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Pro & Kontra

Ist Thomas Tuchel mit seiner Kritik zu weit gegangen?

DORTMUND Keine TV-Interviews, dafür aber eine Pressekonferenz, die es in sich hatte. BVB-Trainer Thomas Tuchel präsentierte sich nach der 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt hochgradig angefressen und kanzelte sein Team öffentlich ab. Wir diskutieren: Ist Thomas Tuchel mit seinem Auftritt nach dem Frankfurt-Spiel zu weit gegangen?

Ist Thomas Tuchel mit seiner Kritik zu weit gegangen?

Mächtig unzufrieden ob der Leistung seiner Mannschaft: Thomas Tuchel.

Ja, Tuchel ist zu weit gegangen - Risse im Verhältnis

Natürlich muss eine Profimannschaft damit leben, von ihrem Trainer auch in der Öffentlichkeit kritisiert zu werden. Und wenn sie so weit von ihrem Leistungsvermögen entfernt gespielt hat wie Borussia Dortmund am Samstag in Frankfurt, darf die Kritik – auch vor laufenden Kameras – durchaus auch mal harsch ausfallen.

Selbstreflexion fehlt

Thomas Tuchels großes Problem in diesem Fall ist die fehlende Selbstreflexion. Auch er hat Fehler gemacht. Das Experiment mit Ramos auf dem Flügel floppte, und wenn Tuchel sagt, das Gegentor direkt nach der Pause habe sich schon in der Kabine angebahnt, muss er sich fragen, warum er nicht entsprechend gegensteuern konnte. Es hätte ihm gut zu Gesicht gestanden, auch seinen Anteil am 1:2 zu erwähnen. Denn Tuchel als Trainer ist Teil dieser Gruppe, er muss mit ihr zusammen die große Herausforderung angehen, die der im Sommer eingeleitete Umbruch mit sich bringt.

FRANKFURT Dass Thomas Tuchel auf Niederlagen zuweilen angefressen, impulsiv und fast persönlich beleidigt reagiert, konnte man in Dortmund erstmals nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale im Sommer beobachten. Öffentlich nagelte er damals seinen Kapitän Mats Hummels an die Wand. Nach der Niederlage in Frankfurt holte der 43-Jährige zum Rundumschlag aus.mehr...

Unweigerlich kommt es in so einem Prozess auch zu Situationen, in denen die Mannschaft dem Weg ihres Trainers blind vertrauen muss. Das fällt schwerer, wenn der so gravierend auf Distanz geht wie Tuchel dies am Samstag getan hat. Mit seinem Wutausbruch, so verständlich er gewesen sein mag, hat er sich daher keinen Gefallen getan. Er könnte Risse im Binnenverhältnis zur Folge haben. Dabei hat Tuchel eigentlich Wíchtigeres zu tun, als diese zu kitten.

von Dirk Krampe

Nein, Tuchel ist nicht zu weit gegangen - Tuchels gutes Recht

Es ist verständlich, dass Thomas Tuchel nach der Pleite in Frankfurt der Kragen geplatzt ist. Zweimal traf die Eintracht unmittelbar nach einem Anstoß. Der BVB pennte kollektiv. Da darf man als Trainer tatsächlich mal beleidigt sein. Und man darf auch mal öffentlich draufhauen. Entweder, um seine Mannschaft für die Zukunft wachzurütteln, oder – und das scheint in diesem Fall wahrscheinlicher – um einfach mal Dampf abzulassen. Ob sich Tuchel damit einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen. Sein gutes Recht war es aber in jedem Fall.

Wutrede muss drin sein

Zu Tuchels Schutz muss man sagen: Der 43-Jährige attackierte die gesamte Mannschaft, er kritisierte keine Einzelfälle und stellte niemanden bloß. In Zeiten, in denen viel zu häufig das Wort „Männerfußball“ fällt, wenn es gerade irgendwem passend erscheint, muss eine kleine Wutrede in der Öffentlichkeit drinsitzen.

FRANKFURT Nach 58 Minuten war am Samstag Schluss für Julian Weigl. BVB-Trainer Thomas Tuchel nahm seinen Sechser in Frankfurt vorzeitig vom Feld. Im Gespräch mit Matthias Dersch analysierte Weigl nach dem 1:2 in der Mixed Zone die Gründe für die dritte Auswärtspleite der Saison.mehr...

Gerade dann, wenn interne Mahnungen scheinbar geflissentlich überhört werden. So wie im Fall von Tuchel. Der Trainer hatte seine Mannschaft nach dem Schützenfest in der Champions League gegen Legia Warschau intern gewarnt. Nach außen hin hatte er sie auf der Pressekonferenz vor dem Frankfurt-Spiel dennoch stark geredet, die verbesserte Aggressivität explizit gelobt. Am Samstag enttarnte die Mannschaft Tuchels Worte dann als haltlos. Und bekam im Anschluss den Frust des Trainers zu spüren. Verständlicherweise.

von Tobias Jöhren

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