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Tauben in buntem Federkleid

Gott schwingt immer seinen Farbpinsel mit

Ahaus Nach Jahren der Stille erfüllt Taubengurren wieder das Foyer. Ein Ahauser hat die Hauptsonderschau der Portugiesischen Tümmler in die Stadthalle geholt. Dort zeigte auch der Ahauser Alf Segbert seine neueste Züchtung.

Gott schwingt immer seinen Farbpinsel mit

Die Aussteller kamen mit ihren Tümmlern aus ganz Deutschland nach Ahaus. Foto Anna-Lena Haget Foto: Foto Anna-Lena Haget

Etwas scheu und mit großen Augen blickt die Täubin in die Kamera, die auf sie gerichtet ist. Sie ist das Ergebnis von sieben Jahren Zucht und selektiver Planung. Alf Segbert hat viel Zeit investiert, um den neuen Farbschlag unter den Portugiesischen Tümmlern zu kreieren. Erst 2016 ist die Farbe „hellgrau-dunkelgrau gesäumt“ vom Bundeszuchtausschuss anerkannt worden.

Alf Segbert spreizt vorsichtig einen Flügel ab und präsentiert die Besonderheit des Tieres: hellgraue Federn mit dunkelgrauem Rand. „Die Farbe habe ich von einem Kölner Tümmler herübergeholt. Da ist die Farbe schon lange anerkannt“, sagt er.

Grundfarbe ist schwarz

Der Vorsitzende des deutschlandweiten Sondervereins der Züchter Portugiesischer Tümmler hat noch eine Überraschung parat: „Die Grundfarbe der Taube ist genetisch schwarz. Dann kommt ein zusätzlicher Erbfaktor hinzu und der zeigt sich dann so“, erklärt er. Genetik spielt in der Taubenzucht eine große Rolle und erfordert vorausschauende Planung. Alf Segbert kennt sich aus, denn der 51-Jährige ist nicht nur begeisterter Taubenfreund, sondern auch siebenfacher deutscher Meister und seit 16 Jahren Preisrichter. Vorsichtig setzt er das Tier zurück in seinen Schaukäfig und sieht sich stolz in der Ausstellung um. 162 „Portis“ in 23 Farbschlägen sind heute dabei, darunter so illustre Namen wie Rieselköpfe, Tiger und De Roy.

„Gute Tauben kriegst du von einem Freund geschenkt oder vom lieben Gott. Die kannst du nicht kaufen“, weiß Alf Segbert. Und der liebe Gott scheint bei jedem der Tiere seinen Farbpinsel mitzuschwingen. Bis die Farbe seiner grauen Neukreation ganz einheitlich ist, liegt noch etwas Zuchtarbeit vor ihm, wie der Taubentüftler zugibt.

Gott schwingt immer seinen Farbpinsel mit

Dieser Portugiesische Tümmler ist hellgrau-dunkelgrau gesäumt. Züchter Alf Segbert hat den Farbschlag in jahrelanger Arbeit entwickelt. Foto Anna-Lena Haget Foto: Foto Anna-Lena Haget

Die Leidenschaft des Züchters für die puppigen Portugiesen begann allerdings mit noch kleineren Vögeln. „Anfang der 90er-Jahre war ich Soldat und hatte Farbkanarien“, erzählt der Familienvater. Ein Kamerad kam mit einer weißen Mookee-Täubin zu ihm, die keine Eier legen wollte. Segbert fand für das Problem eine Lösung und bekam ein Männchen dazu geschenkt.

Der Beginn einer lebenslangen Taubenliebe, die inzwischen auch seine Frau Heike Segbert teilt. Sie kümmert sich an diesem Samstag um das Kuchenbüfett und bekommt leuchtende Augen, wenn sie von „ihren“ Portugiesen spricht. „Ich finde das total super und unterstütze Alf da auch. Inzwischen könnte ich auch gar nicht mehr ohne die Tauben“, meint sie.

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