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Serie: „Yesterday“

Özbek und Co. sind Teil der DFB-Geschichte

Castrop-Rauxel. Vor 15 Jahren wurden die Nachwuchsstrukturen im Deutschen Fußball-Bund reformiert. 366 Stützpunkte entstanden – einer auch in Herne. Ein späterer Castrop-Rauxeler Fußballprofi war damals dabei.

Özbek und Co. sind 
Teil der DFB-Geschichte

Safet Beganovic (oben, l.), Ufuk Özbek (unten, l.), Mpourak Moustafa (unten, M.) sowie Stefan Tams (r.) liefen im Jahr 2002 für die U11-Stützpunktauswahl auf. Özbek ist heute Fußballprofi, Tams spielt bei Wacker Obercastrop. Foto: Fotos Lukas / Grafik Mühe

Heute vor 15 Jahren, am 18. November 2002, berichteten die Ruhr Nachrichten auf der fünften Lokalsportseite über das Abschneiden der U12- und U11-Stützpunkt-Teams. Mit dabei ein bekannter Name, der es später in den Profifußball schaffen sollte: Ufuk Özbek, damals noch in Diensten der Spvg Schwerin. Außerdem standen seine damaligen Teamkollegen Safet Beganovic und Stefan Tams, heute Torhüter des Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, sowie Mpourak Moustafa von Arminia Ickern im Kader der U11-Auswahl.

Berichtet wurde über den Auftritt der Mannschaft aus Herne und Castrop-Rauxel beim Team aus Gelsenkirchen. Vier Minuten vor Schluss kassierte das Team der vier Castrop-Rauxeler damals den 1:1-Ausgleich, nachdem man früh durch einen Treffer von Tobias Prautsch (Westfalia Herne) in Führung gegangen war.

Am Sonntag, 17. November 2002, liefen die Nachwuchs-Kicker noch bei einem Turnier in Soest auf. Hinter den Kreisen Münster und Recklinghausen kam die von Franz-Josef Ganzwind trainierte Mannschaft auf Rang drei.

Özbek spricht in höchsten Tönen über Trainer

Ufuk Özbek, der aktuell in der vierten türkischen Liga bei Tepecikspor aktiv ist, erinnert sich noch an seinen ehemaligen Coach – in höchsten Tönen: „Er hat mich damals auf das nächste Level gebracht.“ Das Niveau in der Auswahl sei durchaus höher gewesen, als in der Liga, so Özbek. „Es war schon wichtig, dass ich dort einmal in der Woche trainiert und am Wochenende gespielt habe“, erklärt der heute 25-Jährige. Den nächsten Karriereschritt hatte er demnach dem Stützpunkt zu verdanken. „Das hat mich dazu geführt, dass ich Angebote von Schalke 04 und Borussia Dortmund bekommen habe. Ich hatte mich dann für die Schalker Jugend entschieden“, sagt Özbek.

In gewisser Weise schrieben die Nachwuchs-Kicker in der Saison 2002/2003, aus der der Artikel stammt, einen kleinen Teil-Fußballgeschichte. Erst wenige Monate war es her, dass der Kreis Herne im Jahr 2002 einer von insgesamt 366 Stützpunkten des Deutschen Fußball Bundes (DFB) geworden war. Diese verbinden Vereinssport und die Talentförderung. Nach dem schwachen Abschneiden der DFB-Elf bei der WM 1998 und der EM 2000 hatte der Verband das Nachwuchsförderungskonzept grundlegend reformiert. Mit Erfolg, wie sich spätestens bei der Weltmeisterschaft in Brasilien vor drei Jahren mit dem Titelgewinn gezeigt hat.

Kinder werden auf umliegende Kreise aufgeteilt

„Die damals neu gegründeten Stützpunktauswahlen sind hier im Endeffekt nichts anderes als die Kreisauswahlen“, weiß Rüdiger Döring, Koordinator Talentsichtung- und -förderung beim DFB-Stützpunkt Herne. Andere Kreise mussten sich hingegen zu einem Stützpunkt zusammentun. „In Herne gibt es etwa keine C-Jugendauswahl“, so Döring. „Die Kinder dieses Jahrgangs werden dann auf die umliegenden Kreise aufgeteilt, je nachdem, welcher für sie am einfachsten erreichbar ist.“

Im Januar wird in Wanne-Eickel wieder die Hallenkreismeisterschaft der E-Junioren statt. Döring stellt mit den dort gewonnenen Eindrücken dann die Auswahl zusammen, die von Februar bis Juni von den DFB-Stützpunkttrainer Christian Broos und Michael Hubner betreut wird. Eventuell wird dort wieder jemand dabei sein, der es bis nach ganz oben schafft.

Vier Castrop-Rauxeler in der U11-Stützpunkt-Auswahl im Jahr 2002

Ufuk Özbek (rotes Trikot) lief in der U11 für die Spvg Schwerin. Er lobt den Trainer der Stützpunkt-Elf in höchsten Tönen: „Er hat mich damals auf das nächste Level gebracht.“
Safet Beganovic (l.) lief als Spielführer für die Stützpunkt-Auswahl in Gelsenkirchen auf.
Stefan Tams hütete das Tor der Stützpunkt-Mannschaft. Heute steht er beim Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop im Kasten.
Mpourak Moustafa (l.) trug damals nicht nur in der Stützpunkt-Auswahl „Rot“. Er lief nämlich für den SC Arminia Ickern auf – dessen Vereinsfarben: Rot-Weiß.

In der Serie Yesterday werden Lokalsport-Geschehnisse aus den Jahren 2012, 2007, 2002, 1997, 1992, 1987 und 1982 beleuchtet. Mit Zeitungsausschnitten und Anekdoten können Leser zu den Folgen beitragen. Die Lokalsport-Redaktion ist erreichbar per Telefon unter (02305) 9230031 und E-Mail sportredaktion.castrop@mdhl.de

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