Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Umfrage der Jungen Union

Das denken Castrop-Rauxeler über ihre Stadt

Castrop-Rauxel Um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, welche Sorgen und Ängste sie umtreiben, hat die Junge Union (JU) einen Fragebogen zum Leben in der Stadt entwickelt. 202 Menschen haben ihn beantwortet. Jetzt hat die JU die Fragebögen ausgewertet. Wir erklären, welche Themen bei den Castrop-Rauxelern im Gespräch sind und welche Konsequenzen die JU daraus politisch zieht.

Das denken Castrop-Rauxeler über ihre Stadt

„Vor allem die vielen Leerstände und die wenig qualitativ hochwertigen Geschäfte wurden immer wieder angesprochen“, gibt Yasemin Dittrich von der Jungen Union wieder, was viele Bürger in der Stadt stört. Umso trauriger zu sehen, dass ein inhabergeführtes Fachgeschäft wie Blumen Goebel am Castroper Markt schließen musste und nun auch das Lichthaus am Biesenkamp vor dem Aus steht. Foto: Thomas Schroeter

Im Wesentlichen ging es bei der Befragung um fünf Themengebiete.

Die Infrastruktur

Beim Thema Infrastruktur waren die Befragten geteilter Meinung: 57 Prozent bewerten sie als sehr gut oder gut. „Trotzdem gab es viele Verbesserungsvorschläge oder Wünsche“, sagt Yasemin Dittrich. Größtes Sorgenkind dabei sind die Straßen und deren Zustände. 67 Befragte sagten, dass die Straßen, Rad- und Gehwege dringend saniert werden müssen. „In nahezu jedem zweiten Gespräch war das Thema“, so Dittrich. Aber auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht im Fokus der Bürger. 32 wünschen sich den Ausbau der Busverbindungen. „Vor allem in den Randgebieten ist das Thema“, sagt JU-Vorsitzender Robin Mainz. „Da geht es um die Taktung aber auch um die Streckenführung der Linien und um die bessere Anbindung der Stadtteile an die Innenstadt.“ Der Wunsch vieler Bürger, einen Nachtexpress Richtung Bochum einzurichten, wurde bei der Befragung erneut laut. „Da sind wir aber auf einem guten Weg, das war ja auch mehrfach Thema im zuständigen Betriebsausschuss 3“, so Dittrich. Diese Pläne sollen demnächst konkreter werden. Bei der Straßensanierung sieht es ähnlich aus. Die Politik hat das Thema immer wieder auf der Agenda. „Die Investitionsdringlichkeitsliste sieht eine Sanierung einiger Straßen vor“, so Dittrich. „Wir haben finanzielle Rückstellungen aus 2016, die in den nächsten Jahren in die Straßensanierung investiert werden sollen. Bei der Straßensanierung sind wir also auf einem guten Weg, auch wenn nicht alle Straßen auf einmal gemacht werden können.“

Zurzeit wird zum Beispiel die Wewelingstraße in Pöppinghausen saniert.

Die Altstadt

Viele Bürger sehen die Entwicklung der Altstadt eher negativ und sind besorgt, dass sich der negative Trend weiter fortsetzt“, sagt Yasemin Dittrich. Auf die Frage „Wie attraktiv ist unsere Altstadt?“ antworteten 40 Prozent der Befragten mit „gut“, 36 Prozent mit „schlecht“, 7 Prozent mit „geht so“ und 17 Prozent machten dazu keine Angaben. Mit „sehr gut“ bewertete keiner die Attraktivität der Altstadt. „Vor allem die vielen Leerstände und die wenig qualitativ hochwertigen Geschäfte wurden immer wieder angesprochen“, so Dittrich. Die Befragten wünschten sich mehr moderne Fachgeschäfte, Mode- und Lebensmittelläden in Castrop. Viele Bürger wünschten sich auch ein Kino in der Altstadt zurück. Das Gastronomieangebot in der Altstadt bewerteten viele Bürger recht positiv. „Aber auch das sehen die Befragten als ausbaufähig an“, so Dittrich. Auch der Standort für den Wochenmarkt sei weiter ein umstrittenes Thema. 18 der Befragten betonten, dass der Wochenmarkt zurück auf den Marktplatz gehöre.

