut hat, dann freut man sich trotzdem riesig, überhaupt dabei zu sein.“ Für negative Gedanken ist im Moment kein Platz in Kramers Kopf, stattdessen unterstützte sie gemeinsam mit den sechs anderen Streichkandidatinnen ihr Team von der Tribüne.

Taktische Gründe

Die Entscheidung contra Kramer sei vor allem taktischer Natur gewesen, heißt es aus der Nationalmannschaft. Der Bundestrainer wollte offenbar mehr Variabilität im Rückraum und nominierte daher in Svenja Huber lediglich eine Spielerin für die Rechtsaußen-Position. Das sei „eher ungewöhnlich“, sagte Huber selbst, die sich die Rolle auch beim BVB mit Kramer teilt. „Und für Stella ist es natürlich bitter.“ Aber mit Isabell Klein stehe eine Allrounderin im Kader, die früher mal auf Rechtsaußen gespielt hat. Was man bei all der Enttäuschung, die eine solche Entscheidung zunächst mit sich bringt, allerdings nicht vergessen darf – so ganz ist der WM-Traum Kramers ja noch nicht beendet. „Noch besteht die Möglichkeit, dass ich auf der Platte stehen kann“, gab sich die 28-Jährige kämpferisch. Drei Wechsel-Optionen plus eine Nachrückerin in den Kader stehen Biegler während der WM zur Verfügung.

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„Wir müssen sehen, wie das Turnier verläuft. Alles ist noch offen, die WM ist noch lang“, sagte Kramer. Bis dahin will Kramer hart arbeiten und die Mannschaft unterstützen. Im Training, in persönlichen Gesprächen. Und natürlich von der Tribüne. Gegen Kamerun rückte sie in der zweiten Halbzeit von der Gegengeraden auf die Seite der deutschen Bank und war ihren Teamkolleginnen schon mal ein kleines Stück näher. Jetzt fehlt nur noch der Schritt auf das Spielfeld.

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