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Kreisverkehrsausschuss

Kind musste angeblich laufen: Busfahrer noch stinksauer

Ahaus/Heek Der angebliche Vorfall, bei dem eine Schülerin nach Hause laufen musste, weil ein Busfahrer sie nicht mitgenommen haben sollte, hatte ein Nachspiel im Kreisverkehrsausschuss. Da flogen die Fetzen.

Kind musste angeblich laufen: Busfahrer noch stinksauer

RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns bezog Stellung. Foto: andresen-foto info@and-press

Eine Entschuldigung, die nicht angenommen wurde: Dietmar Eisele, Sprecher der Grünen, entschuldigte sich im Verkehrsausschuss des Kreises Borken am Dienstagabend für seine Kritik gegenüber dem Buslinienunternehmen RVM. Ein Fahrer sollte eine zwölfjährige Schülerin aus Heek an einer Haltestelle in Ahaus stehengelassen haben. Dies entpuppte sich als falsch.

Dietmar Eisele ist Aufsichtsratsmitglied der Regionalverkehr Westmünsterland GmbH (RVM) und war mehrmals gegen das Unternehmen öffentlich zu Felde gezogen, das er kontrollieren und vertreten soll. Der Ottensteiner, eigentlich Polit-Profi, ruderte in der Sitzung in der Landwirtschaftsschule Borken zurück: „Wir haben die Keule herausgeholt. Das war kein guter Stil. Wir haben telefoniert und uns entschuldigt. Es tut uns leid. Die RVM macht eine gute Arbeit in unserem kommunalen Transportsystem.“

Freilich: Nicht nur bei den politischen Gegnern waren Eiseles Äußerungen mit Stirnrunzeln vernommen worden – schwerer wog das Statement von sieben Busfahrern der RVM, die der Sitzung beiwohnten. Ein Sprecher der Gruppe sagte: „Das war ein Schlag in die Magengrube, ein Seitenhieb, kein guter Stil.“ So, wie „Herr Eisele“ sich geäußert habe, könne eine Entschuldigung „nicht angenommen werden: Da muss schon mehr kommen.“

Geschulte Fahrer

Ruhig und sachlich hatte zuvor RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns zu mehreren Fragen des Grünen-Antrags Stellung genommen. Und den Politikern deutlich gemacht, dass das Informationssystem des RVM anerkannterweise „eines der besten deutschlandweit“ sei. Ein Beschwerdemanagement beantworte Fragen in kürzester Zeit, zum Teil über Facebook.

Die zentrale Aussage des Chefs der RVM mit Sitz in Stadtlohn: Jeder Schüler werde mitgenommen, auch ohne Fahrkarte. Keiner bliebe allein an der Haltestelle zurück. Jeder Fahrer habe diese Information und sei geschult. An Haltestellen hingen Plakate mit einem großformatig abgebildeten Schüler: „Ticket vergessen? Sag’s dem Fahrer! – Wir nehmen dich mit!“

André Pieperjohanns machte klar, dass die weit verbreitete Falschmeldung „uns extrem getroffen hat“, vor allem aber den zu Unrecht beschuldigten Busfahrer. Er sei arbeitsunfähig gewesen, jetzt aber wieder im Dienst.

Scharfe Schelte

Scharfe Schelte musste Eisele, auch Sprecher seiner Partei, von SPD, CDU und FDP einstecken. SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Lindenhahn: „Ich war erschrocken, welche Aussage Dietmar Eisele als Aufsichtsrats-Mitglied getroffen hat. Die Busfahrer geben ihr Bestes. Ich bin empört.“ Marco van den Berg (SPD) stellte fest: „Es bleibt leider immer was hängen.“

Markus Jasper (CDU): „Wir erwarten als CDU eine Sorgfaltspflicht eines Aufsichtsratsmitglieds gegenüber den RVM-Mitarbeitern. Die sind zu Recht verärgert. So ein Verhalten führt auch zu Politikverdrossenheit.“ Besonders schwer ging Wolfgang Klein (FDP) aus Ahaus mit seinem Duz-Freund ins Gericht: „Ich kann dir nur raten, über das Mandat als Aufsichtsratsmitglied nachzudenken.“

Eisele betonte, er könne „die Verärgerung verstehen. Allerdings habe ich das Unternehmen angegriffen, nicht den Kollegen persönlich.“

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