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Prozess gegen Grinsekiller

Angeklagter drohte: „Ich spalte dir den Kopf“

BOCHUM „Einen Jürgen W. verlässt man nicht.“ Im Mordprozess gegen den so genannten „Grinsekiller“ gewinnt dieser eine Satz immer mehr an Bedeutung. Fakt ist: Schon seiner ersten Frau drohte der Angeklagte mit diesen Worten und sagte, er werde sie umbringen, wenn sie sich scheiden lasse.

Angeklagter drohte: „Ich spalte dir den Kopf“

Die Spurensicherung am Tatort in Eppendorf.

Die Ex-Frau des wegen Mordes angeklagten Elektrikers Jürgen W. (50) berichtete gestern vor dem Schwurgericht von den frühen Anfängen seiner ehelichen Gewaltausbrüche. Wenn er Alkohol getrunken habe, was im Laufe der Jahre immer häufiger der Fall war, habe sie ganz besonders aufpassen müssen. Ein falsches Wort oder ein falscher Blick hätte den 50-Jährigen regelrecht in Rage versetzen können. Er sei jähzornig und eifersüchtig gewesen.

„Liebe macht blind“

Dennoch verbrachte die Zeugin neun Jahre an der Seite des 50-Jährigen, sechs davon verheiratet. „Liebe macht blind“, so die Zeugin. Als die Frau sich endlich zur Trennung durchgerungen hatte, seien die Drohungen ihres Ex-Mannes massiv geworden. „Einen Jürgen W. verlässt man nicht“, habe er gesagt. Er habe gedroht, sie aus dem Fenster zu schmeißen oder ihr die Kehle durch zu schneiden. „Einmal, wenn du schläfst, hole ich ein Beil und spalte dir den Kopf“, zitierte sie ihn. „Das ist eine beängstigende Duplizität der Ereignisse“, bemerkte Richter Hans-Joachim Mankel. Die Worte und Schilderungen der Zeugin waren im Prozess keinesfalls neu. Auch andere Zeugen hatten von fast genau dem gleichen Wortlaut berichtet, diesmal allerdings gegenüber dem späteren Opfer, das sich vor der Tötung ebenfalls von Jürgen W. scheiden lassen wollte.

Verminderte Schuldfähigkeit?

Der Angeklagte ist sich keiner Schuld bewusst und beteuerte am Freitag: „Das habe ich niemals gesagt.“ Er hat bereits gestanden, am 12. Oktober 2011 in Eppendorf seine Ehefrau mit neun Messerstichen getötet zu haben. Im Prozess sollen in Kürze die psychologischen und psychiatrischen Gutachter zu Wort kommen. Dabei soll insbesondere Klarheit in die Frage kommen, ob Jürgen W. wegen massiver Trunkenheit zur Tatzeit eventuell vermindert schuldfähig war. 

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