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Vestische sucht Testfahrer

Neue App rechnet nach Kilometern ab

Dorsten Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr plant einen neuen Tarif. Fahrgäste sollen nur die Strecke bezahlen, die sie mit Bus und Bahn auch wirklich zurückgelegt haben. Die Vestische sucht jetzt 250 Testfahrer. Auch Dorstener können sich bewerben.

Neue App rechnet nach Kilometern ab

Über die Internetverbindung des Handys soll die App erkennen, wie weit der Kunde gefahren ist und wie viel er dementsprechend zahlen muss. Foto: Claudia Engel

Nur für die Kilometer bezahlen, die man tatsächlich in Bus und Bahn fährt – das ist das Prinzip eines neuen Tickets, das der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ab Frühjahr in seinem Verbreitungsgebiet und damit auch bei der Vestischen im Kreis Recklinghausen testen will. Der Name des neuen Tarifs: nextTicket.

Großes Gebiet

Gebucht und nach Fahrtende bezahlt wird über eine App auf dem Smartphone. Die Vestischen Straßenbahnen, die auch für Dorsten zuständig sind, beteiligen sich an einem Test. Dazu werden 250 Testfahrer gesucht, die den neuen Tarif ausprobieren sollen. „Natürlich können sich da auch Dorstener als Testfahrer bewerben“, bestätigt Norbert Konegen, der Pressesprecher der Vestischen Straßenbahnen.

Man habe die Anzahl der Testfahrer aus dem Kreis sogar aufgestockt, um die Studie repräsentativ zu machen. „Wir haben ein großes Gebiet, von Haltern bis Wanne-Eickel und von Waltrop bis Bottrop, deshalb ist es für uns wichtig zu wissen, wie dieser Tarif angenommen wird“, sagt Konegen.

Rechnung am Monatsende

Zu Beginn der Fahrt checkt sich der Fahrgast über die App in das System ein, und sobald er den letzten Bus oder die Bahn am Ende seiner Fahrt wieder verlässt, checkt er aus. Mithilfe des GPS (Ortungsdienst) im Smartphone wird die zurückgelegte Strecke genau berechnet. Das System weist anschließend den Fahrpreis aus. Der setzt sich zusammen aus einem festen Grundpreis, den der VRR pro Fahrt berechnet, und den gefahrenen Linienkilometern. Laut VRR-Sprecher Dino Niemann wird der Grundpreis zwischen 1,40 und 1,45 Euro liegen und der Kilometerpreis bei 20 Cent. Am Ende des Monats erhält der Kunde eine Rechnung.

Zum Jahresbeginn 2018

Zum Jahresbeginn 2018 werde der VRR mit einer Kampagne um Testpersonen werben. Interessenten können sich dann über eine eigens geschaltete Internetseite für den Test registrieren: Hier geht’s zur Vestischen

Mindestens 3000 sollen es werden. „Es können aber auch mehr sein“, sagt Niemann. Acht Monate soll der Test dauern. Zunächst gilt es zu prüfen, ob sich die Fahrgäste problemlos an- und abmelden können und ob die Technik einwandfrei funktioniert. Anfangs wird dabei noch der Fahrpreis nach dem aktuellen Tarif berechnet und erst später nach den gefahrenen Kilometern.

Akku-Warnfunktion

Der VRR denkt über eine Akku-Warnfunktion in der App nach, damit dem Smartphone des Kunden nicht mittendrin der Saft ausgeht. Auch eine „Preisbremse“ soll es geben, falls der Fahrgast beim Aussteigen vergisst, über die App auszuchecken. Datenschützer verweisen auf die Gefahr, dass mit der App ein Bewegungsprofil der Kunden erstellt werden könnte. Der Datenschutz sei gewährleistet, versichert dagegen Niemann.

Kundendaten getrennt gespeichert

Kundendaten würden getrennt von Bewegungsdaten auf unterschiedlichen Servern gespeichert und nur für die Abrechnung miteinander verknüpft, erläutert der VRR-Sprecher. Vorbild für das neue elektronische Ticket ist die holländische „OV-chipkaart“, die es seit 2012 in den Niederlanden gibt. Die Karte wird zu Beginn aufgeladen und dann vor und nach jeder Fahrt in Bus und/oder Bahn an Lesegeräten registriert. Nach Abschluss des Tests werden die Ergebnisse ausgewertet. Der VRR wird dann gemeinsam mit den angeschlossenen Verkehrsunternehmen entscheiden, ob der elektronische Tarif parallel zum klassischen Tarif in das Regelangebot übernommen wird.

Der VRR begleitet den Praxistest von „nextTicket“ mit einer Marktforschung. Ziel ist herauszufinden, welchen Einfluss der elektronische Tarif auf das Nutzerverhalten der Kunden hat. So wird unter anderem erkundet, wann sich Fahrgäste für das klassische und wann für das eTicket entscheiden.

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