„Die Altstadt muss auf jeden Fall weiter belebt werden“, sagt Yasemin Dittrich. „Die vielen Veranstaltungen sind ein toller Ansatz, um Leben in die Altstadt zu bekommen.“ Das Einzelhandelssterben sieht Dittrich ebenfalls kritisch, betont aber auch die Pflicht der Bürger. „Immer mehr Leute kaufen online ein, und einige Geschäfte vor Ort können sich daher nicht mehr halten. Das ist von der Politik leider wenig beeinflussbar.“

Beim Thema Einzelhandel ging es in den Gesprächen an den Infoständen auch oft um die Lange Straße in Habinghorst. „Die Situation dort bereitet vielen Bürgern Sorge. Den meisten liegt die Lange Straße am Herzen, aber die Befragten sagten, dass es dort zu wenige Fachgeschäfte und zu viele Spielhallen gibt,“ so Dittrich.

Die Sicherheit

Exakt die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich grundsätzlich sicher in Castrop-Rauxel fühlt. 37 Prozent fühlen sich unsicher, 13 Prozent machten dazu keine Angabe. „Das Sicherheitsgefühl ist aber in den verschiedenen Stadtteilen unterschiedlich stark ausgeprägt“, sagt Yasemin Dittrich. „Und auch die Ursachen für ein subjektives Gefühl der Unsicherheit sind von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich“, ergänzt Robin Mainz.

„In Stadtteilen wie Frohlinde und Becklem ist das Sicherheitsgefühl deutlich größer als beispielsweise in Habinghorst“, sagt Dittrich. „Orte, die uns die Befragten als unsicher genannt haben, sind die Lange Straße, der Hauptbahnhof, der Kulturplatz Leo, die Unterführung an der Oberen Münsterstraße, der Stadtgarten und der Lambertusplatz.“

In den Randgebieten der Stadt hätten die Bürger eher Angst vor Einbrüchen, im Kern der Stadt eher vor Überfällen und Belästigungen. „Auch wenn das Sicherheitsgefühl der Bürger sehr subjektiv ist, sollten wir die Sorgen trotzdem ernst nehmen“, sagt Dittrich. „Denn das Sicherheitsgefühl trägt ja erheblich zur Lebensqualität bei.“

Die zwei neuen Ordnungsamts-Mitarbeiter, die vor allem in den Abendstunden und am Wochenende im Außendienst unterwegs sein sollen, seien ein erster Schritt. „Die Maßnahmen zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls sind aber noch nicht ausgeschöpft“, sagt Mainz.

„Wir haben aber mit den Vor-Ort-Terminen und den daraus resultierenden Maßnahmen am Kulturplatz Leo gezeigt, wie es gehen kann, wenn man die Bürger und Anwohner ernst nimmt“, ergänzt Dittrich.

Die Bildung

Bei der Bewertung der Bildungseinrichtungen der Stadt, gab es viele Enthaltungen in der Befragung. 72 Prozent der Befragten machten dazu gar keine Angabe, ein Prozent bewertete die Bildungseinrichtungen mit „sehr gut“, 17 Prozent mit „gut“, 8 Prozent mit „ausreichend/okay“ und 2 Prozent mit „schlecht“.

Aber auch von den Befragten, die sich enthielten, kamen viele Verbesserungsvorschläge. Dabei stand die Sanierung der Schulen im Vordergrund. Aber auch der hohe Unterrichtsausfall, die Digitalisierung und der Mangel an Kita-Plätzen bewegt die Bürger unserer Stadt. „Viele sprachen auch den Wechsel von G8 zurück auf G9 an“, sagt Dittrich. „Die meisten sind dafür, um die Kinder in den Schulen zu entlasten.“

Bei der Sanierung und Digitalisierung der Bildungseinrichtungen sieht die Junge Union die Europastadt schon auf einem guten Weg. „Vor allem durch das Förderprogramm Gute Schule 2020 konnten hohe Summen Fördermittel freigemacht werden“, so Dittrich. So profitiert unter anderem das ASG davon und erhält eine neue Fassade.

