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Beiträge jetzt bei NRWision

Wie Castrop-Rauxeler das Fernsehmachen lernen

Castrop-Rauxel Das BoGis als Fernseh-Produktionsstätte? Das war Mitte November der Fall, als acht Jugendliche und ein Erwachsener an einem Workshop teilnehmen. Ihre Sendung läuft jetzt im TV und Internet.

Wie Castrop-Rauxeler das Fernsehmachen lernen

Konferenzen und das Schnittstudio waren im BoGis. Foto: Vincent Beringhoff

Erst Redaktionssitzung. Welche Themen wollen wir aufgreifen? Dann Dreharbeiten, Interviews führen, Menschen finden, die sich befragen lassen. Danach schneiden. Und jetzt – warten auf den Ausstrahlungstermin. Der Jugendtreff BoGis erlebte kürzlich einen Workshop, in dem Interessierte wie Fernsehjournalisten arbeiteten. Und sich genauso fühlten.

„Das war aufregend“, sagt Leonie Singer, die am 11. und 12. November mit Anna Liedtke, Mathis Reschke, Selin Basdemir, Maybritt Lasser, Leif Eric Güte, Cemal Yildiz, Andrea Collet und Rainer Lümmen an einem Workshop von NRWision teilnahm. In der kommenden Woche werden ihre fertigen Beiträge im Fernsehen ausgestrahlt. Schon in dieser Woche sollen sie im Internet zu sehen sein.

Roland Schinkel und Vincent Beringhoff leiteten die Nachwuchsjournalisten ab 13 Jahren (ein Teilnehmer war 52 Jahre alt) an. Sie sind Medientrainer der Landesanstalt für Medien (LfM), kommen aber aus der Praxis und wissen darum: Wie geht Fernsehmachen? Wie ist es, mit professioneller Technik zu arbeiten? Beringhoff arbeitete fürs ZDF, ist inzwischen als Medienpädagoge tätig; Schinkel ist Mediengestalter Bild/Ton. Die LfM hatte diesen Workshop kostenfrei angeboten.

Wie Castrop-Rauxeler das Fernsehmachen lernen
Ergebnis ist eine Fernsehsendung namens „Unser Ort“. Sie ist zehn Minuten lang und besteht aus drei Beiträgen. In der Altstadt befragten die neuen Fernsehmacher einige Passanten: Was gefällt ihnen an Castrop-Rauxel? Was fehlt? „Es war eine große Herausforderung, Menschen zu finden, die sich interviewen lassen“, sagt Leonie Singer heute in der Rückschau. „Wir haben dann aber doch sieben Menschen gefunden, die teilweise zurückhaltend, teilweise sehr offen und gesprächsbereit waren.“ Zweiter Beitrag: Was hat es mit der „SoDa-Brücke“ von Frohlinde auf sich? Dazu interviewten sie auch die stellvertretende Bürgermeisterin Katrin Lasser und griffen das Thema satirisch im Stile von Beiträgen aus TV-Formaten wie „heute Show“ oder „Extra 3“ auf. Im dritten Beitrag stellen zwei Jugendliche Orte vor, die ihnen in der Stadt gut gefallen. Zwei der Teilnehmerinnen führen als Moderatorinnen durch die Sendung.

„Ich kann nun einen Film schneiden und Dinge animieren“, sagt Leonie Singer. Die Referenten hätten alles super erklärt und kein relevantes Thema ausgelassen. „Außerdem weiß ich, wie ich die Kamera einstellen muss – je nach Wetterlage“, so Singer.


Im Interview: So fand Beringhoff die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen

Wie Castrop-Rauxeler das Fernsehmachen lernen

Herr Beringhoff, was haben Sie vor Ort mit den Jugendlichen gedreht? Wie sieht der fertige Beitrag aus?

Die fertige Magazinsendung ist rund zehn Minuten lang und besteht aus folgenden Einzelbeiträgen: 1. Straßenumfrage in der Innenstadt: Was gefällt Ihnen (nicht) an Castrop-Rauxel, was fehlt, was ist gut? 2. Die „SoDa“-Brücke in Castrop-Rauxel: Was hat es damit auf sich? In diesem Beitrag versuchen sich die Jugendlichen an einer satirischen Darstellung a la „extra 3“. Inklusive ist ein Interview mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Katrin Lasser. Zu guter Letzt stellen zwei Jugendlichen Orte vor, die ihnen besonders gut gefallen: das Café 1910 am Markt, Haus Goldschmieding, den Golfplatz, Schweriner Ring als Treffpunkt für Jugendliche. Den Rahmen bildet eine Moderation von zwei Teilnehmerinnen.

Was war Ziel und Inhalt des Workshops?

Die Jugendlichen bekommen einen „Crashkurs“ im Fernsehenmachen. Ziel ist immer die fertige Sendung - mit Themen, die die Jugendlichen selbst setzen. Wir schauen uns dazu eine Beispiel-Magazinsendung an, analysieren die Machart (welche verschiedenen Darstellungsformen gibt es, welche Einstellungsgrößen kommen in den Beiträgen vor) und sprechen auch darüber, welche Aufgabe und Funktion Journalist*innen haben. Ausgehend davon geht es in die Themenfindung und -diskussion in einer kleinen Redaktionskonferenz. Im Anschluss werden die Beiträge gedreht. An Tag zwei wird geschnitten und die Moderation aufgezeichnet.“Nebenbei“ erleben die Jugendlichen hautnah, welchen Aufwand es bedeutet, eine Fernsehsendung zu produzieren. Arbeiten unter Zeitdruck und Recherche spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. Spannend sind immer wieder die Erfahrungen, die die Jugendlichen im Feld/vor Ort machen: Wie spricht man Menschen an, die man interviewen möchte? Welche Rechte und Pflichten habe ich überhaupt? Da ging es um das Thema Drehgenehmigung, und Persönlichkeitsrechte. Wie stelle ich journalistische W-Fragen? Besonders schön ist natürlich zu beobachten, wie Jugendliche innerhalb von nur 16 Stunden die Scheu/Ehrfurcht vor der Technik verlieren und erproben, sie in ihrem Sinnen einzusetzen. Für viele Jugendliche sind diese Kurse eine gute Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu erfahren, „ihre“ Themen in die Medien zu bringen und natürlich auch, eigene Talente zu entdecken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Von welchen Erfahrungen mit den Jugendlichen und denen, die Sie interviewt haben, können Sie berichten?

Die Jugendlichen setzten sich intensiv mit „ihrer“ Stadt C-R auseinander. Recht schnell stellte sich heraus, dass sie sich durchaus mehr Angebote für Jugendliche in Castrop wünschen: Freizeit- und Shoppingangebote in der Innenstadt zum Beispiel. Allerdings legten sie auch viel Wert darauf, ihre Stadt nicht „runterzumachen“ - viele von ihnen fühlen sich in Castrop grundsätzlich wohl und haben durchaus konstruktive Vorschläge, was sich in der Stadt ändern könnte - das wäre dann aber Stoff für mindestens eine weitere Sendung.

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