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Senioren trainieren

Fit und sicher am Rollator

WESSUM Mit dem Rollator-Training feiert ein ungewöhnliches Angebot bei Union Wessum Premiere. Unsere Mitarbeiterin Lara Wantia hat es selbst getestet.

Fit und sicher am Rollator

Das Rollator-Training machte fit im Umgang mit dem Gerät. wantia Foto: Lara Wantia

Als ich die Turnhalle der Wessumer Grundschule betrete, sitzen zwölf Senioren auf Rollatoren im Kreis. An der Wand daneben stehen aufgereiht weitere Ausführungen der Gehhilfen. Mit einer davon werde ich heute üben, wie man mit dem Rollator umgeht und von der Stelle kommt. „So schwer kann das ja nicht sein“, denke ich, als ich auf „meinen“ Rollator zugehe. Ich bekomme das Standardmodell, wie es die Fachleute nennen. Nicht zu schwer, nicht zu leicht, die Räder normal groß. „Genau richtig“, überlege ich. Die Fachleute im Kurs sind Gudula Kemper und Jutta Langkowsky. Sie bieten zum ersten Mal eine Veranstaltung des Sportvereins Union Wessum zur Nutzung des Rollators an.

Unterstützung haben sie sich vom Grenzland Sanitätshaus geholt. Matthias Massing hilft dabei, die Rollatoren einzustellen und zu bedienen. „Wichtig ist, dass die Griffe ungefähr auf Höhe der Handgelenke sind. Sonst verkrampft man schnell oder läuft nicht aufrecht genug“, erklärt Massing. Zusammen mit den beiden Übungsleiterinnen stellt er bei jedem Rollator die Griffe in die richtige Position. Um mich und meinen Rollator kümmert sich Gudula Kemper. „Lass mal die Arme baumeln“, sagt sie und bewegt dann die Griffe ein Stück nach oben. „Jetzt fass mal an, ob das passt.“ Rechts sei es ein bisschen niedrig, sage ich. Also den Griff noch ein Stück höher, dann passt es. Ich will den Rollator schon nehmen und mich setzen, da stoppt Gudula Kemper mich. „Ganz wichtig ist, immer die Bremsen anzuziehen, damit die Räder fest stehen.“

Nicht zu viel Schwung

Nachdem alle Griffe richtig eingestellt sind, zeigen die Übungsleiterinnen, wie man den Rollator dreht: An einer Seite die Bremse feststellen, an der unbefestigten Seite einmal gegen den Griff tippen. Der Rollator rollt nach hinten, dann wird die zweite Seite festgestellt. „Sieht einfach aus“, mutmaße ich. Aber in der Umsetzung scheitere ich. Ich gebe dem Rollator entweder zu wenig Schwung, sodass er nicht überkommt und auf halber Strecke hinter mir stehen bleibt, oder zu viel, sodass ich ihn mir in die Hacken fahren lasse. Auch die Senioren haben dabei Probleme.

Dann schicken uns die Kursleiterinnen in einen Parcours. An Matten können wir üben, wie man mit dem Rollator über eine Bordsteinkante kommt. Slalomlaufen, über Luftkissen gehen und über ein Seil balancieren, fördern das Gefühl für den Rollator. Ein paar gestapelte Matten bilden eine Parkbank, an der man das Hinsetzen und Aufstehen mit Gehhilfe lernt. Bis zu den imitierten Bordsteinkanten durchlaufe ich den Parcours ohne Probleme. An der Matte versuche ich, den Rollator mit Muskelkraft anzuheben. „Das muss doch gehen“, bin ich mir sicher. Aber da tut sich nichts.

Richtiges Kippen

Gudula Kemper erklärt mir, dass einige Rollatoren eine Tritthilfe haben, mit der man das Gerät kippen und die Vorderräder anheben kann. Meiner – das Standardmodell – hat keine. Kemper zeigt mir, wie es trotzdem funktioniert: Sie stellt einen Fuß an ein Hinterrad und schon lässt sich der Rollator über die Kante heben. Ich mache es nach und bin in wenigen Sekunden am anderen Ende der Matte. Ich will schon weitergehen, da hält Kemper mich wieder auf. „Das hast du jetzt so schnell gemacht, dass du die sichere Position nah am Rollator verloren hast“, sagt sie. „Viele Unfälle passieren so.“

Der Parcours macht auch den Senioren zu schaffen. Sie treffen Hütchen beim Slalomlaufen, verheddern sich im Seil oder ziehen es mit dem Rollator mit. Manche trauen sich nicht über die wackeligen Luftkissen. „Normales Laufen geht, aber wenn man mit dem Rollator über Hindernisse muss, wird es schwierig“, sagt Anneliese Feldhaus. Wie viele andere wollte die 74-Jährige zuerst nicht zu dem Kurs gehen. „Das ist eine Umstellung. Ich hatte Hemmungen, aber ich denke, das ist normal.“ Ähnlich ging es Anneliese Elfering. „Damals habe ich meiner Schwester gesagt, sie soll doch einen Rollator benutzen. Das wollte sie nicht. Wenn man selbst in der Situation ist, kostet das Überwindung“, sagt die 88-Jährige.

Für die Kursleiterinnen war das ein Grund, die Übungsstunden anzubieten. „Am Anfang schämen sich alle, weil sie einen Rollator haben. Wenn sie dann sehen, wie viele ihrer Bekannten auch einen haben, finden sie sich leichter damit ab“, sagt Gudula Kemper.

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