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Zaun ja, Poller nein

Am Leo-Platz wird es nur die kleine Lösung geben

Castrop Statt der ganz großen Lösung am Kulturplatz Leo wird es jetzt doch nur eine mittelgroße Lösung, nachdem sich die Betriebsausschüsse 1 und 3 mal wieder mit diesem Thema befasst haben. Nachdem die Verwaltung ursprünglich vorpreschen und eine Lösung mit großer Zaunanlage und Polleranlagen an der Leonhardstraße sowie Video-Überwachung umsetzen wollte, gibt es erst mal nur den Zaun.

Am Leo-Platz wird es nur die kleine Lösung geben

An dieser Stelle zwischen ASG (r.) und Sekundarschule (l.) an der Viktoriastraße soll eine Zaun-/Toranlage angelegt werden. Ebenso an der Schillerstraße, so dass der hintere Schulhof des ASG abgeriegelt werden kann. Foto: Thomas Schroeter

Die Videoüberwachung zog der Beigeordnete Michael Eckhardt von sich aus zurück. „Das haben wir noch einmal überprüft. Das wäre ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Wir sollten uns das daher als letztes Mittel aufsparen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht wirken sollten“, begründete Eckhardt den Verzicht gegenüber den Politikern.

Die elektronisch steuerbaren Poller kassierte dann die Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Nils Bettinger im Namen der drei Parteien: „Da passen aus unserer Sicht Kosten und Nutzen nicht zusammen. 45.000 Euro für die Poller halten wir für übertrieben.“ Die Koalitionäre finden die Zaun- und Toranlage im hinteren Bereich des ASG an den Zugängen von Viktoria- und Schillerstraße in Verbindung mit den eingeleiteten stärkeren Überwachungsgängen von Ordnungsamt und Sicherheitsdienst zunächst für ausreichend. Ulla Mintrop-Werkle (Grüne): „Die Poller hielten eh nur Autos auf, wir glauben aber, dass die meisten Schäden da durch Jugendliche entstehen, die noch gar nicht Auto fahren. Was bringen da Poller?“

*Harald Piehl von der FWI verwies auf die zum Teil schon bestehenden Poller, die kaum genutzt würden. Er halte die Kosten für neue für eine verschuldete Stadt für zu teuer.

Die Linke wollte sogar vorerst die Null-Lösung*

Wenn es nach Meinolf Finke von der Linken* ginge, hätte der Ausschuss auch die Zaunanlage zunächst zu den Akten gelegt: „Lassen Sie uns erst mal warten, was Ordnungsaußendienst und Sicherheitsleute ausrichten, bevor wir viel Geld für Zäune und Poller ausgeben. Das ist mir zu viel Aktionismus.“

Blieb noch die CDU übrig, die das Rundumsorglospaket befürwortete. Frank Steinbach: „Das hört sich vielleicht alles etwas drastisch an, aber es gibt genügend Städte und kleine Gemeinden, die auch Poller zur Sicherung vieler Bereiche einsetzen.“ Man solle doch die Gelegenheit nutzen, dass der Hersteller der Stadt gerade ein recht günstiges Angebot für die Poller gemacht habe. Im Betriebsausschuss 3 wurde nicht mehr groß diskutiert, hier monierte nur Ausschusschef Oliver Lind, dass die kleine Lösung zwar die Gebäude, nicht aber die Anwohner schütze. Mit den Koalitionsstimmen wurden die Poller trotzdem verworfen, nur der Zaun wird in Auftrag gegeben, der laut Angebot 35.000 Euro kosten soll.

Problem am Lambertusplatz


Derweil fragt sich eine Anwohnerin des Lambertusplatzes, was die aus ihrer Sicht völlige Fixierung der Politik und der Verwaltung auf den Kulturplatz Leo eigentlich solle. „Hier bei uns am Lambertusplatz ist doch auch ständig Lärm und Randale. Hier wird getrunken, hier werden Drogen konsumiert, hier werden Menschen bedroht. Das interessiert aber offenbar niemanden“, erzählte die Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, unserer Redaktion. „Ich frage mich ja auch, warum der Herr Bettinger, der ja hier wohnt, oder die Kirchengemeinde nicht aktiv wird“, fragt sich die Anwohnerin. Sie will jetzt wissen, „warum der angekündigte neue Ordnungsdienst nicht auch mal hier bei uns am Lambertusplatz zur Kontrolle vorbeikommt?“

Die neuen Ordnungsamtsmitarbeiter werden sich bei ihren Kontrollgängen auch den Lambertusplatz vornehmen, bestätigte Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Nachfrage. Wie das gesamte Stadtgebiet eigentlich. „Die Einsatzpläne für die Mitarbeiter werden aber gerade erst entwickelt. Ob der Lambertus- platz künftig auch zum Schwerpunkt wird, müssen wir sehen“, so Fulgenzi.

* HINWEIS der Redaktion: An den drei mit einem Sternchen markierten Stellen haben wir den Text nachträglich geändert. Leider ist unserem Reporter ein Fehler unterlaufen. Wir hatten die Aussage von Meinolf Finke (Die Linke) versehentlich Harald Piehl (FWI) zugeschrieben. Diesen Fehler haben wir korrigiert.

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