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Neue Dorstener Kabarett-Gruppe

Tintenhühner staksen “altklug durch den Alttag“

Dorsten Die Tintenhühner sind eine Dorstener Kabarettgruppe, die sich vor allem um lokale Themen kümmert. Wie ihr Kabarett mit Lokalkolorit aussieht und was sie für das Programm planen, das am 11. November (Samstag) Premiere feiert, haben wir uns bei einem Probenbesuch angeschaut.

Tintenhühner staksen “altklug durch den Alttag“

Man sieht: Das Alter – und was es alles so mit sich bringt – spielt im Programm der Tintenhühner eine große Rolle. Erstmals zeigt die neu gegründete Truppe ein Kabarettprogramm. Mit reichlich Dorstener Lokalkolorit.

Der Verfall. Das Alter. Kreislauf, Rücken, Greisendasein. Das hört sich jetzt erst mal nicht so lustig an. Trotzdem sind es genau diese Sorgen des Alters, die sich die neue Dorstener Kabarettgruppe „Die Tintenhühner“ für ihr Programm herausgepickt haben. Klappt dieses Kokettieren mit dem Alter, klappt Kabarett mit Lokalkolorit?

Viel Aktion

Mit diesen Fragen im Hinterkopf waren wir bei einer Probe der Tintenhühner dabei – und auch wenn die Hälfte der Tintenhühner zur Gruppe der Rentner gehört, wirkt der Beginn des Probeabends nicht wie ein „gemütliches Beisammensein“ im Seniorenheim. Im Gegenteil: Im Baumhaus ist die ganze Truppe in Aktion – Beate Robert probiert gerade eine rote Perücke auf und schwingt vergnügt den Kopf hin und her, Hans-Georg Karl kümmert sich um die Technik hinter der Bühne, Bertold Hanck ordnet seine Textblätter, Lisa Ulfkotte macht sich am Kleiderständer mit den Kostümen zu schaffen. Das sieht nach Arbeit aus.

Ist es aber nicht nur, wie Klaus-Dieter Krause, eins der Tintenhühner, mit einem Fingerzeig auf den mit Weinflaschen gut gefüllten Tisch andeutet. „Das hier ist kein Treffen der Anonymen Alkoholiker“, sagt er augenzwinkernd und lächelt.

Tintenhühner staksen “altklug durch den Alttag“

Nur ganz kurz setzen sich die neun Tintenhühner – drei Frauen und sechs Männer – dann an den Tisch und besprechen Allgemeines. Und dann geht es los – und zwar auf der Bühne.

Truppe hat sich neu gegründet

Während die Tintenhühner die ersten Szenen probieren, erklärt Klaus-Dieter Krause am Rande, warum genau es die Kabarettgruppe überhaupt gibt. Der Grund ist nämlich eigentlich ganz einfach: „Es gab vorher keine Kabarettgruppe in Dorsten.“

Sie fehlte aber, wie neben Klaus-Dieter Krause noch mehrere Mitglieder des Cornelia-Funke-Baumhauses fanden. Warum? Weil der Stoff fürs Kabarett oft auf der Straße liegt – und zwar nicht nur auf den Boulevards der Hauptstadt, sondern auch auf Westwall, Halterner Straße und Barkenberger Allee. „Unser Programm wimmelt von Lokalkolorit“, erklärt Klaus-Dieter Krause. Die Geschichte Dorstens, die Lokalpolitik, Aufregerthemen und „Insider“, die eigentlich nur Dorstener Bürger verstehen und aufs Korn nehmen können, – das ist der Stoff, der das Programm besonders machen soll. Hinzu kommt reichlich Selbstironie – etwa, wenn Lambert Lütkenhorst, der viele Jahre Bürgermeister in Dorsten war, auf der Bühne sein überspitztes Selbst spielt. Und – so der rote Faden des Programms – die verhältnismäßig kleine Stadt Dorsten durch ein Geiseldrama in den Fokus der bundesweiten Medien gerät. Konzept und Szenen sind entsprechend keine Fremdtexte, sondern stammen aus der Feder der Tintenhühner.

Tintenhühner staksen “altklug durch den Alttag“

Dass mit Lambert Lütkenhorst ein ehemaliger Bürgermeister Dorstens bei den Tintenhühnern dabei ist, spiel im Programm keine unwesentliche Rolle.

Ohne zu viel übers Programm zu verraten und damit Pointen vorwegzunehmen: Die Ortsteile kriegen ihr Fett weg, die Entscheidungen der Lokalpolitik sowieso und der gemeine Rentner kommt oft auch nicht immer besonders sympathisch rüber. Alberner Klamauk hat dabei allerdings weniger Platz – auch wenn es viele ulkige Perücken gibt, die Kostüme an sich schon ziemlich lustig sind. Insgesamt, so sagt es Klaus-Dieter Krause, gibt es viel zu gackern. „Aber auch Sachen mit Tiefgang. Gerade wenn es um das Älterwerden geht. Da muss man schon manchmal schlucken“, sagt er. Typisch Kabarett.

Tintenhühner staksen “altklug durch den Alttag“

Kein Klamauk, aber Perücken gibt es schon, wie Beate Robert zeigt.

Mit dazu gehört auch Musik. Jochen Rudolph begleitet einige Nummern am Klavier – wie zum Beispiel die von Manfred Lauffs und Anne Pitz-Fleischer, die nun auf die Bühne gehen – und dabei deutlich altern. Das Tintenhuhn schiebt einen Rollator vor sich her, das männliche Pendant rückt sich die Brille zurecht, bevor beide anfangen, laut zu singen. Auch in dieser Szene geht es um Älterwerden. Und um die Beziehung von Mann und Frau. Auch ein Klassiker bei Kabarett-Programmen.

Erfahrene Mitglieder
Überhaupt: Die Truppe hat sich zwar neu gegründet. Die Mitglieder sind aber keine unbeschriebenen Blätter, wenn es um Kabarett und Unterhaltung geht. Manfred Lauffs zum Beispiel steht schon viele Jahre in Marl beim Inselkabarett mit auf der Bühne, Bertold Hanck hat am Petrinum die Theatergruppen geleitet, Beate Robert und Anne Pitz-Fleischer flattern seit vielen Jahren als jecke Hühner beim Hardter Frauenkarneval über die örtlichen Bühnen, und Lambert Lütkenhorst – nun ja – war immerhin mal Bürgermeister. Beste Voraussetzungen also dafür, dass die Tintenhühner bei ihrer Premiere am 11. November das ein oder andere Korn finden und humorvoll aufpicken können...

Noch ein paar Restkarten zu haben

  • Für die Premiere am 11. November (Samstag) um 19 Uhr gibt es keine Karten mehr.
  • Für die zweite Vorstellung am 13. November (Montag), 19.30 Uhr, allerdings schon. Karten kosten 5 Euro.
  • Es gibt sie bei der Stadtinfo, Recklinghäuser Straße 20.
  • Beide Aufführungen finden im Cornelia-Funke-Baumhaus, Halterner Straße 5, statt.
  • Auf die Zugehörigkeit zum Baumhaus weist auch der Name „Tintenhühner“ hin. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus den beiden Funke-Buchtiteln „Tintenherz“ und „Die Wilden Hühner“.

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