Die Wirtschaft

Castrop-Rauxel als Wirtschaftsstandort ist für mich persönlich eines der wichtigsten Themen“, sagt Yasemin Dittrich. „Denn die wirtschaftliche Lage der Stadt ist essenziell für die Lebensqualität in ihr.“ Das betonten auch die Bürger in Gesprächen mit der Jungen Union an den Infoständen zur Befragung. 20 Prozent der Befragten aus der Europastadt sind zufrieden mit der Wirtschaft in unserer Stadt, rund die Hälfte hatte aber konkrete Forderungen. Beispielsweise müsste es mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze geben, so deren Meinung. Dafür sei die Ansiedlung von weiteren Unternehmen erforderlich. Es fehle an Industrie und Produktion in unserer Stadt, und junge Leute müssten beruflich hier gehalten werden.

„Damit sich mehr Unternehmen ansiedeln können, muss es mehr Gewerbeflächen in Castrop-Rauxel geben“, sagt Dittrich. „Wir müssen bessere Voraussetzungen für Unternehmen schaffen und uns als Standort attraktiv machen“, sagt Mainz. „Über die Gewerbesteuer schaffen wir das nicht.“ Denn wenn Castrop-Rauxel ein attraktiver Wirtschaftsstandort sei, verbessere sich auch die finanzielle Lage der Stadt. „Und das ermöglicht dann wiederum in die Bedürfnisse der Allgemeinheit zu investieren.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Thomasstraße / Kolpingstraße

Beton verstopft Abwasserrohr in Castroper Kanalisation

Castrop Seit dem Wochenende stehen die Sperrbaken auf der Thomasstraße. Von beiden Seiten ist Sackgasse, und die Kolpingstraße ist auch dicht. Grund ist eine durch Beton verstopfte Abwasserleitung. Jetzt wird nach dem Verursacher ermittelt. Wir geben Antworten auf einige offene Fragen.mehr...

19-Jähriger beim 1. FC Köln

Chris Führich aus Habinghorst feiert Debüt in Bayern

Habinghorst 66 Minuten waren am Mittwochabend in der Allianz-Arena zwischen Bayern München und dem 1. FC Köln gespielt, da schmiss FC-Coach Stefan Ruthenbeck den 19-jährigen Habinghorster Chris Führich ins kalte Bundesliga-Wasser. Er kann es bis heute kaum glauben.mehr...

Am Nikolaustag auf der Ringstraße

Vorfall um geschubstes Mädchen (7) bleibt wohl ungeklärt

Castrop Der „Mädchenschubser-Fall“ von Castrop bleibt wohl für immer ungeklärt: Auch eine Woche nach dem Vorfall an der Ringstraße gibt es keinerlei weitere Hinweise. Wie kann das sein?mehr...

Von Hammerkopf- zu Erinturm

Grüner Laser strahlte erst schief - jetzt nicht mehr

Castrop-Rauxel Der Laser strahlt – und er strahlt jetzt auch wieder richtig. Die Breilmann KG, die für den Betrieb des grünen Strahls zwischen dem Hammerkopfturm und dem Erintumr in Castrop-Rauxel zuständig ist, hat in den Anfangstagen Anfang Dezember etwas nachjustiert. Warum?mehr...

Eröffnung am 2. Januar 2018

Das ist der neue 11-Millionen-OP-Trakt am EvK

Castrop-Rauxel Vor Monaten stellte das St.-Rochus-Hospital seinen neuen OP-Trakt vor. Jetzt eröffnet das Evangelische Krankenhaus ebenfalls einen solchen: 11 Millionen Euro flossen in den Neubau links vom Haupteingang und in modernste Technik für die Chirurgie. Wir sind auf Foto-Rundgang gegangen und haben zugehört.mehr...

Nach Auftritt bei „Wer wird Millionär“

Lemmer über die TV-Show und die Zukunft des VfR Rauxel

Rauxel Mehr als vier Millionen Zuschauer hatte die Sendung am Montagabend: Philip Lemmer trat dort für den VfR Rauxel bei „Wer wird Millionär“ in den Ring, um auf den Ratestuhl zu gelangen. Er scheiterte beim Versuch. Uns stellte der Heilerziehungspfleger im Interview seinen kleinen Zehn-Jahres-Plan vor und was hinter dem Engagement für den Verein steckt.mehr...