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Quantwicker Mühle

Wahrzeichen mit Sturmschaden

AHAUS Sturmtief „Herwart“ hat seine Spuren an der Quantwicker Mühle hinterlassen. Wie geht es weiter an einem der markantesten Wüllener Gebäude?

Wahrzeichen mit Sturmschaden

Ein Flügel der Quantwicker Mühle ist im Sturm gebrochen. Foto: Christian Bödding

Flügellahm steht sie da, die Quantwicker Mühle am Düwing Dyk in Wüllen. Sturmtief „Herwart“ hat am vergangenen Wochenende seine Spuren an einem der markantesten Wüllener Wahrzeichen hinterlassen.

Einer der vier etwa zehn Meter langen Flügel, auch Rute genannt, ist abgebrochen und liegt auf einem anderen Flügel. Aus Sicherheitsgründen haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes die Zufahrt zur Mühle mit Baken versperrt. Rund um das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Mühle wurde ein Bauzaun aufgestellt.

Mühlenbereich abgesperrt

Der Wüllener Bernhard Fritsche hatte den Flügelbruch an der Mühle am Montag bemerkt und die Stadtverwaltung umgehend informiert. „Bevor noch etwas passiert“, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Wir sind rausgefahren und haben den Bereich um die Mühle abgesperrt“, erklärte Michael Gerling vom Fachbereich Immobilienwirtschaft der Stadt Ahaus. Nach einer ersten Begutachtung stand für die Verwaltung fest: der gebrochene Flügel wird demontiert. „Das wird am Freitagmorgen geschehen“, sagte Michael Gerling. „Dann ist die Gefahr erst mal beseitigt.“ Es sei aktuell nicht auszuschließen, dass der gebrochene Flügel zu Boden stürzen könne.

Heute Demontage

Nach der erfolgten Demontage soll ein Gutachter die Quantwicker Mühle untersuchen. „Dabei lassen wir auch prüfen, wie es um die anderen Flügel bestellt ist“, erklärte Michael Gerling. Die Stadt ist Pächterin der Mühle, Eigentümer des Bauwerkes ist die Familie Schulze Schwering. Gerling: „Wir haben den Eigentümer sofort informiert.“ Gemeinsam sei die Mühle in Augenschein genommen worden.

Die Stadt ist laut Pachtvertrag für die Instandsetzung der Mühle verantwortlich. Sie hatte bereits 1981 die äußere und innere Wiederherstellung der damals verfallenen Windmühle übernommen. Gerling: „Wir haben uns auch um die Versicherung des Gebäudes gekümmert.“ Die Verwaltung ging am Donnerstagnachmittag davon aus, dass die Versicherung grünes Licht für den Abbau des Flügels geben wird. Es sei im Sinne der Versicherung, dass kein weiterer Schaden entstehe. Mit im Boot ist zudem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, erklärte Michael Gerling. Die Behörde verfüge in Sachen

Auf weitere Schäden prüfen

Denkmalschutz über zahlreiche Kontakte. „Nicht nur zu Gutachtern, sondern auch zu Firmen, die sich mit der Sanierung solcher Gebäude bestens auskennen.“ Den Abbau des Flügels wird am Freitagmorgen allerdings eine auf Baumdienste spezialisierte Firma mit Hilfe von Hubsteigern vornehmen. Zur Höhe der Kosten der Flügelreparatur konnte Gerling noch keine genauen Auskünfte geben. Auszugehen sei von einem Schaden in mindestens fünfstelliger Höhe. „Wir müssen sehen, ob auch die Welle und das Drehkreuz beschädigt wurden. Gut möglich, dass die Dacheindeckung gelitten hat.“ Wüllens Ortsvorsteher Hermann Josef Haveloh blutet aktuell beim Blick auf die Mühle das Herz. „Ich gehe stark davon aus, dass wir eine Lösung finden und die Windmühle wieder auf die Beine bekommen“, sagte Haveloh auf Anfrage. Zu einem Gutteil machte der Ortsvorsteher den Klimawandel für den Mühlenschaden verantwortlich. „Die Zahl der Orkane hat deutlich zugenommen.“

Schaden schnell beheben

Über den Wert der Mühle für Wüllen weiß der Heimatverein bestens Bescheid. „Natürlich ist es in unserem Sinne, dass der Schaden schnellstmöglich behoben wird, äußerte Geschäftsführerin Anne Weihs im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Das Gebäude wird in den Sommermonaten für Ausstellungen genutzt. Mühlenexperte Bernhard Fritsche ist Mitglied der Westfälisch-Lippischen Mühlenvereinigung.

Er führt drei Punkte ins Feld, die die 1835 errichtete Mühle so bedeutsam machen. „Die Quantwicker Mühle ist eines der wenigen noch erhaltenen technischen Denkmäler in der Region. Sie ist Landschaftsprägend und sie ist ein Wahrzeichen.“ Fritsche will mit der Vereinigung 2018 eine Besichtigungstour unternehmen und auch die Quantwicker Mühle besuchen. „Hoffentlich präsentiert sich das Bauwerk dann nicht mehr so wie jetzt.“

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