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Streit ums Musikzentrum

Bochumer Symphoniker entern Piraten

BOCHUM Das Treffen der Piraten zum Bürgerbegehren zum Musikzentrum wurde überrannt. Die Symphoniker waren in Orchesterstärke aufmarschiert, mit Steven Sloane an der Spitze und gelben „Ja, zum Musikzentrum“-Aufklebern an den Jacken. Das kleine Lokal Ebstein an der Herner Straße platze aus allen Nähten und die Emotionen kochten hoch.

Bochumer Symphoniker entern Piraten

Wie geht es weiter mit dem Musikzentrum - noch ist nicht entschieden, ob die Piraten ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen wollen.

Dabei sollte es an diesem Abend gar nicht um das Für und Wider eines Musikzentrums gehen. Doch wenn man nun schon mal aufeinandertrifft, lassen sich die Argumente lautstark vorführen, versehen mit einem guten Schuss Polemik – von beiden Seiten. Die Piraten Monika Pieper und Volker Steude hatten große Mühe, sich dem Ansturm an Protest zu widersetzen.

Zunächst wenig Neues

Inhaltlich bot die Veranstaltung zunächst wenig Neues. Die Kritiker sind überzeugt, dass sich die Stadt das Musikzentrum aktuell nicht leisten kann und sorgen sich um die Folgekosten. Befürworter argumentieren: Nur jetzt sei ein Musikzentrum so günstig zu bekommen, inklusive Erhalt der Marienkirche, inklusive einer dringend benötigen Lösung für die eklatante Probensituation der Symphoniker. Erst nachdem man sich hitzig die Zahlen und Kosten um die Ohren gehauen hatte, trat etwas zutage, was den geballten Auftritt der Symphoniker und Freunde erklärt – Angst. „Wir haben Angst, dass sie uninformierten Bürgern Angst machen“, sagte einer der Symphoniker. Angesichts der komplexen Thematik lässt sich leicht manipulieren. Und ja, die BoSy treibt die Angst, das Projekt könnte kippen.

Pieper: "Mich hat das sehr berührt"

 Da nützt es wenig, wenn 22.000 Bochumer für das - damals noch Konzerthaus - gespendet haben. Was ist, wenn sich doch eine Mehrheit gegen das Musikzentrum ausspricht. „Mich hat das sehr berührt und bewegt“, sagt Monika Pieper nach knapp zweistündiger Diskussion. Ob die Piraten nun tatsächlich mit Unterschriften ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen – diese Frage bliebe offen. „Wir müssen das jetzt alles erst einmal sacken lassen“, so Pieper. „Aber wir werden uns unser demokratisches Recht nicht nehmen lassen, sollten wir uns dafür entscheiden.“

Termin zwischen beiden Parteien

Zunächst soll es aber einen Termin zwischen Vertretern der Piraten und der BoSy im Rathaus geben, um gemeinsam das Finanzkonstrukt des Musikzentrums zu besprechen. Thomas Sichelt vom Kulturbüro der Stadt versprach, alle Zahlen offen zu legen. Im Gegenzug sicherte Monika Pieper den Symphonikern zu, im Falle eines Bürgerbegehrens auch deren Argument mit zu verteilen. „Machen Sie ein Flugblatt fertig, und ich stehe persönlich dafür gerade, dass wir es an unserem Stand verteilten“, sagte sie. Da applaudierten sogar die Vertreter der BoSy.   Es werden die nächsten Tage sein, die über ein Bürgerbegehren entscheiden. Generalmusikdirektor Steven Sloane und Britta Freis, Geschäftsführerin der Stiftung Bochumer Symphonie, suchten auch nach dem Ende der Debatte das Gespräch mit den Piraten. Im Ebstein blieb es noch länger voll.   

Korrektur: In den 22.000 Spendern für das Konzerthaus/Musikzentrum sind die Besucher des Grönemeyer-Konzertes nicht einberechnet. Beim Konzert im Juni 2009 waren circa 28.000 Gäste im Stadion. Sie wurden im Anschluss stets als "Spender" bezeichnet, jedoch später nicht mehr zur offiziellen Zahl der Spender gezählt.

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