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Winterzauber in Ahaus

Eine Eisbahn auf die Schnelle

AHAUS Der Winterzauber in der Innenstadt könnte in diesem Jahr vielleicht doch noch realisiert werden. Mit Geld allein ist es aber nicht getan.

Eine Eisbahn auf die Schnelle

Mit einer Eislauffläche wie im vergangenen Jahr vor dem Schloss möchte der Rat die Innenstadt wieder beleben – diesmal aber vor dem Rathaus.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Die Stadt will jetzt selber alle Hebel in Bewegung setzen, um in diesem Jahr doch noch einen Winterzauber mit Eislaufen und Rodelbahn in die Innenstadt zu bekommen. „Bis Ende nächster Woche wird sich entscheiden, ob uns das gelingt oder nicht“, erklärte Beigeordneter Werner Leuker am Mittwochabend in der Sitzung des Rates.

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Antrag der CDU-Fraktion. Die Christdemokraten hatten Ende September in einem offenen Brief vorgeschlagen, dass die Verwaltung nach der Absage des bisherigen Organisators Tobit aktiv wird (wir berichteten). Bürgermeisterin Karola Voß: „Wir werden beim Angebot aber nicht auf das kommen, was in den vergangenen Jahren gemacht wurde.“ 

Kein Nulltarif

Über den aktuellen Stand der Planungen berichtete Beigeordneter Werner Leuker: „Wir haben in den vergangenen Tagen sehr viel über Schnee, Eis und Weihnachten gesprochen.“ Dabei sei es darum gegangen, was in der Innenstadt an Winterzauber möglich sei. Nicht ganz so zauberhaft war die Kostenaufstellung, die Leuker dem Rat präsentierte:

„Das ist nicht zum Nulltarif zu haben. Wenn wir eine 20 mal 20 Meter große Eisbahn vier Wochen mieten, kostet das rund 83.000 Euro.“ Hinzu kommen unter anderem Kosten für Sanitäts-, Wach- und Hilfspersonal. „Vorsichtig kalkuliert rechnen wir mit Gesamtkosten von gut 103.000 Euro, inklusive Energiekosten.“ Die Summe könne aber noch steigen.

Sponsoren gefunden

Den Ausgaben stehen aber schon Sponsoringmittel gegenüber. Tobit Software würde 32 700 Euro zuschießen, der Gewerbeverein, Ahaus e.V. und Ahaus Marketing und Touristik jeweils 5000 Euro. Werner Leuker: „Es klafft noch eine Finanzierungslücke von etwa 56.000 Euro.“ Dieser Fehlbetrag soll mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt aufgefangen werden. Darauf verständigten sich die Ratsmitglieder einstimmig. 

Woher das Geld kommt, erklärte am Donnerstag Fabian Wellers vom Büro der Bürgermeisterin auf Anfrage der unserer Zeitung. „Sollte es so kommen, stellen wir das Geld überplanmäßig zur Verfügung.“ Die Summe werde getragen „durch verbesserte Einnahmen bei der Gewerbesteuer.“

Herausforderung Eisbahn

Die Erhebung von Eintrittsgeldern zur Gegenfinanzierung ist von der Stadt nicht vorgesehen. Dazu noch einmal Fabian Wellers: „Eventuell fallen Verleihkosten für Schlittschuhe an. Aber so weit sind wir in der Planung noch nicht.“ Ob die Stadt überhaupt in die Kasse greifen muss, ist noch mit vielen Fragezeichen behaftet. Erster Beigeordneter Hans-Georg Althoff: „Die größte Herausforderung ist, innerhalb von vier Wochen eine Eisbahn zu bekommen. Es gibt kein Rundum-Sorglospaket. Ich kann nicht ein Stück Eisfläche mitsamt Personal kaufen.“ 

Die Stadt müsse sich um die Eisbahn, eine Eismaschine, einen Schwerlastboden, eine Stufenanlage für Zuschauer, die Beschallung, Beleuchtung und mehr kümmern. Karola Voß: „Es gibt viele Unwägbarkeiten.“ Vor allem die Personalgewinnung werde ein schwieriges Unterfangen.

Keine Diskrepanz

Bei der Standortwahl sieht es hingegen besser aus. Trotz der Baumaßnahme für das Kaufhaus Berken könnte die Eisbahn auf dem Rathausplatz aufgestellt werden. Dazu kämen ein Karussell und Holzhütten. Die Rodelbahn würde am Abzweig der Wallstraße aufgebaut, der Verkehr werde in einem Teilbereich umgeleitet. Werner Leuker: „Das ist durchaus ambitioniert, auch von der baulichen Seite.“

Bürgermeisterin Karola Voß machte zum Schluss der Diskussion deutlich, dass es „keine Diskrepanz“ zwischen der Verwaltung und Tobit.Software gebe. „Das Unternehmen hat von sich aus entschieden, den Winterzauber nicht mehr durchzuführen.“

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