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Kritikerchor wird lauter

Bochumer Architekt gegen Platanenfällung

BOCHUM Alle 19 Platanen rund um die Marienkirche müssen fallen. So hat der Umweltausschuss mehrheitlich beschlossen. Zu eng seien die räumlichen, zeitlichen und finanziellen Bedingungen der Baustelle für das Musikzentrum. Doch der Bochumer Architekt Egbert Hornberg widerspricht entschieden. Seinen Überlegungen nach könnten alle sechs Platanen an der Humboldtstraße erhalten bleiben.

Bochumer Architekt gegen Platanenfällung

Die Tage der Platanen rund um die Marienkirche sind gezählt. Auch die sechs, die nicht unmittelbar auf dem Gelände des zukünftigen Musikzentrums stehen, werden weichen müssen.

Auch wenn Hornberg Befürworter des Musikzentrums ist, sieht er in dem Baumbestand doch ein Qualitätsmerkmal des Quartiers, das auf jeden Fall erhalten bleiben sollte: „Solche Bäume kann man nicht einfach ersetzen.“ Bisher sollen sie weichen, um Platz für Baucontainer und Baumaterial zu schaffen. Unnötigerweise, wie Egbert Hornberg befindet. Denn der gesamte Baustellenraum ließe sich auf Humboldt- und Viktoriastraße sowie den Marienplatz erweitern.

Fällung laut Hornberg vermeidbar

Er bringt andere Argumente vor als die anderen Gegner der Platanenfällung wie der Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde der Stadt und die Initiatoren des Bürgerbegehrens. Letztere lehnen jede Abholzung generell ab.  Hornberg hingegen ist der Meinung, dass eine Fällung vermeidbar ist, ohne damit den Bau zu verhindern. Die Straßen östlich und westlich des Baugeländes seien breit genug, sodass der Verkehr unbeeinträchtigt weiter fließen könne. Lediglich die Straße Marienplatz müsste für seine Idee vollkommen bis zum Gehsteig hin gesperrt werden. Er denkt, dass „die Möglichkeit der Straßenflächennutzung einfach nicht bedacht wurde.“ Der Architekt des Musikzentrums, Thorsten Kock, widerspricht ihm jedoch: „In unseren Planungen und Überlegungen haben wir auch die Ausweitung der Baustellenfläche erwogen“, erklärt er, „allerdings wurden diese Ideen von Seiten der Stadtverwaltung verworfen.“ Die Beeinträchtigung des Straßenverkehrs sei zu groß.

Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Auf den ersten Blick betrachtet erscheint Hornbergs Idee nachvollziehbar und schlüssig. Doch Christoph Matten, Sachgebietsleiter der Planungsabteilung vom Tiefbauamt, hat Einwände. „Die Viktoriastraße ist zusammen mit weiteren Straßen die Ausweichroute für die Oskar-Hoffmann-Straße“, sagt er, „gerade stadtauswärts ist dort langfristig mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.“ Und stadtauswärts wäre genau die Fahrtrichtung, die von der Baustelle beeinträchtigt würde. Zudem sei die Humboldtstraße auch als Ausweichroute eingeplant. Eine Verengung der Einbahnstraße würde den Verkehr zu sehr behindern. „Vor allem“, führt Matten fort, „weil neben den geparkten Fahrzeugen vor dem St. Marienstift auch in zweiter Reihe gehalten werden muss – etwa Rettungswagen oder Krankentransporte.“ Alternative Lösungen zum Erhalt der riesigen Platanen wurden überdacht – doch selbst für die sechs Platanen, die nicht auf dem Gelände des zukünftigen Gebäudes stehen, ist derzeit keine Rettung in Sicht.

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