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Bernd Herling im Porträt

Das ist der Holz-Mann aus der Weihnachtsmarkt-Hütte

Castrop-Rauxel Wer steht eigentlich in den Hütten auf dem Castroper Weihnachtsmarkt? Da sind Peter und sein Sohn Nils Koczy zu nennen, die neben der Schlittschuhbahn auch Hütten mitbrachten. Und Bernd Herling, der Holzmann aus Ickern. Das Drechseln half ihm über einen Schicksalsschlag hinweg. Ein Porträt

Das ist der Holz-Mann aus der Weihnachtsmarkt-Hütte

Bernd Herling, der Drechsler aus Ickern, ist in den nächsten Wochen auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt zu finden. Foto: Foto Regener

Der Stand auf dem Altstadt-Weihnachtsmarkt ist klein, aber fein. Bernd Herling zeigt, was er in seiner Werkstatt in Ickern fabriziert hat. Holzzaubereien nennt er seine Werke. Doch er zaubert nicht, sondern drechselt und poliert. Akribisch und ausdauernd.

Ob Gebrauchsgegenstände oder schmückende Dekoration: Bis die Ware so aussieht, wie Herling es sich vorstellt, dauert es. Manchmal Jahre. „Ja, weil aus Holz gedrechselte Schüsseln nicht reißen dürfen“, sagt er. Deshalb drechselt er die Rohform aus Hölzern, die er im Fachhandel kauft, und lässt sie dann ein bis zwei Jahre ruhen. Erst dann geht es an die Feinarbeit: Dann wird die Endform gedrechselt, geschliffen und poliert.

Schneller geht es mit den Kreiseln: Die fertigt Bernd Herling vor Ort auf dem neuen Castroper Weihnachtsmarkt mit seinem Hüttendörfchen rund um den Reiterbrunnen. Es ist ein Spielzeug, findet er, das heute noch junge wie erwachsene Kunden begeistert.

Tischler, Bauleiter - krank. Das Drechseln half ihm wieder auf

Holz war schon immer das Ding des Holz-Manns. Seinen Beruf als Tischler und Bauleiter habe er geliebt, erzählt Bernd Herling, den wir schon im Mai in seiner Werkstatt besuchten. Überstunden waren an der Tagesordnung. Bis er krank wurde. Das war vor etwa 15 Jahren. Holz half ihm, diesen Schicksalsschlag zu überwinden. Genauer gesagt: das Drechseln. Seine ersten Werke waren so schön, dass er schon bald von seiner Kirchengemeinde gebeten wurde, am Weihnachtsmarkt teilzunehmen.

Inzwischen war er auf vielen Märkten, hat sein Angebot stark erweitert. Die Maschinen und Werkzeuge für die Herstellung hat er zum Teil selbst gefertigt. „Wär auch sonst viel zu teuer“, sagt er.

Seine Werkstatt platzt aus allen Nähten

Daheim in seiner Werkstatt gibt er auch Drechselkurse, hat einen Verkaufsraum und kleine Schaufenster. Doch es platzt aus allen Nähten. Deshalb sucht Bernd Herling nach einer neuen Bleibe. Am liebsten einer, wo er alles unter einem Dach hat: seine Wohnung, die Werkstatt und ein kleines Ladenlokal.

Vorher ist seine Baustelle aber die Weihnachtsmarkt-Hütte in Castrop: Neben Tellern und Schalen, Humpen, Bechern und Dosen hat er eine Kollektion an Füllfederhaltern und Kugelschreibern entwickelt. Aus edlen Hölzern, die wirken wie Keramik. Auch Schmuck stellt er her. Ringe, Kettenanhänger und Ohrstecker, die durch die individuelle Maserung des Holzes Unikate sind.

Natürlich dominiert am Weihnachtsmarktstand der Advent bei der angebotenen Holzkunst: Krippen, Engel, Tannenbäume und Sterne kann man kaufen. Und Christbaumkugeln: Vollformen, halb offene Kugeln und Hohlformen, erklärt der Herling.

Die Kugeln, deren Herstellung viel Fingerspitzengefühl fordern, haben ihren Preis. Doch es gibt Stammkunden, wie Herling zufrieden erzählt, die jedes Jahr zwei Kugeln kaufen.

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