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Bossow-Haus

Kunst aus Erinnerungen geschaffen

Schermbeck Die Zeit der langen, weißen Brandschutzwände auf den Fluren der Seniorenwohnanlage „Bossow-Haus“ ist bald vorbei. Im Wohnbereich „Sonnenschein“ kann man schon jetzt sehen, wie es im Verlauf der nächsten Monate auch auf den Fluren der beiden anderen Wohnbereiche aussehen soll.

Kunst aus Erinnerungen geschaffen

Hausleiterin Beate Romanowski (l.) konnte die Künstlerin Laula Plaßmann (r.) dafür gewinnen, mit den Heimbewohnern eine zehn Meter langen Brandschutzmauer im Wohnbereich „Sonnenschein“ zu bemalen. Foto: Foto: Helmut Scheffler

Angelika Clasen, Leiterin des Sozialen Dienstes, weiß, wie wichtig Bilder sind im Leben von Menschen, die unter einer Demenz leiden. Als künstlerische Betreuerin der Heimbewohner konnte Laula Plaßmann gewonnen werden. Die in Heiden lebende jüdische Künstlerin, Jahrgang 1956, traf sich vor einem halben Jahr mit einem Dutzend Bewohner der Seniorenwohnanlage. In Gesprächen erfuhr sie von deren Erinnerungen an vergangene Zeiten. Daraus entstand die Idee, eine Landschaft entstehen zu lassen.

Eine finanzielle Mitfinanzierung des Projektes im „Bossow-Haus“ übernahm das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe aus Mitteln der Kollekte „Hilfe für alte Menschen“.

Die Grobstruktur des Bildes wurde von fünf aktiven Bewohnern auf die Wand gemalt. Da, wo besonders feine Linienführungen erforderlich wurden, unterstützte Laula Plaßmann sie. In die zehn Meter lange Landschaft flossen die aus den Erzählungen abgeleiteten Bilder ein. Eine gebürtige Schlesierin konnte sich an eine schöne Baronin erinnern, die in einem Schloss wohnte. An diese Adlige erinnert nun das riesige Wandbild ebenso wie an das Wohnumfeld mehrerer Bewohner, die den größten Teil ihres Lebens auf dem Lande gelebt haben.

Wer am Bild entlang geht, wird durch etliche im Acrylbild eingearbeitete aufmunternde Worte zu positivem Denken angeregt: „Das Leben ist schön“ oder „Alles wird gut“.

Auf dem nächsten Flur sollen Erinnerungen der Bewohner in ein abstrakteres Bild einfließen. Es wird bewusst eine andere künstlerische Ausdrucksweise gewählt, damit die Bewohner sich während eines Rundgangs besser orientieren können.

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