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Serie: "Yesterday"

Frauen-Achter machte Schritt in Richtung Seoul

CASTROP-RAUXEL Während im Fußball mit gigantischen Summen hantiert werden, gehen Randsportarten finanziell auf dem Zahnfleisch. Das war vor 30 Jahren nicht anders. Für den Frauen-Achter, der von Peter Jost auf dem Vereinsgelände des RV Rauxel trainiert worden war, öffneten sich damals plötzlich bessere Möglichkeiten.

Frauen-Achter machte Schritt in Richtung Seoul

Peter Jost (l.) und Rudi Sümpelmann waren die treibenden Kräfte Ende der 1980er Jahre, die dafür sorgten, dass sich der Deutschland-Achter der Frauen beim RV Rauxel für Olympia 1988 in Seoul vorbereiteten.

Die Ruhr Nachrichten titelten am 1. September 1987 „Frauen-Achter sichert sich Optimalförderung bis zur Olympiade ´88“. Bis dahin hatte sich das von Jost trainierte Boot fast ausschließlich selbst finanziert. Es war die Belohnung für die harte Arbeit. Absolut enttäuschend liefen nämlich die Weltmeisterschaften in Kopenhagen für die Boote des Dortmunder Ruder-Leistungszentrums.

Nur eines ragte heraus: das Rauxeler Großboot, welches mit dem fünften Platz das beste Resultat der Dortmunder Flotte einfahren konnte. Die Belohnung für das völlig unerwartete Vorstoßen in die absolute Weltspitze: die Aufnahme in das Optimalförderungsprogramm des Bundesausschusses für Leistungssport (BAL) bis zu den Olympischen Spielen in Seoul ein Jahr später.

Entlastend wirkte das für den Verein RV Rauxel. Beispielsweise kam der Verband nun für das teure Bootsmaterial auf. „Das war aber auch das Mindeste“, erinnert sich nun Rudi Sümpelmann, der damalige Vereinsvorsitzende. „Für uns war das ein kleines Abenteuer. Der ganze Klub stand dahinter“, so Sümpelmann weiter.

Die Mittel der Rauxeler seien damals absolut begrenzt gewesen, sagt er heute. Coach Jost ergänzt: „Heute haben es diese Sportarten ja schon schwer. Damals war es nicht viel anders. Im Gegenteil.“

Hilfe der Mitglieder

Die Hilfe der Vereinsmitglieder lobt Ex-Trainer Jost auch noch heute. Er berichtet: „Den Ruderinnen von anderen Vereinen wurden ab und zu sogar Schlafplätze angeboten.“ Ungefähr vier Jahre vor der Qualifikation für Olympia begann das Projekt an der Wartburginsel. Damals war ein starker Juniorinnen-Jahrgang auf dem Sprung zu den Seniorinnen. Zwei Jahre später entstand dann die Idee, an der Wartburginsel einen Frauen-Achter um Rauxels Anja Schäfer ins Leben zu rufen. Einen sehr guten Vierer, der damals Deutscher Jugend-Meister wurde, hatten sie schon vor Ort.

CASTROP-RAUXEL Bewegte Zeiten hat die Castrop-Rauxeler Glückauf-Kampfbahn, die Heimstätte der Fußballer des SC Arminia Ickern, nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt. Davon kündet auch ein Foto, das heute vor 50 Jahren im Lokalsport der Ruhr Nachrichten veröffentlicht wurde.mehr...

Die anderen Ruderinnen kamen aus der Umgebung. Nach langen Verhandlungen und einer Kanada-Reise mit einem deutschen Boot hatte Jost den Verband von seinem Konzept auf der Wartburginsel überzeugen können. In Seoul, wo der Rauxeler Eckhard Schulz im Deutschland-Achter zu Gold ruderte, kam das Frauen-Boot gegen die starke Konkurrenz aus dem Ostblock „nur“ auf Rang sieben und verpasste den Finallauf. „Damit war niemand wirklich zufrieden“, erklärt Peter Jost.

Auf die Arbeit im Jugendbereich ist Rudi Sümpelmann heute nach wie vor stolz: „Die Arbeit war wirklich hervorragend. Bei den Senioren sind die Kosten danach aber derart gestiegen, dass man diese einem Verein unserer Größe nicht zumuten konnte.“

Lange Tradition

Dennoch kann der RV Rauxel auf eine lange und erfolgreiche Tradition im Frauen-Rudern zurückblicken. „Der Damen-Achter hat immer eine große Rolle gespielt“, sagt Rudi Sümpelmann. Erst vor Kurzem feierte der Verein den nächsten Höhepunkt.

Nach der Meisterschaft in der Ruder-Bundesliga gewann das Team von der Wartburginsel auf der Berliner Spree 2015 auch noch die Ruder-Champions League. Sümpelmann sagt: „Das hat dem Verein auf jeden Fall einen Aufschwung gebracht.“

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