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Reformationstag begangen

Was Christen verbindet

AHAUS Zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ gab es am Reformationstag überraschende Einsichten von katholischen und evangelischen Christen.

Was Christen verbindet

Vielfältig und ökumenisch wurde der Reformationstag in Ahaus begangen. Foto: MEISEL-KEMPER

Unter dem Motto „500 Jahre Reformation. Wir feiern gemeinsam“ startete am frühen Vormittag des Reformationstages im Kulturquadrat das Fest der Ökumene. In der Stadthalle wurde zum Auftakt ein ökumenischer Gottesdienst zelebriert. „Es kamen rund 550 Besucher“, freute sich Pfarrer Heinrich Plaßmann von der katholischen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt. Plaßmann zelebrierte den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Olaf Goos von der evangelischen Christus-Gemeinde und weiteren Amtskollegen.

Am Nachmittag reduzierte sich die Besucherzahl deutlich. Zwei Talkrunden in der Stadthalle, moderiert von Bernd Schlusemann, dem Redaktionsleiter der Münsterland Zeitung in Ahaus, zwei Konzerte in der Christuskirche und Aktionen für Kinder lockten jeweils rund 50 Besucher an.

Zwei Talkrunden

In der ersten Talkrunde ging es um das Thema „Erinnerungsreise“. Alfons Homölle aus Ahle (Pfarrer im Ruhestand) sowie Kurt Fiegenbaum und Ursula Lainck-Kuse aus Ahaus gaben ihre Erinnerungen preis. „War es früher ein Miteinander?“, fragte Bernd Schlusemann die Teilnehmer. Fiegenbaum (91 Jahre alt) stammt aus einem evangelischen Elternhaus und heiratete eine Katholikin. Er konvertierte später zum Katholizismus. „Im Geschäftsleben gab es nie Probleme wegen der Religion. Mit der Familie meiner Freundin später auch nicht mehr.“ Lainck-Kuse stammt aus dem evangelisch geprägten Bergischen Land. Sie heiratete ihren katholischen Ehemann in einer katholischen Trauung im Altenberger Dom: „Als der Pfarrer mir die Hostie reichte und ich sie nahm, bekam er einen Schrecken, weil er nicht wusste, ob er mir sie geben durfte.“

Die Teilnehmer der zweiten Talkrunde waren Annette Frontzek, Pastoralreferentin in Gronau, der Grünen-Politiker Jens Steiner, VHS-Leiter Dr. Nikolaus Schneider und der Ahauser Unternehmer Karl-Heinz Wegener. „Was hat das Reformationsjahr heute bewirkt?“, fragte Bernd Schlusemann diese Runde.

Es habe eine andere Wahrnehmung auf die beiden Kirchen gebracht, bestätigte Steiner aus Sicht der Politik. „Es entsteht der trügerische Eindruck, die evangelische Kirche sei eine Volkskirche. Beide Kirchen sind es längst nicht mehr“, räumte Schneider ein. Die freie Wahl der Konfessionen begrüßte Frontzek, und der Unterschied spiele im Alltag keine große Rolle mehr.

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