Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Trinkende Jugendliche

Problemzone Leo-Platz: FWI fordert mehr Verbote

CASTROP-RAUXEL Am Kulturplatz Leo in der Castroper Innenstadt feiern und trinken Jugendliche vor allem an den Wochenenden - und hinterlassen jede Menge Müll. Dieses Problem beschäftigt Stadtverwaltung und Politik seit Wochen. Sind härtere Verbote und Video-Überwachung eine Lösung, wie die Freie Wählerinitiative (FWI) vorschlägt?

Problemzone Leo-Platz: FWI fordert mehr Verbote

Sie trinken, sie feiern, sie hinterlassen Müll: Jugendliche auf dem Kulturplatz Leo sorgen für Ärger.

Die Freie Wählerinitiative (FWI) will in der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause am 28. September darüber entscheiden lassen, die Ordnungsbehördliche Verordnung der Stadt zu ändern.

Die Begründung: Die veröffentlichte Meinung der Verwaltung, mit Präventivmaßnahmen dort etwas zu ändern, reicht der FWI nicht. „Nur auf Einsicht zu appellieren braucht 20 Jahre, bis es wirkt“, sagt Christel Sperz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende bei einem Gespräch in der Redaktion.

Nachbarstädte geben Rahmen deutlicher vor

Um den Antrag für die Verwaltung vorzubereiten, hat sich die FWI die Ordnungsbehördlichen Verordnungen der Nachbarstädte angeguckt. Das Fazit fällt eindeutig aus: „Dort ist alles einfacher und prägnanter beschrieben als in unserer Verordnung, die zuletzt 2003 überarbeitet wurde“, sagt Fraktionschef Manfred Postel. „Unsere Verordnung ist überholt und lässt uns keine Handhabe.“

Die FWI will die nötigen Rechtsgrundlagen für aktive Maßnahmen am Leoplatz schaffen. Sie bringt für den Kulturplatz Video-Überwachung, Zugangsbeschränkungen, Absperrungen, Platzverweise, höhere Sanktionen und ein punktuelles Alkoholverbot ins Gespräch.

Ein generelles Alkoholverbot hält die FWI zwar nicht für sinnvoll, aber ein zeitlich und räumlich begrenztes. „Wir wollen aber nichts vorgeben, sondern nur Möglichkeiten aufzeigen“, betont Postel. Im zuständigen Betriebsausschuss 1 könne man dann die Details zur Änderung der Verordnung besprechen.

CASTROP-RAUXEL Die Anwohner sind genervt von nächtlichen Treffen, der Lautstärke und der Zerstörungswut zahlreicher Jugendlicher und junger Erwachsener am Kulturplatz Leo. Stadt, Politik, Polizei und Anwohner führte die CDU Ortsunion am Donnerstag bei einem Ortstermin zusammen, um Ideen zu sammeln, damit sich nicht eine „mögliche neue Szene“, wie es die Anwohner nennen, entwickelt.mehr...

Stadt: Probleme bei Kontrollen der Verbote

Die Stadt hält solche Verbote aber in der Umsetzung für schwierig. „Da muss auch die Erwartungshaltung an die dazugehörigen Kontrollen realistisch bleiben. Denn auch die zwei neuen Mitarbeiter des Außendienstes des Ordnungsamts werden nicht ausschließlich am Leo eingesetzt werden können“, so Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage.

CASTROP Abgetrennte Mülleimer, Glasscherben und Krach - der Kulturplatz Leo in Castrop wird von Jugendlichen häufiger zum Feiern missbraucht. Passanten fühlen sich von ihnen belästigt und bedroht. Jetzt lädt die Castroper CDU zu einem Ortstermin, aber: Die Anwohner wollen zu ihrer Sicherheit lieber anonym bleiben.mehr...

Bei einer Video-Überwachung sei eine Vielzahl von Vorgaben und gesetzlichen Regelungen zu beachten. „Es wird immer der Ort und die Situation im Einzelnen betrachtet werden“, sagt Hilleringmann. „Für den Bereich Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) / Leoplatz wird diese Einzelfallprüfung zurzeit erarbeitet.“

FWI: "Der Weg muss übers Portemonnaie gehen"

Die FWI glaubt, dass vor allem höhere Geldstrafen die Jugendlichen abschrecken. „Der Weg muss übers Portemonnaie gehen“, sagt Christel Sperz. Nur hohe Verwarngelder würden die Jugendlichen zu einem Umdenken bewegen. „Momentan sind nur bis zu 15 Euro möglich“, sagt Postel. „Da lacht ja jeder Jugendliche drüber.“

CASTROP Dreck, kaputte Flaschen und auch schon mal abgetretene Mülleimer - so sieht es gerade nach Wochenenden auf dem Kulturplatz Leo aus. Die Stadt Castrop-Rauxel will mit Verstärkung im Außendienst dagegen vorgehen. Doch der CDU Castrop Süd reicht das allein nicht aus. Das fordern die Christdemokraten.mehr...

Als Vorbild zur Überarbeitung der Verordnung nennt die FWI beispielsweise die Stadt Dortmund. Da heißt es in Paragraf 7 Absatz 2: „Ebenfalls untersagt sind ständig wiederkehrende ortsfeste Ansammlungen von Personen, von denen regelmäßige Störungen ausgehen, wie zum Beispiel Verunreinigungen, Störungen der Nachtruhe, Belästigungen von Passanten bei übermäßigem Genuss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln (...)“. Postel hält fest: „Man kann es also auch einfach formulieren, wenn man es denn will.“

Zugang für Autos beschränken

Die Jugendlichen kämen vor allem mit Autos – auch aus anderen Städten – zu den regelmäßigen Trinkgelagen in die Altstadt, so Postel. Man könne doch mit einfachen Mitteln den Zugang für Autos auf dem Leoplatz beschränken. „Vielleicht hält das ja schon den ein oder anderen ab“, so Postel weiter.

