Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Ärger in Pöppinghausen

Sicherheit durch Umweg für die Feuerwehr gefährdet

PÖPPINGHAUSEN. In Pöppinghausen sind die Menschen sauer. Es geht um die lange Warterei vor den geschlossenen Bahnschranken am Westring. Wegen der Schranken fährt jetzt sogar die Feuerwehr zu Einsätzen einen Umweg. Und es könnte noch dicker kommen, wenn die Brücke über den Kanal neu gebaut wird.

Sicherheit durch Umweg für die Feuerwehr gefährdet

Die Schlangen vor dem Bahnübergang sind lang. Da ist Geduld gefragt. Den Bürgern in Pöppinghausen platzte jetzt der Kragen. Foto: Thomas Schroeter

Die Botschaft der Bürgerinnen und Bürger ist angekommen: Es kann nicht sein, dass ein ganzer Ortsteil – in diesem Fall Pöppinghausen – durch eine technische Neuerung der Bahn regelrecht abgeschnitten wird, weil die Leute bis zu 20 Minuten vor geschlossenen Schranken am Westring stehen.

Bei diesem Thema sahen die Bürger, die Mittwochabend zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerbeteiligung und Stadtteilentwicklung ins Center gekommen waren, buchstäblich rot. Unsere Zeitung hat im Sommer bereits ausführlich über das Thema berichtet. Zugrunde liegt die Umstellung von Halb- auf Vollschranken inklusive Erneuerungsarbeiten, bei denen die Stadt übrigens an dieser Stelle mit 140.000 Euro zur Kasse gebeten wurde. „Vielleicht wären heute mehr Leute gekommen“, sagte ein Bürger sarkastisch, aber die stünden wahrscheinlich noch vor den Schranken. EUV-Stadtbetriebschef Michael Werner erklärte: „Wir versuchen, mit der Bahn darüber zu sprechen, zumal es auch um die Sicherheitsfrage geht.“ Die Politik werde das Thema aufgreifen, sicherte Ausschussvorsitzender Malte Fercke (SPD) zu. Die Bahn hat laut Werner argumentiert, sie brauche die langen Intervalle. Die Müllautos fahren jetzt auch die längere Strecke. „Und was ist, wenn es in Pöppinghausen brennt oder der Rettungswagen kommen muss?“, fragte ein Bürger.

14 Minuten außen rum

„Wir fahren außen rum“, bestätigte Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung Feuerwehr-Chef Ulrich Vogel. Außen rum bedeutet die längere Strecke über Habinghorst und die Pöppinghauser Straße. „Damit liegen wir bei 14 Minuten“, sagte Vogel. 8 Minuten sind hier bekanntlich das Maß aller Dinge – vom Alarm bis zum Eintreffen. 10 wären laut Vogel noch tolerierbar. „14 gehen natürlich nicht“, stellte er klar. Gespräche liefen. Daran sei die gesamte Stadtverwaltung beteiligt. Die Feuerwehr habe dabei nicht den Hut auf, sei aber angesichts der Problematik treibende Kraft. Die Frage sei, wie eine Lösung aussehen könnte. Erwartet werde nun eine Stellungnahme der Bahn für eine technische Alternative. Wann? „Ich denke, in den nächsten zwei bis drei Wochen“, so der Feuerwehr-Chef.

Neue Brücke kommt

Im Grunde handele es sich um den Erkenntnisprozess, den man schon im vergangenen Jahr beim Problem der Erreichbarkeit hatte. Das war, als die Bladenhorster Brücke über den Westring für den schwereren Brummi-Verkehr und eben auch die Feuerwehr gesperrt war, nachdem eine Untersuchung ergeben hatte, sie sei dafür sicherheitstechnisch nicht mehr tauglich. Das Sperrungs-Intermezzo hat das Wasser- und Schifffahrtsamt dann beendet, indem es auf anderslautende Ergebnisse einer weiteren Untersuchung hinwies.

Im Zuge der Erweiterung des Rhein-Herne-Kanals wird diese Brücke ohnehin neu gebaut werden müssen. Auch das war Mittwochabend Thema im Ausschuss, weil von den Bürgern nachgefragt. „Kommt da auch ein Radweg drauf?“, lautete die Frage. Laut Michael Werner ist das nicht vorgesehen. Die zuständige Bundesbehörde habe den Mehraufwand dafür nicht leisten wollen. „Und wir als Stadt haben das Geld nicht“, sagte Werner. Es handele sich dabei um eine höhere sechsstellige Summe. Laut Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann hat das Wasserstraßen-Neubauamt wissen lassen, dass mit dem Baubeginn der neuen Brücke innerhalb von fünf Jahren zu rechnen sei. Bauzeit: zwei Jahre.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage unter Kindern

Wie gut ist die Schlittschuhbahn in der Altstadt?

Castrop Seit Donnerstag ist die Schlittschuhbahn im Zelt auf dem Castroper Altstadt-Markt eröffnet. Wir haben am Freitag einige Kinder gefragt: Macht‘s Spaß?mehr...

Unser DIY-Video-Tutorial

Dieser Adventskalender ist eine tolle Überraschung

Castrop-Rauxel Mitte November: höchste Zeit, sich über einen Adventskalender Gedanken zu machen. Das nehmen wir Ihnen jetzt ab: Unsere Reporterin Marie Rademacher zeigt Ihnen hier im Video-Tutorial, wie Sie einen ganz individuellen selbst basteln. Ihre Liebsten werden Augen machen. mehr...

Tiere ausgesetzt

EUV findet zwei Kaninchen in Kleidercontainer

Castrop-Rauxel Erschreckender Fund in einem Altkleidercontainer an der Borghagener Straße/Ecke Insterburger Straße: Bei der Leerung entdeckte der EUV in dieser Woche zwei lebende Kaninchen, die dort offenbar ausgesetzt wurdenmehr...

Fragen und Antworten

Arbeitslosengeld künftig auch an der Supermarktkasse?

Castrop-Rauxel Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse: Das könnte es in Ausnahmefällen ab 2018 geben. Manche begrüßen die Ankündigung als unkomplizierte Lösung, andere fürchten Diskriminierung. Und was sagen Händler in Castrop-Rauxel dazu?mehr...

Castroper Adventszelt

Alle Termine für „Ab ins Zelt 2017“

Castrop Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein volles Programm im Adventszelt auf dem Marktplatz. Einheimische und auswärtige Künstler wechseln sich auf der Bühne ab. Wir geben einen Überblick über die Veranstaltungen mit Stars wie den Schnöttentroper Beatboys und bringen Fotos mit.mehr...

Elektrische Poller und Zäune

Stadt will möglichen Schlussstrich an ASG und Leoplatz

Castrop Die Fotos erinnern an einen Horrorfilm aus einem verlassen Dorf. Doch sie zeigen, was mitten in unserer Altstadt los ist, rund um Adalbert-Stifter-Gymnasium und Kulturplatz Leo. Die Stadt kommt nun wieder mit Plänen aus dem Spätsommer. Wir erklären sie auf einer Skizze. Was spricht dafür, was dagegen?mehr...