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Erdgasfernleitung

Verwaltung lehnt Zeelink-Trasse bei Schermbeck ab

Schermbeck „Nach Auffassung der Verwaltung gefährdet der beabsichtigte Trassenverlauf die Schutzgüter Mensch, Boden und Wasser.“ Zu diesem Schluss kommt Fachbereichsleiter Gerd Abelt bei der Erdgasfernleitung „Zeelink II“.

Verwaltung lehnt Zeelink-Trasse bei Schermbeck ab

Der geplante Trassenverlauf der Erdgasfernleitung „Zeelink II“ (rot markiert) führt um den Dämmerwald herum. Karte: Zeelink

Auf zweieinhalb Seiten begründet der Entwurf der Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren die Ablehnung der geplanten Leitung von Lichtenbusch nach Legden speziell für den Abschnitt von der Station Hochneukirch bis zur Station Dämmerwald. Der Planungs- und Umweltausschuss diskutiert darüber am kommenden Donnerstag (23. November, 16 Uhr).

Abelt beruft sich in seiner Begründung auf einen Forschungsbericht des Bundesamts für Materialforschung und Prüfung. Dieses kam 2009 zum Schluss, dass in einem Havariefall, der durch unbeabsichtigte Einwirkung (etwa Baggerarbeiten) ausgelöst werden könnte, „erhebliche Zerstörungen in einem Abstand von etwa 350 Metern beidseits der Gastrasse zu erwarten“ seien. „Bei vielen Gaswolkenexplosionen bestehe innerhalb eines Schadensradius’ von etwa 100 Metern nahezu keine Überlebenschance“, zitiert Abelt. Teilweise verlaufe die geplante Trasse aber in einem Abstand von unter 100 Metern an einzelnen Wohngebäuden im Außenbereich vorbei.

Betroffene

Zu diesen Betroffenen zählt etwa Jutta Becker-Ufermann, deren Hof „Appelbongert“ an der Hogefeldstraße etwa 60 Meter von der geplanten Trassenführung entfernt liegt. Drei festvermietete Wohnungen und vier Ferienwohnungen finden sich an dem von der Unesco ausgezeichneten „Lernort“. Um ihre und die Sicherheit ihrer Gäste sorgt sich Becker-Ufermann. Ein besonderer Gefährdungspunkt sei für sie die Schieberstation, die an der Straße An der Isselkant errichtet werden soll, wo die Leitung für Wartungszwecke geschlossen und geöffnet werden kann. „Wie sieht es mit der Sicherheit dieser Station aus? Ich habe Angst vor der Möglichkeit krimineller Anschläge auf diese Station“, so Becker-Ufermann, die viele weitere Argumente in ihrer Stellungnahme gegen den Trassenverlauf ins Feld führt.

Auch Abelt spricht sich dafür aus, dass der Trassenverlauf neu geplant werden müsse. Zudem sei die Mindestüberdeckung von einem Meter wegen der heute in der Landwirtschaft verwendeten schweren Geräte zu erhöhen. Außerdem sieht er die hohe Wertigkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden in Gefahr.

Bodenschutz

Eine Vermischung der Sandböden mit tonigen Unterböden sei zu vermeiden, wobei Erfahrungen von Landwirten im Bereich der vorhandenen Leitungstrasse dafür eher wenig Hoffnung machten. Diese hätten gezeigt, „dass der Bodenschutz bei diesen außergewöhnlich empfindlichen Bodenbeschaffenheiten schlichtweg nicht gewährleistet werden kann“, so Abelt. Die Landwirte fürchteten auch, dass bestehende Drainagen nach der Verlegung der Leitung nicht wieder hergestellt werden könnten und eine dauerhafte Beeinträchtigung des Grundwasserspiegels.

Abelt führt auch die Mehrfachbelastung des Raumes durch die vorhandenen Gas- und Ölleitungstrassen sowie die kürzlich errichtete 380-kV-Hochspannungsfreileitung an. „Aufgrund der Mehrfachbelastung wird gefordert, die Möglichkeit einer Trassenbündelung im Bereich der vorhandenen Leitungstrasse durch den Dämmerwald für den geplanten Neubau der Erdgasfernleitung Zeelink II vollständig durchzuprüfen. Das Wort „vollständig“ ist dabei im Entwurf unterstrichen, denn bereits im Raumordnungsverfahren hatte die Gemeinde diesen Vorschlag gemacht, der aber aus Naturschutz-Gründen als nicht umsetzbar bewertet und nicht weiter betrachtet wurde. Bei der Abwägung Mensch oder Natur sei „dem Schutzgut Mensch oberste Priorität und Vorrang einzuräumen“, so Abelt.

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