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Interview

Deshalb schmilzt in Castrop-Rauxel der Asphalt

CASTROP-RAUXEL Es scheint die Sonne und schon schmilzt die Straße - das passiert nicht zum ersten Mal in Castrop-Rauxel. Thorsten Werth-von Kampen, Vize des Stadtbetriebs EUV in Castrop-Rauxel, hat dazu ein ausführliches Interview gegeben: Wie kann das sein?

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Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."

EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen

Thorsten Werth-von Kampen erlebte einen Medien-Dienstag: Der WDR und Sat.1 fragten den EUV-Vize an, nachdem die Sender über unseren Bericht auf die dahinschmelzende Wilhelmstraße erfuhren. Dienstag um 13.30 Uhr widmete er sich einer Anfrage von 1Live.

Vorher gab er unserer Redaktion ein ausführliches Interview über den weiteren Plan mit der Straße, vernünftige und unvernünftige Art der Ausbesserung und Regresspflichten. 

So sieht die geschmolzene Straße in Castrop-Rauxel aus

Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
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Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
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Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
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Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."
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Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
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Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.
Wilhelmstraße: Hier ist die Einfahrt verboten, denn der Asphalt hat sich in der Sonne aufgelöst.

Herr Werth-von Kampen, warum schmilzt der Asphalt an der Wilhelmstraße in Castrop-Rauxel?

Das liegt zum einen am Verfahren, mit dem die Straße hergerichtet wurde. Es war aus der Not heraus ein Verfahren, das die Straße halten sollte. Das Material, das vor drei Jahren aufgetragen wurde, deckt Risse ab. Der Angriff auf die Straße wird dann etwas gemindert. Aber das ist keine Erneuerung, keine vernünftige Instandsetzung. Stellen Sie sich das so vor wie Rostschutzfarbe, mit der sie ein rostiges Fahrrad streichen. Die Hoffnung war wegen der guten Erfahrungen mit dem Verfahren in den vergangenen 10 bis 15 Jahren, dass diese Art der Aufbereitung 8 bis 10 Jahre hält. Das hat sie in manchen Stadtteilen auch, aber es funktioniert nicht überall.

Die Straße ist also nicht vernünftig hergerichtet? Oder warum schmilzt das Material?

Wir haben zurzeit den höchsten Sonnenstand und die längste Sonnenschein-Dauer. Wenn eine Straße nicht beschattet ist und es nachts nicht abkühlt, dann kühlt auch die Asphalttemperatur nicht ab. Dazu kommt: Es sind nur zwei Zentimeter Deckschicht, die nicht so richtig mit dem Untergrund verbunden ist. Die Wärme staut sich also in den oberen zwei Zentimetern. Die Straße liegt aber jetzt schon drei Jahre in dieser Form. Unsere Vermutung ist auch, dass die Bitumenqualität nachgelassen hat.

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Das ist das Material, das hier als Asphaltschicht aufgetragen wurde?

Ja. Bitumen ist eigentlich ein Abfallprodukt aus Erdölraffinerien. Die Raffinerien holen heute mehr aus dem Erdöl raus als noch vor Jahren. Das Restprodukt wird dadurch problematischer. Auf diese Begründung zieht sich jedenfalls der Hersteller zurück. Für uns ist klar: Damit sind solche Verfahren nicht mehr sinnvoll einzusetzen.

Bieten Straßenbaufirmen sie Ihnen denn weiter an – vielleicht explizit, weil sie wissen, wir haben es mit einer Kommune zu tun, die kein Geld hat?

Das sind Maßnahmen, die bei geringen Mitteln angewendet werden – aber in dem Wissen, dass das keine dauerhafte Lösung ist. Es gibt zwar auch hier ein Regelwerk dazu, aber man darf es nicht mit einer richtigen Erneuerung vergleichen. Das wussten aber alle Beteiligten hier vorher.

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Warum setzten Sie es dann trotzdem ein?

Das Verfahren hat ja auch funktioniert – es gibt Beispiele, die zehn Jahre halten. Die Straße vor dem Rathaus, also am Europaplatz, hat zehn Jahre gehalten. Sie wird jetzt gerade auch problematisch, aber so lange hat sie gehalten. Und es gibt andere Straßen, wo das mit dem zur Verfügung stehenden Budget geklappt hat. Glauben Sie mir: Wir würden alle lieber eine grundhafte Erneuerung durchführen – aber wie Sie selber geschrieben haben: Es geht halt nicht.

 

Wie hoch sind denn die Kosten im Vergleich zu einer grundhaften Erneuerung, wie Sie sagen?

Für die Cottenburgstraße haben wir damals zwischen 30.000 und 40.000 Euro bezahlt. Für die grundhafte Erneuerung mit Gehwegen auf geschätzt rund 800 Metern 360.000 Euro. Jetzt wissen Sie, warum ein Verfahren, bei dem man zwei Zentimeter aufspritzt und, so einen Charme hat.

 

Würden Sie das Verfahren wieder einsetzen?