Und was sagt die Stadt zum Antrag der FWI? „Unabhängig von politischen Anträgen arbeitet die Stadtverwaltung schon seit einer Weile bereichsübergreifend daran, die Probleme am Kulturplatz Leo zu lösen. Sie wird der Politik in der nächsten oder übernächsten Ratssitzung einen Maßnahmenkatalog vorstellen, wie die Situation in der Altstadt verändert werden kann“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann.

Die Vorschläge aus dem Antrag der FWI, sofern er im Rat beschlossen wird, will die Stadt dann prüfen.

CASTROP-RAUXEL Scherben auf dem Kulturplatz Leo, leere Flaschen, Dreck, Kippen. Flaschen am Dieze, Flaschen im Stadtgarten. Gerade am Wochenende gibt es immer wieder Klagen darüber. Wäre ein Alkoholverbot in der Castrop-Rauxeler Innenstadt, wie es Duisburg gerade eingeführt hat, eine Lösung? Wir haben nachgefragt.mehr...

 

 

 

Unsere Redakteurin Ann-Kathrin Gumpert kommentiert das Thema:

Probleme nicht aussitzen

Dass die FWI nicht warten will, bis die Stadt die Probleme am Leo erkannt hat und selbst aktiv wird, ist richtig. Wenn die Stadt die Standard-Ausrede hat, nicht genügend Personal im Ordnungsamt für die Kontrollen zu haben, müssen andere, kreative Lösungen her.

Aussitzen gilt nicht, denn die Probleme lösen sich nicht in Luft auf. Davon können auch die Anwohner am Leo ein Lied singen, die sich nicht nur gestört fühlen, sondern auch Angst haben. Die Stadt darf das nicht kleinreden, sondern muss die Anwohner ernst nehmen.

Ob die Vorschläge der FWI alle die erwünschte Wirkung zeigen, ist natürlich fraglich. Aber wenigstens macht sich jemand Gedanken, die Situation zu verbessern.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Nach Streit um Geländenutzung

Bauarbeiten am Golfplatz Frohlinde beginnen

FROHLINDE Nachdem die Verhandlungen über die Nutzung des Gelände des Golfplatz Frohlinde abgebrochen wurden, haben am Mittwoch die ersten sichtbaren Arbeiten begonnen: Der Golfplatz soll auch ohne den Grund der Verpächterin Elisabeth Grümer bespielbar bleiben. Pläne für 18+9 Kurzbahnen gibt es schon seit Jahren.mehr...

Party für guten Zweck

Aids-Gala in Castrop-Rauxel feiert Volljährigkeit

CASTROP-RAUXEL Die größte Benefiz-Party in NRW steigt am 25. November in Castrop-Rauxel in der Europahalle. Viele Promis aus der Schlagerszene werden mit dabei sein, wenn die Aids-Gala ihren in diesem Jahr ihren 18. Geburtstag feiert. Veranstalter Jörg Schlösser verspricht eine tolle Show und ein tolles Rahmenprogramm.mehr...

Nachzahlung für Gasrechnung

Streit im Schloss Bladenhorst geht vor Gericht

CASTROP-RAUXEL Von außen betrachtet ist Schloss Bladenhorst eine Idylle. Doch hinter den Mauern knatscht es gewaltig. Ein Streit um die Gasrechnung erregt die Gemüter des Schlossherren und einem seiner Mieter, der eine geforderte Nachzahlung nicht leisten möchte. Und damit steht er nicht allein da. Der Streit wird jetzt vor Gericht ausgetragen.mehr...

Am 29. Oktober

So wird das Star-Wars-Fantreffen in Henrichenburg

HENRICHENBURG Darth Vader, Chewbacca und Co. treffen auf die Kulisse des altehrwürdigen Schiffshebewerks Henrichenburg. Wenn der Fan-Club "Krayt-Riders" einlädt, erwartet die Besucher einiges: So bauen die Veranstalter beispielsweise Modelle der intergalaktischen Fahrzeuge aus Star Wars auf und bieten Trainings für den Lichtschwertkampf an.mehr...

FWI will Klartext

Was ist Stand der Dinge beim Gartencenter Dehner?

CASTROP-RAUXEL Jetzt will es die Freie Wähler Initiative (FWI) wissen: Was passiert im und mit dem ehemaligen Gartencenter Dehner? Wieweit sind die Pläne für die über 20.000 Quadratmeter großen Immobilie an der Siemensstraße, gediehen? Dazu hat die FWI einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung Castrop-Rauxel gestellt.mehr...

Kataster des RVR

Wie hoch ist Castrop-Rauxels Solar-Potenzial?

CASTROP-RAUXEL Die Lambertuskirche ist grün markiert im neuen Solardachkataster des Regionalverbands Ruhr (RVR). Das bedeutet: Das Dach der Kirche ist gut geeignet für eine Solaranlage. So eine Einschätzung gibt es nun für jedes einzelne Gebäude in Castrop-Rauxel. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur interaktive Karte des RVR.mehr...