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Kritik zum Rückbau

Im Golfclub Castrop-Rauxel wird Protest laut

Frohlinde Der Montagabend könnte für den Golfclub Castrop-Rauxel wegweisend sein: Dann informiert der Vorstand die Mitglieder über die Pläne für eine Verkleinerung der Anlage. Es gibt Gegner, erster Protest formiert sich.

Im Golfclub Castrop-Rauxel wird Protest laut

Der Golfplatz aus der Luft von Schwerin aus betrachtet. Die A-Runde Barbachtal und die B-Runde Frohlinde müssen komplett umgeplant werden. Foto: Tobias Weckenbrock

Um 18 Uhr beginnt im Clubhaus des Golfclubs am Montag die erste von zwei Mitglieder-Informationsveranstaltungen, um 20 Uhr die zweite. Zu diesem Prozedere einer geteilten Versammlung war der Vorstand mit dem Argument gekommen, dass der Saal im Clubhaus nicht mehr als 200 Personen fasst. Da beginnt die Kritik einer sich formierenden Opposition: Man weiche nicht, wie ursprünglich angedacht, in die Stadthalle aus, damit man nicht zu viele Mitglieder gleichzeitig im Saal hat – denn dann könnte der Protest sich stärker artikulieren, so der Verdacht einiger Mitglieder.

Benedikt Leßmann gehört zu denen, die diesen Verdacht hegen: Er ist einer derjenigen Golfer, die unbedingt verhindern wollen, dass der Golfplatz von 27 auf 18 Löcher verkleinert wird. „Man trennt uns, um uns klein zu halten“, so Leßmann gegenüber unserer Redaktion.

Der Verein liegt seit Jahren im Clinch mit der Landeignerin Elisabeth Grümer. Nach 30 Jahren läuft Ende 2018 der Pachtvertrag für ungefähr ein Viertel der Golfplatz-Ländereien aus. Grümer hat für eine Verlängerung die Bedingungen verschärft. Unter anderem geht es dabei auch um die Nutzung des alten Clubhauses, das der Club nur noch als Garage nutzt. Es soll aber für ein Jahr mehr als 40.000 Euro Pacht verschlingen.

Angebot nicht hoch genug: Gespräche abgebrochen

Nach mehreren Gesprächen, unter anderem mit Bürgermeister Rajko Kravanja als erhofftem Mediator, beendete die Grümer-Seite die Verhandlungen wegen des für sie zu gering ausfallenden Angebots des Golfclubs für eine Verlängerung zumindest um weitere zwei Jahre. Der Vorstand des Clubs setzte sich daraufhin mit Golfplatz-Architekt Christoph Städler zur Beratung über eine Verkleinerung der Anlage an einen Tisch.

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Inzwischen hat die Grümer-Seite sehr klar formuliert, was sie in Sachen Rückbau der zurückzugebenden Ländereien vom Golfclub erwartet: Die Golfbahnen müssen wieder Ackerflächen sein, das Clubhaus muss in den alten Zustand zurückversetzt werden, ein Parkplatz und die Wasserteiche zurückgebaut werden. Es geht dabei auch um die Bepflanzungen, unter anderem eine Weißdorn-Hecke. Grümer-Anwalt Matthias Delvo beziffert die Kosten dafür auf rund 1 Million Euro – eine Summe, die der Golfclub seiner Meinung nach kaum berappen kann. Delvo habe mit mehreren Mitgliedern des Vereins Gespräche geführt und schätzt den Kreis der Rückbau-Gegner auf rund 30 Personen.

Größe der Anlage ist Alleinstellungsmerkmal

Neben Benedikt Leßmann gehört zu den Widersachern auch Hubert Hommen, Mitglied des Vereins aus Frohlinde: „Es sollte noch mal Gespräche geben“, forderte er am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir verlieren etwas, das sehr viel wert ist.“ Damit meint er das Alleinstellungsmerkmal der großen Anlage: In einem Ranking des Magazins „Revier-Manager“ steht der Golfplatz auf Rang zwei hinter Essen-Heidhausen – von 24 Anlagen. Er wolle sich am Montagabend bei der zweiten Infoveranstaltung mit einem Plädoyer zu Wort melden.

„Die 27-Loch-Anlage ist ein Aushängeschild – und es wäre schön, wenn sie als solches erhalten bliebe“, sagt Frank Steinbach, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins.

Die kleine Golf-Krise von Frohlinde

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