Durch die Erfahrung, die wir jetzt machen, setzt ein Umdenken ein: Wir stellen dieses Verfahren infrage – und zwar seit unserer Erfahrung mit der Cottenburgstraße, die 2015 und 2016 Probleme gemacht hat. Wir haben dafür einen Schadenersatz von der Baufirma bekommen. Wir haben damals gesagt, wir versuchen über Fördermittel wie das KInFöG oder im Zuge mit Kanalbauarbeiten die Straßen abzuarbeiten. Da gibt es eine Prioritätenliste, die nach dem Straßenzustandskataster erstellt wird. Danach richten wir uns. Lange Straße, Wewelingstraße, die Cottenburgstraße – die sind zuletzt danach gemacht worden.

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Am Tag, nachdem die erste Schmelze des Jahres auf der Wilhelmstraße eingetreten ist – wie ist jetzt die Situation vor Ort? Am Dienstag um 7.30 Uhr waren wir da, da war die Straße noch gesperrt…

Sie ist nicht mehr gesperrt. Bis 20 Uhr haben Montagabend unsere Leute dort Stabilisierungsmaßnahmen vorgenommen, also ein Granulat-Sole-Gemisch gestreut, um die Straße zu stützen und sie zu kühlen. Diese Maßnahmen haben gegriffen.

 

Und jetzt? Wie gehen Sie weiter vor an der Stelle?

Wir beobachten die Straße.

 

Was heißt das genau?

Es guckt ständig mal einer vorbei. Die Straße bleibt aber in jedem Fall offen, auch für die Busse, die dort fahren.

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Was ist jetzt der weitere Plan für die geschmolzene Straße?

So, wie der Belag jetzt aussieht, ist die Oberfläche ruiniert. Der einzig sinnvolle Schritt, der jetzt folgen muss, ist eine Feinfräsung. Die kann aber erst im Herbst gemacht werden, wenn es kühler ist. Dann haben wir die verbleibende untere Stützschicht als provisorischen Straßenbelag und haben dann die Chance, nach Finanzmitteln für eine vernünftige, also qualifizierte Erneuerung zu schauen.

 

Über welches Stück der Wilhelmstraße sprechen wir da?

Den Bereich zwischen Grutholztsraße und Bergstraße, also etwa 500 Meter.

 

Wie sähe eine vernünftige Erneuerung denn konkret aus?

So wie an der Cottenburgstraße: Man muss eine vernünftige Tragschicht und eine entsprechende Verschleißschicht darüber aufbringen. Üblich sind etwa zehn Zentimeter Tragschicht und zehn Zentimeter Asphalt.

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Sie sprachen an, dass Sie das Straßenbauunternehmen wegen der Cottenburgstraße damals in Regress genommen haben. Wie ist das jetzt?

Es gibt eine fünfjährige Gewährleistung für Instandsetzungsmaßnahmen nach VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen).  Für eine Instandsetzungsmaßnahme dieser Art gibt es aber nur zwei Jahre Gewährleistung. Die sind für die Wilhelmstraße aber abgelaufen. Wir sprechen trotzdem mit dem Bauunternehmen, auch wenn es dafür nicht aufkommen muss. Der Unternehmer stellt das Verfahren auch für sich selbst infrage.

 

Ist dieses Bauunternehmen für alle Straßen, die nach diesem Verfahren oberflächlich geflickt wurden, verantwortlich?

Ja.

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An der Wilhelmstraße, sagten Sie, können Sie erst im Herbst weiteres tun. Was gilt bis dahin?

Wir werden sie beobachten und Schlaglöcher kurzfristig flicken. Wir müssen da jetzt durch.

 

Diese Straßen werden außerdem beobachtet

Neben der Wilhelmstraße in Dorf Rauxel, die zunächst bis im Herbst warten muss, um dann möglicherweise abgefräst zu werden und auf Geld zu warten, damit man sie von Grund auf sanieren kann, stehen folgende weitere Straßen unter akuter Beobachtung, wie Thorsten Werth-von Kampen sagt:

  • Kreuzstraße: „Sie ist im Monitoring, stellt sich aber nicht so drastisch dar. Da haben wir nur sogenannte ‚Drehteller‘: Dadurch, dass es eine Anliegerstraße ist, entstehen sie an Kreuzungen auf dem Asphalt, also unter den Reifen von Fahrzeugen, die stark einlenken. Das flächenhafte Problem haben wir da nicht.“
  • Grutholzstraße: „Hier gab es vergangenes Jahr Probleme im Kreuzungsbereich – die sind aber schon vergangenes Jahr nachgearbeitet worden.“
  • Cottenburgstraße: Nach der Komplett-Sanierung treten hier bislang keine Probleme auf.
  • Hellweg/Merklinde: Straße in Verantwortung von Straßen.NRW, die ebenfalls von der Hitze aufgeweicht worden sein soll. 
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Einmal über 30 Grad - schon zu heiß für die Wilhelmstraße in Dorf Rauxel? Von Wilhelmschule bis Luisenstraße sperrte der EUV und verteilte Rollsplitt. Ein Anwohner: "Sie verwechseln hier Winter mit Sommer: An dieser Straße wird vor allem im Sommer gestreut, nicht im Winter."

EUV-Vize Thorsten Werth-von Kampen

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